TV: ARD wehrt sich gegen Kritik an Literatursendung

Denis Scheck ist einer der bekanntesten deutschen Literaturkritiker. Nun muss er selbst Kritik einstecken - von drei prominenten Gegenspielerinnen.

Erstellt von - Uhr

Aktuelle Nachrichten rund ums Thema Fernsehen lesen Sie auf news.de (Symbolbild). (Foto) Suche
Aktuelle Nachrichten rund ums Thema Fernsehen lesen Sie auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / Aliaksei

Zuvor hatten zwei negative Buchbesprechungen des Literaturkritikers Denis Scheck, der die Sendung seit über 20 Jahren moderiert, eine Debatte um Sexismus ausgelöst. In der am 29. März ausgestrahlten Folge lässt der 61-Jährige kein gutes Haar an den neu erschienenen Werken der Autorinnen Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy. Passmanns Buch etwa beschreibt Scheck mit den Worten: "Wasserstandsmeldungen aus den Seichtgebieten eines trüben Bewusstseins". In dem Buch der Bestsellerautorin von Kürthy sieht der bekannte Fernsehkritiker vor allem "Nachrichten aus der Schnatterzone einer Damentoilette auf einer Hochzeit."

Passmann wirft Scheck Arroganz vor

Passmann äußerte sich auf Instagram zu dem Verriss ihres Buches in der Sendung und warf Scheck Sexismus vor. "Dieser Verriss hat mich sehr beschäftigt, weil der sehr böse war, aber vor allem sehr sexistisch." Die 32-Jährige sagte weiter, dass Scheck Bücher von Frauen, "die von weiblichen Lebensthemen" handelten, grundsätzlich mit Arroganz und Herablassung behandele.

Die Bestsellerautorin Elke Heidenreich stellt Schecks Besprechungsstil in einem aktuellen Beitrag für die "Zeit" ebenfalls infrage und kritisiert dabei auch die ARD: "Um Mitternacht vom Teleprompter abgelesene Bosheiten bewirken gar nichts. Im Guten nicht, im Schlechten nicht, dass die ARD so was seit Jahren finanziert, ist so sinn- wie stillos. Kulturauftrag sieht anders aus."

Von Kürthy spricht von Respektlosigkeit

Wenige Tage zuvor hatte sich bereits die Autorin Ildikó von Kürthy, ebenfalls in einem Beitrag für die "Zeit", zu Wort gemeldet und direkt auf den Verriss ihres Buches reagiert. "Viele meiner Leserinnen haben mir geraten, diese bemüht bösartige Kritik zu ignorieren. Aber, ganz ehrlich? Das habe ich lange genug getan. Und jetzt bin ich endlich alt genug, um so eine Respektlosigkeit, so eine Verachtung der lesenden und schreibenden Frauen nicht mehr kommentarlos hinzunehmen", schrieb die 58-Jährige.

Die von Scheck knapp vorgetragenen Besprechungen sind Teil der Rubrik "Top Ten". Diese ist ein fester Bestandteil der Sendung. Scheck bespricht dabei in wenigen Minuten die derzeit zehn meistverkauften Bücher der Spiegel-Bestsellerliste. Wenn er ein negatives Urteil über ein Buch fällt, wirft er es auf eine Rollenrutschbahn, die zu einer Müllkiste führt. So auch die beiden Bücher der Autorinnen Passmann und von Kürthy.

ARD und Scheck reagieren auf Kritik

Die ARD teilte weiter mit, dass das Geschlecht der Autorinnen und Autoren in der literarischen Beurteilung keine Rolle spiele. "Rückblickend stellt die Redaktion fest, dass der Moderator bei der Liste der behandelten Bücher mehr Autorinnen gelobt als kritisiert hat. Die ARD steht für Gleichberechtigung und eine vielfältige Darstellung von Perspektiven im Programm."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Weitere aktuelle News im Ressort "TV":

/roj/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.