Spionage stoppen: Wie TikTok Ihre Daten sammeln kann - selbst ohne App
TikTok schaut Internetnutzern ganz genau auf die Finger - auch, wenn sie die App gar nicht installiert haben. Mithilfe unsichtbarer Tracking-Tools sammelt der Konzern allerhand Daten. Wie Sie sich schützen können.
Von news.de-Redakteur Felix Schneider - Uhr
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- Internetnutzer werden von TikTok getracked - auch ohne App
- Dabei werden sensible Informationen aus der Suchhistorie geleaked
- Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Daten vor TikTok schützen können
Mehr Informationen zum Thema Datenschutz finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Für die einen ist TikTok eine harmlose Unterhaltungsplattform, für die anderen schlichtweg Zeitverschwendung. Doch was die wenigsten wissen: Das Unternehmen sammelt Daten nicht nur von aktiven Nutzern, sondern auch von Menschen, die die App nie installiert haben. Wie das möglich ist und wie Sie sich davor schützen können, verraten wir Ihnen hier.
Wie funktioniert das Tracking bei Menschen ohne TikTok-Konto?
Auch, wer kein Konto auf TikTok angelegt hat, könnte in das Daten-Visier des Unternehmens geraten - Schuld daran ist das sogenannte "Tracking-Pixel". Dieses wird von vielen Webseiten eingebaut, um Informationen über Besucher zu sammeln. Die Daten können daraufhin auch an Apps wie TikTok weitergeleitet werden, etwa für Werbezwecke. In der Werbebranche sind diese Tracking-Pixel weit verbreitet, auch andere soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram setzen ähnliche Tricks ein.
Vorsicht: Diese privaten Infos über Sie sind TikTok bekannt
Allerdings geht es dabei nicht bloß um Daten, die auf Klamotten-Shopping oder ähnliches verweisen, sondern laut Angaben der britischen Rundfunkanstalt "BBC" auch um hochsensible und private Informationen. So werden auch Besuche auf Gesundheitswebseiten - beispielsweise zu Themen wie Krebs, Fruchtbarkeit oder psychischer Gesundheit - als Daten an das Unternehmen gesendet. Und das, ohne dass die Nutzer jemals bewusst ihre Zustimmung zum Tracking geben. Experten sehen die Methode als extrem invasiv an, da so detaillierte Datenprofile über einzelne Nutzer erstellt werden können.
Wie sehr dieses Tracking die Privatsphäre verletzt, wird klar, wenn man sich ein Beispiel dazu anschaut. So schreibt Thomas Germain vom BBC: "Letzte Woche habe ich zum Beispiel die Website einer Krebs-Selbsthilfegruppe besucht. Laut Disconnect hat die Website, als ich auf einem Formular auf einen Button geklickt habe, der angibt, dass ich Krebspatient oder Überlebender bin, meine E-Mail-Adresse zusammen mit diesen Angaben an TikTok weitergeleitet."
Wie können Sie Ihre Daten besser schützen?
Wer nicht möchte, dass Unternehmen wie TikTok sensible Informationen wie diese erhalten, sollte daher möglichst Privatsphäre-orientierte Browser - etwa DuckDuckGo oder Brave - nutzen, die Tracker automatisch blockieren. Etwa 71 Prozent aller Internetnutzer verwenden noch immer Google Chrome - obwohl das Unternehmen laut Studien mehr Informationen durchsickern lässt als andere Browseranbieter. Ebenfalls hilfreich, auch für diejenigen, die einen vollständigen Browserwechsel scheuen, sind Browserextensions, die Pixel-Tracking blockieren. Vorsicht: Installieren Sie nur Software von bekannten Anbietern und aus offiziellen Quellen.
Das löst zwar nicht sämtliche Datenschutz-Probleme, hilft aber bereits, die Privatsphäre weitgehend zu schützen. Unser Tipp: Nutzen Sie nicht überall die gleichen persönlichen Informationen und verwenden Sie beispielsweise verschiedene E-Mails für verschiedene Seiten. Dadurch wird es für die Datensammler schwerer, ein komplettes Profil zu erstellen.
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sfx/bua/news.de
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