Von news.de-Volontär Thomas Jacob - Uhr

Das Darknet: Darknet und Co.: Vor- und Nachteile von Tor-Netzwerken

Im Darknet findet man fast alles (Symbolbild). Bild: Silas Stein/dpa

Die Möglichkeiten des verschlüsselten Tor-Netzwerkes sind Fluch und Segen zugleich. Während es einerseits quasi abhörsicheres Surfen ermöglicht, bietet es ein enormes Missbrauchspotential.

Anonyme Kommunikation via Tor-Netzwerk

Gerade in der heutigen Zeit ist es selbst für den Normalbürger von Vorteil, im Internet zu surfen, ohne Spuren zu hinterlassen, da die Überwachung durch den Staat und die Geheimdienste weiter voranschreitet. Besonders wichtig ist diese Möglichkeit jedoch für politisch Verfolgte. So nutzte beispielsweise der Whistleblower Edward Snowden Tor für seine Enthüllungen über die Schnüffelwut amerikanischer Geheimdienste. Besonders in autoritären Staaten, in denen Zensur an der Tagesordnung ist, bietet das Darknet oft die einzige Möglichkeit, um einigermaßen frei zu kommunizieren und sich auszutauschen. Doch nicht nur Informationen werden im Darknet geteilt.

Hidden Services: Schwarzmarkt für Drogen, Waffen und Co.

Berühmtheit erlangte das Darknet jedoch vor allem als Umschlagplatz für Illegalitäten aller Art. Anonyme Schwarzmärkte wie "Silk Road", "East India Company" und "AlphaBay" ermöglichen den Handel mit allem, was das Verbrecherherz begehrt. Ganz gleich ob Kinderpornografie, Drogen, Falschgeld oder Waffen – wer lange genug sucht, wird definitiv fündig. Bezahlt wird mit Bitcoins, einer Krypto-Währung, die keinen Rückschluss auf die Zahlungspartner zulässt. Allerdings ist der Zutritt zu derartigen Märkten alles andere als leicht.

Anonymität im Netz: Probleme bei der Strafverfolgung

Durch die starke Verschlüsselung und die Umleitung über verschiedene Proxy-Server ist es für Außenstehende nur sehr schwer, die Teilnehmer und den Inhalt einer Kommunikation via Tor-Netzwerk herauszufinden. Oft wissen die Nutzer sogar selbst nicht, mit wem sie kommunizieren. Das macht es besonders schwierig, Verbrechen im Darknet zu ahnden, da hierfür ein hoher technischer Aufwand betrieben werden muss. Zudem werden Geschäfte meist auf Vertrauensbasis abgewickelt. Daher sind Ermittlungen damit auch personell sehr aufwendig.

Kampf gegen das Darknet dauert an

Die Festnahme des mutmaßlichen Waffenverkäufers, der dem Amokläufer von München die Tatwaffe verkauft haben soll, sorgte im Darknet zumindest kurzfristig für Verunsicherung. Wie der "Spiegel" berichtet, sollen einige Händler versucht haben, ihre Spuren zu verwischen. Trotz Erfolgen, wie die Stilllegung des damals größten Darknet-Schwarzmarktes "Silk Road", scheint es zumindest kurzfristig unwahrscheinlich, dass der Handel mit verbotenen Gütern effektiv beseitigt werden kann.

Erfahren Sie mehr: Verstörend – So gefährlich ist das World Wide Web.

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jat/sam/news.de

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