Fernsehen: Nationalschatz und Comedy-Ikone: Joanna Lumley wird 80

"Absolutely Fabulous" machte Joanna Lumley weltberühmt. Weniger bekannt ist, dass die Britin eine ihrer ersten Rollen in einem James-Bond-Film spielte. Ihr Geburtstag kümmert die britische Ikone kaum.

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Um ihren runden Geburtstag macht sich Joanna Lumley wenig Gedanken. "Ich habe in den letzten zwei oder drei Jahren immer gesagt, ich sei 80, weil ich dachte, ich wäre es – aber das stimmte gar nicht", scherzte sie in einem Interview des britischen "Telegraph". Am 1. Mai ist es nun tatsächlich so weit. "Die Leute machen so ein großes Aufheben um diese 80, als ob ich plötzlich anders wäre, als ob man einen riesigen Abgrund erreicht hätte."

Konstante der britischen Unterhaltungswelt

Davon kann bei Lumley keine Rede sein. Sie ist auch im hohen Alter immer noch topfit und bestens im Geschäft. Derzeit steht sie für die nächste Staffel von Tim Burtons Netflix-Serie "Wednesday" vor der Kamera. Darin spielt sie Grandmama, die exzentrische Großmutter der von Jennifer Ortega verkörperten Titelheldin. In der britischen Sitcom "Amandaland" spielt sie Amandas hochnäsige Mutter.

Joanna Lumley ist das, was man in Großbritannien gern als "national treasure" (Nationalschatz) bezeichnet. Die beliebte Schauspielerin, die für ihren trockenen Humor bekannt ist, gehört zu den bekanntesten Gesichtern der britischen Unterhaltungsbranche – nicht zuletzt durch ihre Rolle als exzentrische Patsy Stone in "Absolutely Fabulous".

Erste Bekanntheit durch James Bond

Geboren 1946 in Kaschmir, das damals noch Teil Britisch-Indiens war, wuchs Joanna Lamond Lumley überwiegend in England auf. Als Model sammelte sie im London der Swinging Sixties erste Erfahrungen vor der Kamera, bevor sie in Film- und Fernsehproduktionen mitwirkte.

Erste internationale Bekanntheit erlangte sie durch eine kleine Rolle in dem James-Bond-Film "Im Geheimdienst Ihrer Majestät". In dem Film mit George Lazenby, der heute als Klassiker der 007-Reihe gilt, spielt sie einen der sogenannten Todesengel.

Der echte Durchbruch ließ aber auf sich warten. In den 1970er Jahren spielte sie im Horrorfilm "Dracula braucht frisches Blut", in der Krimiserie "Mit Schirm, Charme und Melone", wo sie nach Honor Blackman und Diana Rigg die neue Kollegin Purdey von John Steed (Patrick Macnee) war, und in der Fantasy-Serie "Sapphire & Steel". In den 1980ern war sie unter anderem in zwei wenig gelungenen Fortsetzungen von "Der rosarote Panther" zu sehen.

Durchbruch mit "Absolutely Fabulous"

Mit Mitte 40 gelang ihr dank "Absolutely Fabulous" der große Durchbruch. Ihre Figur Patsy ist ein Ex-Model, das als PR-Agentin in der Modebranche arbeitet – mit einer Vorliebe für Champagner, Drogen und Männer. Die Rolle brachte Lumley zwei Bafta-Awards ein.

Die britische Comedy-Kultserie mit Lumley und Jennifer Saunders in den Hauptrollen wurde von 1992 bis 1996 gezeigt und ab 2001 mehrfach neu aufgelegt. "Der Grund, warum sie so lange lief, ist, dass die Menschen gern lachen", sagte Lumley der "Radio Times". "Und diese beiden grauenhaften Frauen boten den größtmöglichen Spielraum für Komik." 2016 feierte der Kinofilm "Absolutely Fabulous: The Movie" seine Premiere.

Lumleys Lebenslauf ist vielseitig. Die Britin übernahm Rollen in Krimis und Literaturverfilmungen, war im Kino in Martin Scorseses "The Wolf of Wall Street" zu sehen, spielte am Theater und moderierte Kultur- und Reise-Reportagen. Auch Hörspiele nahm sie auf, darunter eine Adaption von "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" fürs Radio. Darin übernahm sie die Rolle des weiblichen Bösewichts Irma Bunt.

Gesellschaftliches Engagement

Lumley engagiert sich seit Jahren gesellschaftlich. Große Aufmerksamkeit erhielt ihr Einsatz für die Rechte von Gurkha-Veteranen, ehemaligen Soldaten aus Nepal, die in der britischen Armee gedient hatten. Ihr Vater hatte einst eine Einheit der Gurkhas geleitet. 2009 setzte sie sich öffentlich für deren Aufenthaltsrechte in Großbritannien ein – mit Erfolg.

Für ihr gesellschaftliches Engagement und ihre Verdienste um Kultur und Wohltätigkeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet. 2022 erhielt Lumley den Titel Commander of the Most Excellent Order of the British Empire und darf sich seitdem Dame Joanna Lumley nennen.

Privat ist sie seit 1986 mit dem Dirigenten Stephen Barlow verheiratet. Aus einer früheren Beziehung mit dem Drehbuchautor Jeremy Lloyd, mit dem sie ein Jahr verheiratet war, stammt ihr Sohn Jamie.

Britischer Humor und viel Make-up

Ihr Auftreten ist geprägt von britischem Humor und einem Hang zur Selbstironie. Und von markantem Make-up. "Ich bevorzuge kräftigeres Make-up", sagte sie dem Magazin "Stylist". "Die Leute sagen: "Du musst doch nicht so viel Make-up auftragen", worauf ich antworte: "Doch, muss ich – weil ich es liebe!""

Ein Besuch beim Schönheitschirurgen, wie es viele ihrer Kolleginnen machen, kommt für sie hingegen nicht infrage. "Man muss vermittelbar bleiben, und ich werde inzwischen engagiert, um Großmütter, Großtanten und bösartige alte reiche Leute zu spielen", sagte sie dem "Telegraph". "Wenn ich sensationell jung aussehen würde, könnte ich diese Rollen nicht spielen."

Auch an ihrem 80. Geburtstag wird sie vermutlich eine dieser Rollen spielen. "Ich werde arbeiten", sagte Lumley, die in London lebt. "Ich bin begeistert und gerührt, dass die Leute sich daran erinnern – und mehr daran denken als ich selbst."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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