17.04.2017, 14.31 Uhr

"Tatort: Sturm" als ARD-Wiederholung: Entführungsdrama in Dortmund! Der letzte Fall für Kommissar Kossik

Zwei Polizisten sterben, ein Mann droht sich in die Luft zu sprengen und eine völlig unübersichtliche Situation: Im neuen Dortmunder "Tatort: Sturm" muss das Team unter Hochdruck arbeiten. Ob der Krimi sehenswert ist, erfahren Sie hier.

Jörg Hartmann als Kommissar Peter Faber im neuen "Tatort". Bild: WDR/Frank Dicks

Tote, Verletzte und eine explodierende Autobombe: Am Neujahrstag wollte die ARD den Zuschauern den schockierenden Dortmund-Tatort "Sturm" nicht antun. Zu nah war das Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt vom 19. Dezember am Sendetermin gelegen. Am Ostermontag (20.15 Uhr) sendet das Erste nun den Krimi um gewalttätige Islamisten.

Das Erste hält dagegen nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund am Dienstagabend an der Ausstrahlung fest. "Es bleibt bei dem Sendetermin am Ostermontag", sagte der Fernsehspielchef des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Gebhard Henke. "Der 'Tatort' kann aufgrund seiner zeitaktuellen inhaltlichen Ausrichtung der Realität nicht ständig ausweichen."

"Tatort - Sturm" wegen Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt verschoben

"Mit der Verschiebung um nunmehr dreieinhalb Monate auf den 17. April wollte Das Erste vor allem Rücksicht auf die Opfer, ihre Angehörigen, Betroffenen und das Empfinden der Zuschauer nehmen", sagt ARD-Sprecher Lars Jacob im Rückblick. Die Szenen am Ende der Folge hätten Erinnerungen an den Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz wecken können. 2015 hatte die ARD wegen der Terroranschläge in Paris bereits einen Til-Schweiger-"Tatort" verschoben.

Die ARD traut nach dem zeitlichen Abstand zu Berlin den Zuschauern inzwischen nicht nur die schreckliche Szene am Ende des Films zu. Eine Autobombe verwandelt den Einsatzort in eine Art blutige Kriegslandschaft. Verletzte taumeln unter Schock orientierungslos umher. Der ganze Dortmund-"Tatort" ist von Gewalt beherrscht und nichts für schwache Nerven. Der Zuschauer muss selbst entscheiden, ob er einen Krimi von solch harter Sorte sehen will.

"Tatort" aus Dortmund verpasst? "Sturm" als Wiederholung online in der ARD-Mediathek

Sie haben den neuen "Tatort" am Montag verpasst oder möchten "Sturm" noch einmal in aller Ruhe anschauen? Kein Problem. In der ARD-Mediathek finden Sie den Krimi als kostenloses Video on Demand, das Sie sich jederzeit anschauen können. Im Fernsehen können Sie eine Wiederholung zu folgenden Sendeterminen sehen:

  • Montag, 17.4.2017 um 21.45 Uhr bei One
  • Dienstag, 18.4.2017 um 1.55 Uhr bei ARD
  • Dienstag, 18.4.2017 um 0.00 Uhr bei One

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TV-Vorschau "Tatort - Sturm" am 17.4.2017 in der ARD

"Sturm" taucht ins Milieu der Geldbeschaffung für den Dschihad ein. Zumindest sieht es anfänglich danach aus.

Mitten in der Nacht werden in der Innenstadt zwei Streifenpolizisten gezielt durch die Windschutzscheibe erschossen. Unweit der kaltblütigen Morde entdeckt Hauptkommissar Faber (Jörg Hartmann) Licht in einer Bank - und einen Mann am Computer. Aufmachen will er nicht.

Faber schlägt die Scheibe ein. Der Mann ist Konvertit, trägt einen Sprengstoffgürtel und lenkt gerade Millionen auf Konten in arabische Länder um. Mohammed Hövermann zeigt Faber den Zünder. Der kreuzbrav aussehende Mann ist seit Jahren einer der führenden Angestellten der Bank und mit einer Syrerin verheiratet.

Fabers Kollegen finden heraus, dass der Banker unter Zwang handelt. Junge Islamisten haben seine schwangere Frau und seine Tochter in ihrer Gewalt. Ein LKA-Computerexperte stoppt die Überweisungen und fliegt damit auf. Hövermann droht die Nerven zu verlieren.

Fabers Kollege Kossik (Stefan Konarske) startet einen Alleingang, um die Tochter aus den Händen der Entführer zu befreien. Auf einem stillgelegten Campingplatz kommt es zum Showdown zwischen Kossik und den Entführern. Der Oberkommissar, der das Dortmunder Team verlässt, findet einen krimiwürdigen Abgang. Der 37-Jährige hat privat seinen Lebensmittelpunkt nach Paris verlegt und kann nicht mehr mitmischen. Damit findet auch der Film-Dauerzwist zwischen ihm und psychotischen Faber ein Ende.

"Tatort" aus Dortmund in der TV-Kritik: Lohnt sich das Einschalten?

Der zehnte Fall des Dortmunder Teams aus der Feder von Martin Eigler und Sönke Lars Neuwöhner ist in vielerlei Hinsicht ein besonderer. Die privaten Konflikte der Kommissare, die sonst so oft im Fokus standen, kommen hier kaum zum Vorschein. Das Quartett wird auseinandergerissen und jeder muss für sich selbst ermitteln. Die Ermittler befinden sich in einer völlig unübersichtlichen Situation, die sie an ihre Grenzen bringt. Ein aufwühlendes Gefühl, dass sich von Beginn an auf den Zuschauer überträgt.

Regisseur Richard Huber hat "Sturm" mit starken Bildern umgesetzt. Er schafft es, die Unübersichtlichkeit des Falls und die Ausnahmesituation so zu inszenieren, dass es authentisch wirkt. Durch das Erzählen in Echtzeit hat das Publikum zudem keinerlei Wissensvorsprünge - einer der Gründe, wieso es am Ende völlig überrascht wird.

Mit "Sturm" ist den Machern ein wirklich spannender "Tatort" gelungen, der stellenweise mehr an einen Thriller erinnert. Obwohl hier der Fall und nicht die persönlichen Querelen im Vordergrund stehen, verliert der Krimi seinen typischen Charme nicht. Er zeigt eine neue, interessante Seite des Dortmunder Teams. Der Film ist in jedem Fall sehenswert - und für alle Kossik-Fans ist sein letzter Fall ohnehin ein Muss.

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