Leichtathletik-EM 2026 heute im TV und Live-Stream: Zehnkämpfer Neugebauer auf Goldkurs - alle Infos aus Birmingham
Vom 10. bis 16. August 2026 finden im britischen Birmingham die 27. Leichtathletik-Europameisterschaften statt. Wo sind die Wettbewerbe im TV zu sehen? Wie sieht der Zeitplan aus? Alle Infos für Fans hier.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Leichtathletik-EM 2026 vom 10. bis 16. August in Birmingham, Großbritannien
- ARD und ZDF übertragen die Wettbewerbe im Free-TV
- 50 Medaillenentscheidungen stehen auf dem Programm
- Ergebnisse im News-Ticker
Der Sport-Sommer 2026 stand bislang ganz im Zeichen der Fußball-WM. Das Mega-Turnier in Kanada, Mexiko und den USA ist am 19. Juli mit dem Finalsieg Spaniens über Argentinien zu Ende gegangen. Nun richtet sich der Blick nach Großbritannien. Dort finden vom 10. bis 16. August die 27. Leichtathletik-Europameisterschaften statt. Die deutschen Hoffnungen ruhen unter anderem auf Weitspringerin Malaika Mihambo, Zehnkämpfer Leo Neugebauer und Speerwerfer Julian Weber. Der komplette deutsche DLV-Kader wurde nach den Deutschen Meisterschaften am 25. und 26. Juli nominiert. Wie der Zeitplan für die Wettkämpfe aussieht und wo Fans das Event live im TV verfolgen können, erfahren Sie hier.
Leichtathletik-EM 2026 im TV und Live-Stream bei ARD und ZDF
Die Leichtathletik-EM 2026 wird im Free-TV im Wechsel von der ARD und dem ZDF gezeigt. Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender melden sich im Wechsel an jedem Wettkampftag sowohl vormittags als auch am Abend mit mehrstündigen Übertragungen. Folgende Termine stehen laut "sportschau.de" bereits fest:
- Montag, 10. August: 11.30 - 14.40 Uhr und 20.15 - 23.00 Uhr (ARD)
- Dienstag, 11. August: 11.15 - 14.00 Uhr und 20.15 - 23.00 Uhr (ZDF)
- Mittwoch, 12. August: 11.30 - 14.30 Uhr und 20.15 - 23.00 Uhr (ARD)
- Donnerstag, 13. August: 11.15 - 15.00 Uhr und 20.05 - 23.00 Uhr (ZDF)
- Freitag, 14. August: 11.30 - 14.00 Uhr und 20.15 - 23.15 Uhr (ARD)
- Samstag, 15. August: 08.25 - 14.20 Uhr und 20.35 - 22.55 Uhr (ZDF)
- Sonntag, 16. August: 08.50 - 11.30 Uhr und 20.15 - 23.00 Uhr (ARD)
Parallel gibt es Live-Streams unter sportschau.de und sportstudio.de sowie in den Mediatheken von ARD und ZDF-Mediathek. Am Donnerstag, dem 13. August, wird zwischen 15.00 und 16.40 Uhr exklusiv in den Online-Angeboten des ZDF übertragen.
Leichtathletik-EM 2026 in Birmingham, Großbritannien: Diese Wettkämpfe stehen auf dem Programm
Insgesamt fallen bei der diesjährigen Leichtathletik-EM 50 Entscheidungen. Neben traditionellen Disziplinen wie Marathon, Kugelstoßen, Speerwurf, Hürdenlauf, Hochsprung und Weitsprung wird 2026 erstmals in einer 4x100-Meter-Mixed-Staffel um Gold gekämpft. Neu ist außerdem, dass die Wettbewerbe im Gehen über die Distanzen Marathon (42,195 Kilometer) und Halbmarathon ausgetragen (21,097 Kilometer) werden. Der vollständige Zeitplan ist unter european-athletics.com zu finden.
