Hamburg: HEBC mit Rekord im "Jahrhundertspiel" gegen Dortmund

Mit Herz und viel Gemeinschaftsgeist bereitet sich der HEBC auf das größte Spiel seiner Vereinsgeschichte vor. Wie der Stadtteil den Fünftligisten unterstützt.

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Es ist für den kleinen HEBC das größte Spiel der Geschichte, ein "Jahrhundertspiel". In der ersten Runde des DFB-Pokals empfängt der Fünftligist aus Hamburg niemand geringeren als Borussia Dortmund. Gespielt wird am Dienstag im Volksparkstadion. Anpfiff ist um 20.45 Uhr. RTL und Sky übertragen live. Stand Montagmittag waren mehr als 41.600 Eintrittskarten verkauft. Rekord für eine Erstrundenpartie mit Beteiligung eines Fünftligisten.

Wer ist der HEBC?

Der Hamburger-Eimsbütteler Ballspiel-Club wurde 1911 unter dem Namen Sportclub Elbe gegründet. In der Eigenwerbung nennt er sich mit dem Verweis auf die Clubfarben den "lila-weißen Kultverein im Herzen von Eimsbüttel". Laut der neuesten Erhebung des Hamburger Sportbunds von Anfang des Jahres rangiert der Verein aus dem gleichnamigen Stadtteil mit 818 Mitgliedern auf Platz 111 aller Sportvereine aus der Hansestadt.

Angeboten werden Fußball, Tischtennis, Boxen und Kindersport. Der HEBC ist der "kleinere Bruder" des Eimsbütteler TV, der mit 21.908 Mitgliedern nach dem Hamburger SV, dem FC St. Pauli und dem städtischen Betriebssportverband der viertgrößte Club Hamburgs ist.

Fußball im HEBC

Der HEBC spielt in der fünftklassigen Oberliga Hamburg. Am 23. Mai gelang der Mannschaft von Trainer Philipp Obloch der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Mit einem 5:1 über den Ligarivalen Vorwärts Wacker wurde erstmals der Landespokal gewonnen. Zuvor gab es Erfolge über den USC Paloma (im Elfmeterschießen), den SC Nienstedten, den SC West-Eimsbüttel, den TSV Buchholz 08 (im Elfmeterschießen), den VfL Hammonia und Viktoria Harburg. Letztmals im Landesfinale hatte der HEBC 1983 gestanden, damals aber verloren.

In der aktuellen Saison läuft es bisher nicht ganz rund. Nach zwei Siegen und drei Niederlagen belegt der HEBC aktuell Platz 13 in der Oberliga-Tabelle. Die Generalprobe am vergangenen Freitag endete mit einer 0:1-Heimniederlage gegen den Finalgegner Vorwärts Wacker.

Seine Heimspiele trägt der Verein normalerweise am Sonntagvormittag vor etwa 250 Zuschauern um 10.45 Uhr auf dem Professor-Reinmüller-Platz - umgeben von Mehrfamilienhäusern - aus. Aus dem einst so gefürchteten Grandplatz ist mittlerweile aber eine Kunstrasenanlage geworden.

Namen im HEBC

Beim HEBC kickten einige Spieler, die sich später einen Namen machten. Dazu gehören Daniel Brückner (unter anderem Werder Bremen, SpVgg Greuther Fürth, SC Paderborn), André Trulsen (FC St. Pauli, 1. FC Köln, Holstein Kiel) und Thomas Wolter (Werder Bremen).

Den bekanntesten Namen im aktuellen Kader trägt Semir Demirovic. Der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler ist der jüngere Bruder von Ermedin Demirovic, der beim Bundesligisten VfB Stuttgart unter Vertrag steht. Großer Pechvogel ist Bastian Stech. Der Abwehrspieler verletzte sich Anfang August schwer am Sprunggelenk und wird das große Spiel verpassen.

Unterstützung im Stadtteil

Die Begeisterung im Stadtteil Eimsbüttel ist groß. Ein besonderes Zeichen setzte das Bezirksamt: Insgesamt 40 Fenster der Fassade des Verwaltungsgebäudes wurden mit lilafarbener Folie beklebt und ergaben in den Abendstunden ein großes leuchtendes Herz für den HEBC. Die Aktion ist Teil der Kampagne "Football's coming Eimsbüttel" (Der Fußball kommt nach Eimsbüttel) und soll zeigen, wie geschlossen der Stadtteil hinter seinem Verein steht.

Gemeinsam verzierten Spieler und Fans einen Hamburger Linienbus, mit dem die Mannschaft am Dienstag gemeinsam zum Spiel fahren wird. Dass es ausgerechnet ein Linienbus ist, passt zum Selbstverständnis des HEBC: "Wir sind ein Amateurverein, wir kommen aus Eimsbüttel, und wir bleiben auch vor einem Gegner wie Borussia Dortmund bodenständig", kommentierte der Vereinsvorsitzende Konstantin Zimmermann die Aktion.

Die Zukunft des HEBC

Nicht nur sportlich ist die erste Runde im DFB-Pokal ein riesiger Erfolg für den HEBC. Auch wirtschaftlich wird eine Menge Geld in die Kassen des Stadtteilvereins gespielt. Der Lohn liegt bei 211.886 Euro. Geld, das in einige Projekte fließen kann. Unter anderem stehen die Renovierung des in die Jahre gekommenen Clubhauses und der Umbau eines zweiten Platzes an.

Unter dem Strich will der HEBC seinen Weg weitergehen, den Ligamanager Eduardo Avarello in einer Vorschau auf das "Jahrhundertspiel" so beschrieb: "Den HEBC mit wenigen Worten beschreiben? Herz, Familie und Freundschaften fürs Leben."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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