Fernsehen: "Hubert ohne Staller": Nussschnecken, Clowns und Lachflashs

Seit 15 Jahren heitern Wolfratshausener Provinz-Polizisten den Vorabend im Ersten auf. Welche Rolle in der neuen Staffel eine Nussschnecke spielt und was Christian Tramitz beim Dreh traumatisiert hat.

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Im idyllischen bayerischen Oberland wohnt das Verbrechen - den Eindruck erwecken zumindest die vielen Krimiserien, die dort spielen. Was dort gemordet und an Straftaten begangen wird, hält reihenweise TV-Ermittler in Atem. Manche genießen sogar Kultstatus wie die Vorabendserie "Hubert ohne Staller". Am Mittwoch (14. Oktober) um 18.50 Uhr startet die 13. Staffel im Ersten und in der ARD-Mediathek - für die Macher ein Grund, zu feiern.

15 Jahre Verbrechen in Wolfratshausen

Der freudige Anlass ist ein Jubiläum: Vor 15 Jahren am 2. November 2011 zeigte das Erste die erste Folge der Serie, die damals noch "Hubert und Staller" hieß. Helmfried von Lüttichau und Christian Tramitz spielten darin Provinz-Cops, die die Abgründe im schönen Städtchen Wolfratshausen erforschen. Als von Lüttichau nach der siebten Staffel ausstieg, machte Tramitz dennoch als Polizeiobermeister Franz Hubert weiter. Ab 2019 hieß es dann eben nur noch "Hubert ohne Staller".

Sonst noch auf dem Wolfratshausen Polizeirevier: Chefin Sabine Kaiser (Katharina Müller-Elmau), der ewig hungrige Polizeiobermeister Reimund Girwidz (Michael Brandner), der tollpatschige Martin Riedl (Paul Sedlmeir), die smarte Polizeimeisterin Christina Bayer (Mitsou Jung) und die Gerichtsmedizinerin Dr. Caroline Fuchs (Susu Padotzke). Ebenfalls wichtig: Yazid (Hannes Ringlstetter) und seine Bäckerei, für das Polizeiteam nicht nur ein Ort für die Pausen, sondern auch für Klatsch und Tratsch.

Die Spur der Nussschnecke

Das Markenzeichen der Serie: die kuriosen Fälle und der Wortwitz. Das verspricht auch die neue Staffel. Gleich in der ersten Folge verschwindet Girwidz spurlos - und eine Nussschnecke weist Hubert und seinem Team den Weg. In weiteren Folgen läuft eine Faschingsparty aus dem Ruder, Riedl muss zu einem Flirt-Seminar und sogar die Mafia wirft ihre Schatten über die Voralpen-Idylle.

Yazid erklärt zudem die Vorzüge der alten Technik, als er Girwidz ein altes Klapphandy anpreist, für 50 Euro. Das sei doch kein Smartphone, beschwert sich der Polizist. Darauf Yazid: "Das ist sogar noch smarter als smart, indem es nämlich nicht smart ist."

Locker, lustig, Lachflash

Klingt alles locker und lustig - und ist es auch, verrät Tramitz, auch berühmt als Ranger aus den Western-Parodien "Der Schuh des Manitu" und "Das Kanu des Manitu". Ist die gute Stimmung bei den Dreharbeiten eines der Erfolgsgeheimnisse von "Hubert ohne Staller"? "Ein Teil davon ist sicherlich die Besetzung, weil wir gut miteinander harmonieren", sagte der Schauspieler der dpa in München. "Nach wie vor macht das Drehen allen noch viel Spaß."

Nur manchmal ist es vielleicht auch etwas zu viel Spaß: "Lachflashs am Set passieren und das kann auch mal dazu führen, dass Regisseure ungeduldig werden, weil das natürlich wahnsinnig viel Zeit kostet", plaudert Tramitz aus. "Spezialist dafür war Helmfried von Lüttichau." Aber das lockere ja die Dreharbeiten auch auf.

Dreh mit Clown-Grusel

Eine bestimmte Episode war dem 71-Jährigen allerdings unangenehm. "Einem Autor habe ich fatalerweise erzählt, dass ich an Clownphobie leide. Um mich zu ärgern, haben sie eine Folge geschrieben, in der ich undercover eine Clownschule besuchen muss. Ein teilweise traumatisches Erlebnis für mich", erzählt Tramitz. Er kennt für seine Angst sogar den Fachbegriff: "Coulrophobie". Das sei anscheinend recht verbreitet. "Meine Mutter hat mir erzählt, dass ich als Kind schon schreiend aus dem Zirkus gelaufen bin, wenn ein Clown aufgetreten ist." War der Dreh in der Schule wenigstens therapeutisch? "Nein, leider nicht", das habe die Angst eher verstärkt.

Wenn sich der Humor verschiebt

Doch auch gruselige Clowns können Tramitz nicht die Freude an seiner Arbeit vermiesen, auch weil er in der Umgebung von Wolfratshausen daheim ist. Ein Einschnitt war definitiv von Lüttichaus Ausstieg - sind beide doch seit Schulzeiten befreundet und früher wegen ihres Hangs zu Blödeleien bei Lehrern gefürchtet. "Im Skilager waren wir kurz davor, nach Hause geschickt zu werden", hatte von Lüttichau mal in einem dpa-Interview verraten.

Gerade ihre Vertrautheit machte anfangs auch den Reiz der Serie aus, wenn die Pointen zwischen Hubert und Staller nur so hin- und herflogen. Ein Feuerwerk an Gags. Doch seit einigen Jahren geht es auch "ohne Staller". "Das Zusammenspiel mit Staller war sehr lustig, ist es aber mit Michael Brandner auch. Der Humor hat sich da einfach verschoben", sagt Tramitz. Die Geschichten machten auf jeden Fall noch genauso viel Spaß. "Ich freue mich jetzt schon auf die nächsten Dreharbeiten."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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