Ergebnisse der Leichtathletik-Europameisterschaften 2026 im News-Ticker
An dieser Stelle halten wir Sie über alle relevanten Ereignisse der Leichtathletik-EM 2026 in Birmingham auf dem Laufenden.
+++ 12.08.2026: Trotz holprigen Starts: Zehnkämpfer Neugebauer auf Goldkurs+++
Zehnkampf-Star Leo Neugebauer liegt bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham trotz eines zähen Starts auf Goldkurs. Nach einem Stolperer über 100 Meter, einem guten Weitsprung und einem starken Kugelstoßen belegt der Weltmeister den ersten Platz. Im Kugelstoßen wuchtete Neugebauer das Gerät auf 17,13 Meter. So gut war kein anderer Zehnkämpfer vor ihm bei einer EM.
Mit 2.819 Zählern hat der Olympia-Zweite 129 Punkte Vorsprung auf seinen ersten Verfolger Jeff Tesselaar aus den Niederlanden. Dritter ist der norwegische Mitfavorit Sander Skotheim (2.638 Punkte).
Zum Start sogar die Bahn verlassen
Der Weltmeister lief nach einem holprigen Start, bei dem er wegrutschte, über 100 Meter 10,90 Sekunden. Nach wenigen Metern verließ er mit dem rechten Fuß sogar seine Bahn, behinderte dabei aber niemanden. Im Weitsprung begann dann aber Neugebauers Aufholjagd mit der Bestweite von 7,82 Metern.
Der einstige Welt- und Europameister Niklas Kaul, der seine Stärken am zweiten Tag hat, darf sich ebenfalls weiter Hoffnungen auf Edelmetall machen. Er liegt nach einer persönlichen Bestleistung von 15,26 Metern im Kugelstoßen mit 2.482 Punkten auf dem zwölften Rang. Der dritte deutsche Teilnehmer Amadeus Gräber ist 14. mit 2.462 Punkten.
+++ 11.08.2026: Ansah sprintet zu Bronze - Hummel gelingt wieder Silber-Coup +++
100-Meter-Läufer Owen Ansah jubelte nach seinem Schlussspurt zu EM-Bronze mit einer Deutschland-Fahne und einem Lächeln in die Kameras, richtig gelöst wirkte der von einer Sperre bedrohte 25-Jährige nach dem größten Erfolg seiner Karriere aber nicht. Denn der dritte Platz von Birmingham steht nur unter Vorbehalt.
Ansah bescherte dem deutschen Leichtathletik-Team am zweiten Wettkampftag das insgesamt vierte Edelmetall, nachdem gut eine Stunde zuvor Merlin Hummel Silber im Hammerwerfen gewonnen hatte.
Ansah präsentiert sich vom Wirbel unbeeindruckt
Es gebe keine einzige Stimme in seinem Kopf, dass die Medaille bald weg sein könnte, sagte Ansah. Er habe keine Angst, Bronze wieder zu verlieren. "Ich bin im Hier und Jetzt und darauf konzentriere ich mich. Auf die Sachen, die in der Zukunft passieren, da kann ich keinen Einfluss drauf nehmen", erklärte er.
Er musste sich in 10,19 Sekunden nur dem britischen Europameister Romell Glave (10,09 Sekunden) sowie dessen Landsmann Jeremiah Azu (10,16 Sekunden) geschlagen geben. Ansah profitierte im Finale auch von einer Verletzung des Titelverteidigers und Tokio-Olympiasiegers Marcell Jacobs aus Italien.
Wegen des Vorwurfs, eine Dopingprobe verweigert zu haben, hat die Nationale Anti Doping Agentur eine vierjährige Sperre gegen den Sportler vom Hamburger SV vorgeschlagen. Der 25-Jährige lehnt das ab und ist derzeit nicht suspendiert, daher durfte er auch bei der EM starten.
