TV-News: 40 Jahre "Liebling Kreuzberg": Zwei neue Kanzlei-Filme
Neue 90-Minüter führen die Manfred-Krug-Kultserie aus den 80ern und 90ern fort: Robert Lieblings Enkelin Lisa und die Juristin Talia Jahnka arbeiten heute in einem sehr anderen Berlin-Kreuzberg.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Robert Liebling ist ein unkonventioneller Anwalt aus Berlin-Kreuzberg und die Hauptfigur der jetzt 40 Jahre alten Fernsehserie "Liebling Kreuzberg". Verkörpert hat ihn in den 80er und 90er Jahren der vor zehn Jahren (21.10.2016) mit 79 gestorbene Schauspieler Manfred Krug.
Die ARD-Kultserie erfährt seit rund zwei Jahren eine Fortsetzung als "Kanzlei Liebling Kreuzberg", eine Reihe mit Episoden in Spielfilmlänge. Jetzt kommen davon an zwei Freitagen zwei neue Filme: am 16. Oktober "Ein Meisterstück" und am 23. Oktober "Auf Augenhöhe" (in der ARD-Mediathek Start am 14.10.).
Wer war Manfred Krug?
Manfred Krug, der 1977 von der DDR in die Bundesrepublik übergesiedelt war, gehörte jahrzehntelang zu den beliebtesten Schauspielern im deutschsprachigen Raum - von 1984 bis 2001 war er beispielsweise in gut 40 Filmen für den NDR der Hamburger "Tatort"-Kommissar Paul Stoever.
Was war "Liebling Kreuzberg" mit Manfred Krug?
"Liebling Kreuzberg" war eine populäre ARD-Fernsehserie, die noch vor dem Mauerfall startete und im alten West-Berlin angesiedelt war. In fünf Staffeln entstanden zwischen 1986 und 1998 rund 58 Folgen von je rund 50 Minuten.
Die Drehbücher der Staffeln eins bis drei dieser Autorenserie sowie von der fünften Staffel stammten von dem Schriftsteller und DDR-Dissidenten Jurek Becker (1937-1997), der seinem Freund Manfred Krug die Rolle des eigenwilligen Berliner Anwalts Liebling auf den Leib schrieb.
Die Bücher der vierten Staffel wurden von Ulrich Plenzdorf ("Die neuen Leiden des jungen W.") verfasst. Plenzdorf (1934-2007) hatte einst auch am Drehbuch des DDR-Kultfilms "Die Legende von Paul und Paula" mitgeschrieben.
Was geschah in der einstigen Serie?
Die Figur Robert Liebling war fürs deutsche Fernsehen der 80er Jahre ein noch eher ungewöhnlicher Serienheld, in etwa so revolutionär wie zuvor der von Götz George verkörperte Duisburger "Tatort"-Kommissar Schimanski. Liebling, das war ein schnodderiger Typ, ein Rechtsanwalt mit Dreitagebart, mit Schlapphut und hässlichen Krawatten. Er fuhr Motorrad, rauchte gern Zigarre und hatte eine Vorliebe für Wackelpudding (pardon, Götterspeise).
Seine Kanzlei im linksalternativ geprägten Berlin-Kreuzberg führte er mit Herzenswärme und Geschick, um zu einer für seine Klienten und sich selbst zufriedenstellenden Lösung zu kommen. Zur Seite standen ihm der Kollege Giselmund Arnold (Michael Kausch), später Isolde Isenthal (Jenny Gröllmann) oder Bruno Pelzer (Stefan Reck) sowie seine engagierten Sekretärinnen Paula (Corinna Genest) und Senta (Anja Franke).
Roswitha Schreiner spielte damals Lieblings Tochter Sarah, Diana Körner Lieblings Freundin, die Staatsanwältin Rosemarie Monk.
Wie ist die Nachfolge-Reihe "Kanzlei Liebling Kreuzberg" angelegt?
Im Mittelpunkt der Neu-Interpretation des Serienklassikers (Reihenidee: Andrej Sorin) stehen zwei Frauen: Lisa Liebling und Dr. Talia Jahnka (Luise von Finckh und Gabriela Maria Schmeide). Die ungleichen, aber jede auf ihre Weise feministischen Juristinnen müssen sich zusammenraufen.
Die promovierte Juristin Jahnka hat die Kanzlei des 2005 gestorbenen Robert Liebling übernommen. Sie hat ihr einen eher wirtschaftlich lukrativen Kurs gegeben. Lieblings Enkelin Lisa, die ihr Jurastudium beendet hat, steigt als Anteilserbin in die Kanzlei ein und ist idealistischer. Außerdem arbeitet noch der Anwalt Cem Oktay (Emre Aksizoglu) im Team. Mit Anja Franke als Rechtsanwaltsgehilfin Senta Kurzweg und Roswitha Schreiner als Robert Lieblings Tochter und Lisa Lieblings Mutter sind zwei bekannte Gesichter aus der Originalserie dabei.
Kreuzberg hat sich in den vergangenen Jahrzehnten vom meist gemütlichen urberlinerisch-alternativen Kiez zu einer heute größtenteils hippen, internationalisierten Szene-Gegend entwickelt.
Die ersten drei Episoden der Reihe - am 27. September 2024 sowie am 21. und 28. November 2025 - holten fürs Erste gute Quoten und erreichten bei der Ausstrahlung jeweils um die drei Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer.
Worum drehen sich die beiden neuen Folgen 2026?
In den zwei neuen Kanzlei-Filmen kämpfen Jahnka und ihre Partnerin Lisa Liebling erneut für Gerechtigkeit im Kreuzberger Kiez. Diesmal geht es unter anderem um einen Streit zwischen dem Bäckermeister Seidel (Uwe Preuss) und seinem kolumbianischen Azubi Thiago (Crispin Hausmann) sowie einen illegalen und lebensgefährlichen Kfz-Ersatzteilhandel.
Auch Berliner Themen der Gegenwart wie Entmietung oder das sogenannte Containern werden aufgegriffen, dabei taucht die Frage auf: Warum ist das Wegwerfen von Lebensmitteln erlaubt, ihre Rettung aber strafbar?
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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