Lothar Matthäus: Matthäus widerspricht Schweini - knallharte Ansage an die DFB-Stars

Nach der 0:1-Pleite gegen Griechenland erklärt Bastian Schweinsteiger die DFB-Elf zum Mittelmaß - doch Lothar Matthäus kontert scharf und sieht das wahre Problem nicht im Talent, sondern im Kopf.

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Lothar Matthäus widerspricht Bastian Schweinsteiger im Bezug auf die DFB-Elf. (Foto) Suche
Lothar Matthäus widerspricht Bastian Schweinsteiger im Bezug auf die DFB-Elf. Bild: picture alliance/dpa | Christian Charisius
  • Schweinsteiger bekommt Widerspruch von Matthäus
  • Von Arsenal bis Inter: Matthäus' Talentparade
  • Matthäus und Schweinsteiger setzen auf Klopp

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft steckt in einer hitzigen Selbstfindungsdebatte. Auslöser ist die 0:1-Niederlage gegen Griechenland in Augsburg, die den viermaligen Weltmeister einmal mehr in Erklärungsnot bringt.

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Schweinsteiger bekommt Widerspruch von Matthäus

Bastian Schweinsteiger fand als ARD-Experte nach dem Spiel deutliche Worte: "Wir sind keine Topmannschaft mehr. Wir sind im Mittelmaß angekommen. Wir haben nicht diese Spieler mehr, die den Unterschied ausmachen." Eine Diagnose, die gesessen hatte. Doch nicht alle teilen Schweinsteigers Einschätzung. Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat dem ehemaligen Mitspieler nun entschieden widersprochen - und das Problem ganz woanders verortet.

Lothar Matthäus widerspricht Schweini - knallharte DFB-Analyse

Matthäus stellte gegenüber der "Bild" unmissverständlich klar: "Unsere Nationalmannschaft ist kein Mittelmaß!" Der 65-jährige Weltmeister von 1990 verwies darauf, dass genügend deutsche Profis bei europäischen Spitzenklubs wie dem FC Bayern, Barcelona oder Arsenal regelmäßig ihre Klasse nachweisen würden.

Das eigentliche Defizit sieht der Rekord-Nationalspieler auf einer ganz anderen Ebene. Die DFB-Auswahl habe "kein Qualitäts-, sondern ein Mentalitätsproblem!", betonte Matthäus. Die Spieler müssten endlich wieder den unbedingten Siegeswillen an den Tag legen, der Deutschland in früheren Jahrzehnten bei jedem Gegner gefürchtet gemacht habe. "Deutschland kann und muss wieder schwer zu schlagen sein, wie es in der Vergangenheit der Fall war und wofür wir gefürchtet wurden."

Von Arsenal bis Inter: Matthäus' Talentparade

Um seine These zu untermauern, führte Matthäus eine ganze Reihe konkreter Namen ins Feld. "Ein Kai Havertz spielt nicht umsonst im Sturm beim englischen Meister und Champions-League-Finalisten Arsenal London", argumentierte er. Auch Karim Adeyemi, der sich beim FC Barcelona derzeit in Bestform präsentiere, diene als Beleg für vorhandene Klasse im deutschen Kader.

Das Offensiv-Duo Jamal Musiala und Florian Wirtz bringe es zusammen auf einen Marktwert jenseits der 200-Millionen-Euro-Marke. Joshua Kimmich bezeichnete Matthäus als "echten Leader" im Zentrum. Hinzu komme mit Nico Schlotterbeck und Jonathan Tah ein starkes Innenverteidiger-Gespann. Besonders hervor hob er zudem Yann Aurel Bisseck von Inter Mailand, über den sein ehemaliger Kollege Giuseppe Bergomi geschwärmt habe: "Wenn mir das so ein Experte sagt, dann glaube ich ihm das."

Matthäus und Schweinsteiger setzen auf Klopp

Bei aller Uneinigkeit über die Ursachenanalyse gibt es einen Punkt, in dem sich der 42-jährige Schweinsteiger und Matthäus einig sind: Jürgen Klopp ist der richtige Mann an der Seitenlinie, um die Nationalmannschaft wieder auf Kurs zu bringen. Matthäus traut dem neuen Bundestrainer zu, genau jene kämpferische Haltung zu vermitteln, die er als Kernproblem identifiziert hat.

Klopp bringe die geforderte Mentalität nicht nur mit, sondern lebe sie auch vor, so der Rekord-Nationalspieler. "Wenn es einer kann, sie auf diese Mannschaft zu übertragen, dann er." Ob der ehemalige Liverpool-Coach tatsächlich aus talentierten Einzelkönnern wieder eine gefürchtete Turniermannschaft formen kann, dürfte die entscheidende Frage der kommenden Monate sein.

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