Von dem Dopingtest-Wirbel zeigte sich Ansah über 100 Meter unbeeindruckt. Er holte die EM-Medaille eines deutschen Sprinters über 100 Meter seit Stuttgart 1986, als Steffen Bringmann für die DDR Silber bejubelte. Sollte Ansah allerdings nachträglich gesperrt werden, droht ihm die Aberkennung der vorangegangenen Ergebnisse und damit auch der Medaille. Ansah läuft bei der EM noch die 200 Meter, aber startet nicht in den Staffeln.
Hummel zeigt sich "dankbar" und "glücklich"
Wie Ansah zeigte auch Merlin Hummel mentale Stärke, allerdings auf etwas andere Weise. Der WM-Zweite von Tokio im vergangenen Jahr warf den Hammer im fünften Versuch 81,30 Meter weit und gewann damit seine nächste internationale Plakette. Vollends zufrieden war der Athlet von Eintracht Frankfurt damit aber nicht. "Wenn ich jetzt kritisch sein würde, dann wäre heute mehr drin gewesen", sagte Hummel nach einem schwierigen Wettkampf, in dem er lange auf eine Topweite warten musste.
Gold wäre für ihn aber selbst bei einem noch besseren Wurf kaum in Reichweite gewesen. Der Titel ging an den Olympia-Zweiten Bence Halasz mit einer überragenden Weltjahresbestleistung von 84,25 Metern, Bronze sicherte sich der Ukrainer Mychaylo Kochan mit 79,49 Metern. Anders als in Tokio, als Hummel Außenseiter war und ihm ein Überraschungserfolg gelang, tat er sich dieses Mal schwerer.
"Ich bin noch sehr, sehr ruhig, aber sehr dankbar auf jeden Fall und sehr glücklich über dieses geile Finale", sagte Hummel im ZDF. Bereits am ersten Wettkampftag hatten für Deutschland Yemisi Mabry Bronze im Kugelstoßen und Florian Bremm Silber über 5.000 Meter gewonnen.
Hummel: "Extra Fokus aktiviert"
Hummel holte die erste EM-Medaille eines deutschen Hammerwerfers seit 2006, als sich Markus Esser im schwedischen Göteborg Bronze sicherte. Auf das erste Gold eines Hammerwerfers seit Uwe Beyer 1971, der in Helsinki für die DDR gewann, muss Deutschland aber warten.
Hummels Vereinskollege Sören Klose belegte mit 78,13 Metern einen guten sechsten Platz. Der polnische Titelverteidiger Wojciech Nowicki hatte die Qualifikation nicht überstanden.
Dort hatte sich Hummel schon am Montag schwergetan und mit für ihn schwachen 75,49 Metern lediglich den zehnten Rang belegt. Im Finale der besten zwölf Werfer begann er fokussierter und trat bei sommerlichen Temperaturen am Abend auch nicht mehr in einem Trainingsanzug an. Er habe "extra Fokus aktiviert", betonte Hummel. "Und hat ganz gut geholfen."
Mit Konzentrationsübung zu Silber
Mit dem ersten Wurf auf 79,08 Meter startete der 24-Jährige gut, doch dann folgten zwei Würfe in das Netz des Wurfkäfigs.
Zwischendurch hatte Hummel im Schneidersitz noch eine Konzentrationsübung absolviert und meditiert. "Das Feld ist momentan weit offen. Da ist viel möglich. Und da sehen natürlich alle, dass sie da zugreifen wollen. Und da kommen noch mal auch Sachen durch, dass er es mit Gewalt machen will", sagte Trainerin Klaas.
Im fünften Durchgang fand Hummel seine Lockerheit wieder und brüllte den Hammer auf die Silberweite von 81,30 Metern. Bis auf Halasz, der anschließend die Weltjahresbestleistung warf, hatte die weitere Konkurrenz keine Antwort mehr parat.
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gom/news.de/dpa
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