TV: Nach Sexismus-Vorwürfen: Kritiker Scheck zitiert Literaten

Im Sommer steigt ein Literaturfestival in Potsdam - mit dem Fernsehkritiker Denis Scheck als Kurator. Bei der Vorstellung des Programms geht es auch um die Vorwürfe zu seinen Kritiken.

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Im Streit um Sexismusvorwürfe gegen ihn bemüht der Literaturkritiker Denis Scheck das Zitat eines Physikers und Literaten aus dem 18. Jahrhundert. "Georg Christoph Lichtenberg sagte, glaube ich mal, wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen und es klingt hohl, dann muss es nicht unbedingt am Buch liegen", sagte Scheck bei der Vorstellung des Programms für das Literaturfestival LIT:potsdam auf die Frage, inwiefern er nach den Vorwürfen Schaden am Festivalprojekt befürchtet. "Das trifft auch beim Zusammenstoß einer Literaturkritik und eines Kopfes in meinen Augen zu."

Scheck steht nach zwei kontroversen Buchbesprechungen im Fernsehen in der Kritik: Mit harschen Worten hatte er die neu erschienenen Werke der Autorinnen Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy kritisiert. Er sah "Wasserstandsmeldungen aus den Seichtgebieten eines trüben Bewusstseins" und "Nachrichten aus der Schnatterzone einer Damentoilette auf einer Hochzeit." Die Autorinnen wiederum reagierten und warfen ihm Sexismus und Verachtung von Frauen vor.

Literaturfestival steht hinter Kurator Scheck

Weiter wollte sich Scheck nicht einlassen. Auf dpa-Nachfrage hatte der 61-Jährige gesagt, seine Besprechungen gelten, "den Werken, nicht ihren Urhebern oder Lesern". Auch die ARD wehrte sich gegen die Kritik.

Von der LIT:potsdam hieß es: "Wir als Vorstand stehen 100-prozentig hinter Denis Scheck. Wir schätzen ihn, wir kennen ihn, wir wissen, was wir an ihm haben", so die Vorstandsvorsitzende Marianne Ludes. Bei allem Verständnis für die Kränkungen und die Diskussionen, die damit verbunden seien, glaube sie, dass die Debatte keinen Schaden für das Festival habe. Scheck übernimmt zum vierten Mal die künstlerische Leitung des Festivals, das vom 30. Juni bis 5. Juli in Potsdam läuft.

Auch die Autorenvereinigung PEN Berlin stellt sich hinter Scheck: Bücher lebten von dieser Form der öffentlichen Auseinandersetzung. "Wir brauchen Orte auch der scharfen Auseinandersetzung darüber, was gut und was schlecht ist. Und an dieser Debatte darf sich jeder beteiligen."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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