NFL-Beben vor dem Saisonstart: Unser Modell kürt einen neuen Super Bowl-Favoriten – und lässt mehrere Giganten abstürzen
Die Chiefs nur mit Mühe in den Playoffs. Die Chargers trotz Top-Kader draußen. Miami vor einer Horror-Saison. Und über allem stehen plötzlich die Los Angeles Rams. Eine Simulation von 50.000 möglichen NFL-Saisons zeichnet unmittelbar vor dem Start ein Szenario, das die Kräfteverhältnisse der Liga gewaltig durcheinanderwirbeln könnte.
Von news.de-Redakteur Lucas Meyer - Uhr
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Wenn diese Prognose auch nur annähernd richtig liegt, steht die NFL vor einer Saison voller Überraschungen.
Denn der größte Favorit auf Super Bowl LXI heißt in unserem Modell nicht Kansas City. Nicht Buffalo. Nicht Philadelphia. Und auch nicht der amtierende Champion aus Seattle.
Es sind die Los Angeles Rams. Und zwar mit Abstand.
Unsere Simulation kommt für Los Angeles auf 12,3 Siege, eine Playoff-Wahrscheinlichkeit von 92,5 Prozent und eine modellierte Super-Bowl-Chance von 18,1 Prozent. In einer Liga mit 32 Teams ist das ein außergewöhnlich hoher Wert.
Das Bemerkenswerte daran: Es handelt sich keineswegs nur um einen mathematischen Ausreißer.
ESPN führt die Rams in seinem Football Power Index auf Platz eins der NFL. Auch Mike Clays umfangreiche 2026-Projektion sieht Los Angeles mit 13,3 Siegen als bestes Team der Ligaund bewertet den Gesamtkader ebenfalls auf Rang eins.
Und dann kam auch noch Aaron Donald.
Die Rams bauen ein Monster
Als wäre der Kader nicht schon stark genug gewesen, kehrte der dreimalige Defensive Player of the Year Ende August aus dem Ruhestand zurück. Schon zuvor hatte Los Angeles unter anderem Superstar-Pass-Rusher Myles Garrettverpflichtet und die Secondary prominent verstärkt. ESPN bezeichnete Garretts Wechsel als einen der Blockbuster-Trades des Sommers.
2x Defensive Player of the Year, Myles Garrett. #NFLHonors@Flash_Garrett | @TCL_USA pic.twitter.com/aSqfVYdoAL
— NFL (@NFL) February 6, 2026
Die Reaktion auf Donalds Comeback war brutal: Laut Reuters schoss das Interesse am Rams-Super-Bowl-Tipp unmittelbar nach der Nachricht nach oben. Bei BetMGM wurden die Rams zuletzt als +500-Favorit auf den Titel geführt; nach der Rückkehr Donalds entfielen dort zeitweise 22 Prozent aller neuen Super-Bowl-Wetten und 30 Prozent des eingesetzten Geldes auf Los Angeles.
Das bedeutet nicht, dass der Titel bereits vergeben wäre. Im Gegenteil: Selbst unsere aggressive Prognose gibt den Rams in mehr als vier von fünf Simulationen nicht den Super Bowl.
Aber für NFL-Verhältnisse ist die Ausgangslage außergewöhnlich.
Und sie wird noch beeindruckender, wenn man zurückblickt: Seattle führte die Liga 2025 mit 41,2 Prozent Total DVOA an, doch die Rams lagen mit 37,7 Prozent direkt dahinter. Los Angeles startet also nicht als bloßes Offseason-Hype-Team, sondern kommt bereits aus einer Saison mit Elite-Effizienz.
Die einzige schlechte Nachricht: Der Spielplan ist brutal. Mike Clay bewertet ihn als den drittschwersten der gesamten NFL.
Who has the HARDEST and EASIEST schedules NEXT season?
— NFL on CBS ???? (@NFLonCBS) January 5, 2026
We're glad you asked. pic.twitter.com/vZQQAQtwX7
Doch selbst das reicht unserem Modell nicht, um die Rams von Platz eins zu verdrängen.
Die nächste Bombe: Kansas City nur noch Wildcard
Fast genauso sensationell ist das, was am anderen Ende der Spitzengruppe passiert.
