Martin Schulz bei "Caren Miosga": "Intelorant, respektlos, würdelos" - Ex-SPD-Chef teilt gegen Trump aus

Der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz fand in der ARD-Talkshow "Caren Miosga" deutliche Worte für Donald Trump. Er kritisierte die Politik und das Verhalten des US-Präsidenten scharf. Schulz stellte außerdem klar, was Europa nun tun sollte.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Der ehemalige SPD-Vorsitzende Martin Schulz übte in der ARD-Talkshow "Caren Miosga" scharfe Kritik an US-Präsident Donald Trump. (Foto) Suche
Der ehemalige SPD-Vorsitzende Martin Schulz übte in der ARD-Talkshow "Caren Miosga" scharfe Kritik an US-Präsident Donald Trump. Bild: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
  • Klare Kritik an US-Präsident Donald Trump im ARD-Talk "Caren Miosga"
  • Ex-SPD-Chef Martin Schulz nennt ihn einen "intoleranten, respektlosen und würdelosen Mann"
  • EU solle sich kulturell von den USA abgrenzen und sich auf Dauer militärisch unabhängig machen

US-Präsident Donald Trump will die zu Dänemark gehörende Insel Grönland um jeden Preis. Um sein Ziel zu erreichen, schloss er auch den Griff zu militärischen Mitteln nicht aus. Europäischen Ländern, die sich gegen seine Pläne stellen, drohte er mit neuen Strafzöllen. Das Ende der Nato? Über diese Frage diskutierte Caren Miosga am Sonntagabend im ARD-Talk mit ihren Gästen. Martin Schulz, ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments, holte dabei zum verbalen Rundumschlag gegen Trump aus.

"Caren Miosga" am 18.01.2026: Martin Schulz attackiert Donald Trump

Der Ex-SPD-Kanzlerkandidat sprach mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen rund um Grönland von einer"Wende in der internationalen Politik, die man in dieser Form noch nie erlebt hat". Auf Miosgas Frage, ob es die bislang "größte Krise im transatlantischen Bündnis" sei, antwortete Schulz: "Ganz sicher". Er forderte eine klare Kante der Europäischen Union gegenüber Trump. Man solle dem Republikaner zeigen, dass man sich nicht provozieren lasse. "Die Sprache, die Trump versteht, ist seine eigene", so Schulz weiter. Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, pflichtete ihm in der Sendung bei: "Es ist sicherlich notwendig, der amerikanischen Seite in diesem Fall die Folterwerkzeuge - wenn man das so nennen möchte - zu zeigen." Trump sollte sehen, dass eine Annexion Grönlands nicht "ohne Kosten" für die USA wäre.

Ex-SPD-Chef fordert Abgrenzung von den USA wegen Trump

Martin Schulz ereiferte sich weiter über Trumps Politik: "Er will, dass Europa aus Vasallenstaaten besteht, die tun, was er sagt". Mit Blick auf Trumps Griff nach Grönland fügte er hinzu: "Wenn ich es nicht kaufen kann, erobere ich es militärisch. Heute gehört uns Venezuela, morgen die ganze Welt. Das ist nicht hinnehmbar." Von Amerikas Partnern erwartet Schulz eine "Gleichzeitigkeit": Wir müssen mit diesem Mann klarkommen, denn er ist ja da und er ist der mächtigste Mann der Welt. Wir müssen uns aber parallel militärisch, wirtschaftlich, energiepolitisch und vor allem auch kulturell von den USA abgrenzen. Die Kultur, die uns Trump aufzwingen will, ist eine Kultur: Ich kann machen, was ich will."

Empörung über Trumps Beleidigungen im ARD-Talk

Schulz verwies außerdem auf Trumps Beleidigungen gegen Journalistinnen vor laufenden Kameras: "Stellen Sie sich mal vor, Sie würden in das Bundeskanzleramt gehen, da sitzt der Bundeskanzler hinter seinem Schreibtisch und Sie stellen dem Bundeskanzler eine Frage, die ihm nicht passt. Und er würde sagen, Sie sind die dümmste Journalistin, die hier je reingekommen ist ... Ich glaube, dass der Bundeskanzler am gleichen Tag zurücktreten müsste - berechtigterweise."

Martin Schulz nennt Donald Trump einen "intoleranten, respektlosen und würdelosen Mann"

Für den Ex-SPD-Chef steht deshalb fest: "Kulturell müssen wir uns in unserer zivilisierten Gesellschaft, die auf Respekt, Toleranz und Würde aufgebaut ist, diesem intoleranten, respektlosen und würdelosen Mann abgrenzen. Auch das ist eine Vorgehensweise, die zwingend erforderlich ist. Ich möchte nicht in einer Demokratie leben, die so endet."

Deutliche Kritik auch an US-Vizepräsident J.D. Vance

Laut Schulz müsse man zudem "alles tun", um sich von den USA "militärisch unabhängig zu machen." Er fügte jedoch einschränkend hinzu: "Das wird Jahre dauern." Mit Sorge blickt der aktuelle Vorsitzende der Friedrich-Ebert-Stiftung zudem in die Zukunft: "Möge der amerikanische Wähler verhindern, dass nach Trump noch so einer kommt - dieser Vance (amtierender US-Vizepräsident, Anmerkung der Redaktion) oder wie der heißt." Caren Miosga wollte von Schulz schließlich noch wissen: "Wie deutlich darf man jemanden gegenüber seine Meinung sagen, von dem man derartig abhängt?" Der Ex-Kanzlerkandidat antwortete: "Man muss die Aufgaben teilen. Ich will mal sagen, dass der Bundeskanzler nicht das sagen kann, was ich hier sage. Dafür habe ich Verständnis. Aber dass ich ihn (Vance) für eine zwielichtige Person halte, das darf ich hier sagen.

Die komplette Folge "Caren Miosga" vom 18. Januar 2026 finden Sie auf dem YouTube-Kanal der "Tagesschau".

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