Fußball-WM: Beschwerde beim IOC gegen FIFA-Chef Infantino
Hat Gianni Infantino den IOC-Eid gebrochen? Die Organisation FairSquare sieht fünf klare Verstöße - und legt beim IOC Beschwerde gegen den FIFA-Präsidenten ein.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
Suche
Die britische Menschenrechtsorganisation FairSquare hat nach eigenen Angaben gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino eine Beschwerde beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingelegt. Sie wirft dem mächtigsten Funktionär des Fußball-Weltverbands vor, wiederholt gegen die IOC-Regeln zur politischen Neutralität verstoßen zu haben. Der Hauptvorwurf: Infantino soll US-Präsident Donald Trump seine politische Unterstützung angeboten haben.
Insgesamt gebe es fünf eindeutige Verstöße, für die es auch "überzeugende Beweise" gebe, teilte FairSquare mit. Hintergrund ist unter anderem die aufgehobene Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun, der trotz seiner Roten Karte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina nicht für das Achtelfinale gegen Belgien aussetzen musste. Das hatte für Empörung in der Fußballwelt gesorgt.
Infantino hatte seinerseits die Unabhängigkeit der zuständigen Justizorgane der FIFA hervorgehoben. Die Gremien seien unabhängig und arbeiteten autonom, schrieb er in einer Stellungnahme zum Fall Balogun. Zudem wendeten sie den FIFA-Disziplinarkodex an und träfen ihre Entscheidungen ausschließlich auf der Grundlage der geltenden Regeln und der jeweiligen Faktenlage, beteuerte Infantino.
Der FIFA-Chef soll laut FairSquare aber auch Werbung für eine Fanseite betrieben haben, die mit der Trump-Administration zusammenhängen soll. Dabei sei es um das Sammeln von Daten gegangen.
Was ist mit dem IOC-Eid?
Bei seiner Aufnahme in das IOC habe Infantino einen Eid abgelegt, die Olympische Charta zu achten und den IOC-Ethikkodex uneingeschränkt einzuhalten, hieß es in der Mitteilung von FairSquare. Demnach könne das IOC Mitglieder ausschließen, die nicht entsprechend handeln würden. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hatte bereits in der vergangenen Woche mit Blick auf eine mögliche Beschwerde gesagt, dass man sich dann "natürlich" damit befassen werde.
Zu seiner Ethik-Kommission schreibt das IOC: "Alle Beschwerden, Anzeigen und Handlungen, die einen Verstoß gegen die ethischen Grundsätze darstellen könnten, werden im Hinblick auf eine mögliche Weiterleitung an die Ethik-Kommission geprüft. Zu diesem Zweck kann jeder dem Ethik- und Compliance-Büro Hinweise auf mutmaßliche Verstöße melden."
FairSquare hatte bereits vor der WM eine ähnlich gelagerte Beschwerde bei der Ethik-Kommission der FIFA eingereicht, die im weiteren Verlauf auch vom norwegischen Verband und Mitgliedern des Europäischen Parlaments unterstützt worden war.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
Noch mehr spannende Fußball-Nachrichten lesen Sie hier:
- Nächste Fußball-Sendungen im TV
- Fußball News: Krebskranke Diekmeier-Tochter: Metastasen breiten sich aus
- Fußball-WM: Verbandschef behauptet: Senegals Arzt eigentlich Gynäkologe
- Fußball-WM: Neue WM-Regeln für Experte Wagner "eine große Gefahr"
- Fußball-WM: Warum Englands Dan Burn ein Finger fehlt
kns/roj/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.