Die Kansas City Chiefs landen in unserer Prognose nur bei 9,9 Siegen und auf dem siebten AFC-Seed.
Patrick Mahomes in der Wildcard Round statt mit First-Round-Bye?
Noch vor wenigen Jahren h
ätte das absurd geklungen.Surprised he didn't want the bag.
— Joe (@JoeA_NFL) March 9, 2026
Am awkward fit because Walker isn't much of a receiver, but he's so damn special that it doesn't matter. The Chiefs are once again loaded. https://t.co/05S1SqcUhT
Dabei erklärt die Platzierung ausdrücklich keinen Absturz von Mahomes. ESPN zählt Kansas City weiterhin zur oberen Hälfte der Liga; unser Modell gibt den Chiefs trotz des niedrigeren Regular-Season-Forecasts sogar eine höhere Titelchance als mehreren Teams, die vor ihnen landen.
Der Grund ist die AFC West.
Denver, Kansas City und die Chargers liegen in der Prognose extrem eng zusammen. Ein oder zwei Spiele können die komplette Reihenfolge verändern.
Und genau hier produziert das Modell seine vielleicht bitterste Prognose überhaupt.
Die Los Angeles Chargers kommen auf 9,5 erwartete Siege und rund 62 Prozent Playoff-Wahrscheinlichkeit – landen in unserer konkreten Abschlusstabelle trotzdem nur auf AFC-Rang acht.
Ein potenzielles Top-10-Team, das zuschauen muss.
Baltimore übernimmt die AFC
Während Kansas City kämpfen muss, steigt im Osten ein neuer Favorit auf.
Die Baltimore Ravens holen laut Simulation den No.-1-Seed der AFC.
11,1 erwartete Siege, fast 85 Prozent Playoff-Wahrscheinlichkeit und die höchste AFC-Titelchance unseres Modells: Baltimore erscheint als der gefährlichste Gegenpol zu den Rams.
Das Interessante daran ist die Ausgangslage. Die Ravens kommen nicht aus einer dominanten Regular Season. FTN führte Baltimore für 2025 lediglich bei 7,3 Prozent Total DVOA. Doch die Vorwärtsprojektionen sind erheblich optimistischer: ESPN listet die Ravens aktuell unter den stärksten Teams der Liga, und Mike Clays Modell projiziert 11,5 Siege sowie den No.-1-Seed der AFC.
Dazu kommt ein günstigerer Spielplan als bei vielen direkten Konkurrenten.
Das Modell sieht deshalb nicht Buffalo, nicht Denver und nicht Mahomes ganz oben.
Sondern Lamar Jacksons Ravens.
Detroit könnte die NFC sprengen
Der vielleicht unterschätzteste Gewinner der Simulation sitzt in Detroit.
11,1 Siege. NFC-Rang zwei. Divisionstitel.
Die Lions profitieren von einer bemerkenswert günstigen Konstellation. Mike Clays Projektion gibt Detroit mit 12,0 Siegen sogar den zweithöchsten Wert der NFC, während der Spielplan als der leichteste der gesamten Liga bewertet wird.
Dazu kommt eine starke statistische Basis: Detroit belegte 2025 mit 21,4 Prozent Total DVOA Rang drei.
Das könnte bedeuten: Während sich Rams, Seahawks und 49ers in der NFC West gegenseitig zerlegen, marschiert Detroit durch einen erheblich freundlicheren Spielplan Richtung Bye Week.
Der Titelverteidiger wird vom eigenen Rivalen überholt
Für Seattle dürfte sich die Prognose beinahe respektlos anhören.
Der amtierende Champion hatte 2025 das beste Total DVOA der NFL. Die Seahawks-Defense war statistisch überragend. Unser Modell gibt Seattle immer noch 10,9 Siege und fast 78 Prozent Playoff-Chance.
Und trotzdem reicht es nicht einmal zum Divisionstitel.
Der Grund heißt: Los Angeles Rams.
Damit könnte die NFC West zur Hölle der NFL werden: Rams auf Rang eins, Seattle als gefährlicher Wildcard-Contender und San Francisco mit 9,8 erwarteten Siegen ebenfalls in den Playoffs.
Drei potenzielle Schwergewichte in einer Division.
