Champions League: Gentleman trifft Trainer-Vulkan: Hoeneß fordert Simeone

Zwischen dem VfB und Atlético Madrid kommt es auch zu einem spannenden Duell an der Seitenlinie. Wie viel "Drecksack"-Mentalität steckt in den Stuttgartern? Und was hat der FC Porto damit zu tun?

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Aktuelle News über den VfB Stuttgart lesen Sie auf news.de. Bild: picture alliance/dpa | Harry Langer

Als Diego Simeone im Januar 2012 als Coach bei Atlético Madrid debütierte, trainierte Sebastian Hoeneß gerade die A-Junioren des Berliner Fußballvereins Hertha 03 Zehlendorf. Am Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video) messen sich Hoeneß und der VfB Stuttgart nun auf der ganz großen Bühne mit Simeone und dessen Madrilenen. Die Partie gegen den spanischen Spitzenclub wird für die Schwaben die größte Herausforderung der bisherigen Champions-League-Saison. Ein echter Härte- und Reifetest. Auch für Hoeneß.

Dritter Sieg im dritten Spiel für Stuttgart?

"Das wird sicher großartig für uns alle, für den VfB, für die Region", sagte der 44-Jährige vor dem Duell mit dem Tabellenzweiten der spanischen Liga. Nach den Siegen gegen Viking Stavanger (3:1) und Slovan Bratislava (3:0) in den ersten Spielen der Ligaphase wäre ein Erfolg über Atlético ein gewaltiger Meilenstein auf dem angestrebten Weg Richtung K.o.-Runde. Einen Gegner von diesem Kaliber haben die Stuttgarter unter Hoeneß in der Königsklasse bislang erst einmal geschlagen: Im Oktober 2024 gewannen sie 1:0 bei Juventus Turin.

"Da wird auf jeden Fall viel Athletik, Zweikampfverhalten und Körperlichkeit auf uns zukommen", sagte VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. Atlético trete "sehr männlich" auf. Was heißen soll: aggressiv und abgezockt. Das kennt man von den Madrilenen schon seit Jahren. Wer gegen die Rojiblancos (zu Deutsch: die Rot-Weißen) antritt, sollte gleichermaßen einstecken wie austeilen können - und sich von möglichen Provokationen nicht aus dem Konzept bringen lassen.

Simeone: Zwischen Genie und Wahnsinn

VfB gegen Atlético. Es ist auch ein spannendes Duell an der Seitenlinie. Hier Hoeneß, der Gentleman. Dort Simeone, dieser Trainer-Vulkan. Seit fast 15 Jahren betreut der frühere argentinische Nationalspieler die Madrilenen, für die er einst auch selbst auf dem Rasen stand, nun schon. Zu zwei Meistertiteln hat er die Spanier in dieser Zeit geführt - und zweimal ins Finale der Champions League, in dem man jeweils gegen Stadtrivale Real den Kürzeren zog.

In dieser Saison steigt das Endspiel der Königsklasse im Estadio Metropolitano, der Heimat der Rojiblancos. Nichts treibt Simeone und seine Mannschaft mehr an, als sich ausgerechnet dort den jahrelangen Traum vom Titel zu erfüllen.

Kaum ein Trainer im europäischen Spitzenfußball verkörpert den schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn so wie der 56-jährige Simeone. Immer wieder spielt er mit taktischer Raffinesse auch die schier übermächtigen spanischen Rivalen Real Madrid und FC Barcelona aus. Immer wieder sorgt er mit seiner temperamentvollen Art aber auch für Diskussionen. Schiedsrichter, Gegner oder eigene Mannschaft: Auch in Stuttgart - davon kann man ausgehen - wird Simeone alle auf Trab halten und in der Coaching Zone seine Meter machen.

Hoeneß' bemerkenswerter Aufstieg mit dem VfB

Und Hoeneß? Die Anfänge seiner Trainer-Karriere im Berliner Nachwuchs liegen lange zurück. Der VfB-Coach hat eine bemerkenswerte Entwicklung genommen seit der Bundesliga-Premiere bei der TSG 1899 Hoffenheim im Sommer 2020. Die Stuttgarter hat er seit seinem Amtsantritt vor dreieinhalb Jahren vom Fast-Absteiger zu einem Top-Team geformt, 2025 sogar zum Pokalsieger gemacht. Seine smarte Art spiegelt sich häufig auch im Spielstil seiner Mannschaft wider.

Gegen das defensivstarke Atlético dürfte es nun verstärkt darauf ankommen, Attraktivität mit Aggressivität zu kombinieren. Diese gewisse "Drecksack"-Mentalität habe ihnen gefehlt, sagte Stürmer Ermedin Demirovic als die Stuttgarter im Achtelfinale der Europa League im vergangenen Frühjahr am FC Porto scheiterten. Gut sechs Monate später könnte es um "Männlichkeit in einer noch schärferen Form" gehen als gegen die Portugiesen, meinte Sportchef Wohlgemuth. Ein echter Härte- und Reifetest eben. Auch für Hoeneß.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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