Cincinnati steht vor dem Comeback
Eine weitere große Überraschung könnte in Cincinnati entstehen.
Die Bengals kommen aus einer Saison, in der ihre Effizienzwerte alles andere als überzeugend waren. FTN führte Cincinnati 2025 bei minus 8,6 Prozent DVOA.
Unser Modell erwartet trotzdem einen Sprung auf 10,0 Siege und den fünften AFC-Seed.
Warum?
Weil Cincinnati gleichzeitig mehrere positive Signale besitzt: einen günstigen Spielplan, einen Elite-Quarterback und einen massiv umgebauten Kader. In einer Liga, in der wenige zusätzliche Siege bereits zwischen Top-10-Draftpick und Playoffs entscheiden können, ist das eines der größten Regression-Szenarien unserer Prognose.
Miami droht dagegen der Absturz
Am brutalsten trifft die Simulation die Miami Dolphins.
3,9 Siege. AFC-Rang 16. Playoff-Chance unter einem Prozent.
Das ist keine Prognose für eine enttäuschende Saison.
Das wäre ein kompletter Kollaps.
ESPN führt Miami in seinem aktuellen FPI tatsächlich am Ende der Liga.
Noch extremer ist Mike Clays Projektion: Dort stehen die Dolphins bei lediglich 2,4 Siegen, dem schlechtesten Record der gesamten NFL.
Wenn diese Modelle auch nur grob richtig liegen, könnte Miami bereits früh in der Saison stärker über den kommenden Draft sprechen als über die Playoffs.
Arizona befindet sich mit prognostizierten 4,5 Siegen in einer ähnlich düsteren Lage.
Unsere komplette Playoff-Prognose
In der AFC holen Baltimore, Buffalo, Denver und Houston die Divisionstitel. Dahinter ziehen Cincinnati, New England und Kansas City über die Wildcards ein.
**AFC Seeds:**
**1. Baltimore Ravens** – 11,1 Siege
**2. Buffalo Bills** – 10,2
**3. Denver Broncos** – 10,2
**4. Houston Texans** – 9,5
**5. Cincinnati Bengals** – 10,0
**6. New England Patriots** – 9,9
**7. Kansas City Chiefs** – 9,9
Die Chargers verpassen mit 9,5 Siegen hauchdünn die Playoffs.
In der NFC steht Los Angeles deutlich an der Spitze.
**NFC Seeds:**
**1. Los Angeles Rams** – 12,3 Siege
**2. Detroit Lions** – 11,1
**3. Philadelphia Eagles** – 10,5
**4. Tampa Bay Buccaneers** – 8,7
**5. Seattle Seahawks** – 10,9
**6. San Francisco 49ers** – 9,8
**7. Dallas Cowboys** – 9,6
Green Bay wäre mit 9,5 Siegen der prominenteste NFC-Verlierer.
Und am Ende? Ein Super Bowl im eigenen Stadion
Die spektakulärste Pointe liefert das Modell ganz zum Schluss.
Los Angeles Rams gegen Baltimore Ravens im Super Bowl LXI – mit den Rams als Champion.
Und ausgerechnet Super Bowl LXI findet am 14. Februar 2027 im SoFi Stadium statt: dem Heimstadion der Rams. Reuters bestätigt sowohl den Austragungsort als auch den massiven Wettmarkt-Schub nach Aaron Donalds Comeback.
Ein Superstar kehrt aus dem Ruhestand zurück. Ein ohnehin elitärer Kader wird noch stärker. Die Statistik schiebt Los Angeles an die Spitze. Und am Ende könnte der Weg zur Lombardi Trophy tatsächlich im eigenen Stadion enden.
Hollywood könnte sich diese NFL-Saison kaum dramatischer ausdenken.
*Hinweis zur Methodik: Die genannten Sieg-, Playoff- und Titelwahrscheinlichkeiten stammen aus der zuvor erstellten 50.000-Saisons-Simulation. Sie kombinierte unter anderem aktuelle Kaderprojektionen, ESPN FPI, Mike Clays Team- und Schedule-Bewertungen, 2025-DVOA und Markt-Win-Totals. Es handelt sich ausdrücklich um probabilistische Prognosen und nicht um behauptete zukünftige Ergebnisse.*
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mel/news.de
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