Fußball-WM: Spaniens Torwart Simon: Titelsammler in der Dauerkritik

Trotz starker Konkurrenz bleibt Unai Simon Spaniens Nummer eins im Tor – warum setzt der Trainer auf ihn und nicht auf Arsenals David Raya oder Barças Shootingstar Garcia?

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Der offizielle Spielball der Fußball-WM 2026: Adidas Trionda. (Foto) Suche
Der offizielle Spielball der Fußball-WM 2026: Adidas Trionda. Bild: Adobe Stock / U. J. Alexander

Bei seinem Verein bekommt er fast die meisten Gegentore der spanischen Liga, sein härtester Konkurrent ist englischer Meister und Finalist in der Champions League - und doch ist Unai Simon als Spaniens Nummer eins unantastbar. "Unai Simon ist unumstritten", sagte Nationaltrainer Luis de la Fuente. Punkt. Ende der Diskussion.

Doch so einfach ist das nicht. Denn in Spanien - und auch in England - diskutieren sie nur zu gern. Warum nur wird dieser in keiner Torwart-Fähigkeit wirklich überragende 29-Jährige auch im WM-Halbfinale gegen Frankreich am Dienstag (21.00 Uhr/MagentaTV) zwischen den Pfosten stehen? Kann er die brillante Offensive mit Kylian Mbappé, Michael Olisé und Ousmane Dembélé stoppen?

Angeborene Ruhe

Nun, Argumente dafür gibt es natürlich. Einer besteht aus drei Ziffern: 649. So viele Minuten war der Baske bei Weltmeisterschaften ohne Gegentor geblieben. Damit knackte er den 36 Jahre alten Rekord des Italieners Walter Zenga. Bis schließlich beim 2:1 im Halbfinale gegen Belgien Charles De Ketelaere ihn per Kopf überwand.

Seine wohl größte Stärke beschreibt Simon selbst. "Ich kann unter Druck ruhig und gelassen bleiben", sagte der Torwart von Athletic Bilbao. Trainieren könne man das nicht. "Das ist wahrscheinlich angeboren."

Simon ist kein Lautsprecher. Er ist bescheiden, fügt sich exzellent in das spanische Mannschaftsgefüge ein. Und bei der aktuellen WM kann er sich auf seine Vorderleute verlassen. Die sorgten dafür, dass er bisher nicht einmal zehn Schüsse auf sein Tor bekam.

Natürlich hat Simon auch seine Baustellen. Sonst gäbe es die Diskussionen nicht. Eine davon sind seine fußballerischen Fähigkeiten. Diese hat Simon verbessert, aber zur absoluten Weltspitze zählt er nicht. "Ich gehöre nach wie vor zu denen, die der Meinung sind, dass es für einen Torwart vor allem darauf ankommt, Bälle zu halten, kein Gegentor zu kassieren und jede Situation im Strafraum souverän zu meistern", sagte Simon dazu.

Keine Chance für Raya und Garcia

Die Konkurrenz ist ebenfalls stark. David Raya wurde mit dem FC Arsenal Meister in der Premier League, verlor in der Champions League erst im Elfmeterschießen des Finales gegen Paris Saint-Germain. In der abgelaufenen Saison wurde der 30-Jährige als bester Torhüter der Premier League ausgezeichnet.

De la Fuente gab seine Meinung dazu bereits vor einiger Zeit zu Protokoll. "In England halten sie ihn für den besten Torhüter der Welt. Hier spricht niemand über ihn", sagte der 65-Jährige. Natürlich bescheinigte er sowohl Raya als auch Joan Garcia "viel Klasse und Talent".

Jener Garcia ist Stammtorwart des FC Barcelona, verdrängte dort Marc-André ter Stegen. In seinen 30 Liga-Einsätzen in dieser Saison bekam Garcia nur 21 Gegentore, in 15 Spielen gar keines. Simon hingegen bekam in seinen 37 Einsätzen 54 Gegentore. Insgesamt kassierten nur vier Mannschaften in La Liga mehr Gegentore als Bilbao.

Schon Enrique setzte auf Simon

Trainer de la Fuente und Simon sind alte Weggefährten. 2015 wurden sie U19-Europameister, vier Jahre später holten sie den Titel mit der U21. Bei den mit Silber gekrönten Olympischen Spielen 2021 in Tokio war Simon die Nummer eins von de la Fuente.

Als der dann die Nationalmannschaft nach der WM-Enttäuschung 2022 übernahm, war Simon bereits Stammtorhüter. Von einem Fuentes-Alleingang kann man also keinesfalls sprechen. Schon sein Vorgänger Luis Enrique setzte auf Simon - und bekam das zu spüren. "Ich habe viel Kritik einstecken müssen und habe ihn zum Stammspieler gemacht. Er hat es verdient", sagte der heutige Paris-Coach.

Erfolge mit de la Fuente

Simon und de la Fuentes haben zusammen bereits viel erlebt und gewonnen. Gemeinsam gewann man die Nations League 2023, in deren Finale Simon im Elfmeterschießen gegen Kroatien zweimal hielt. Ein Jahr später kam die Europameisterschaft hinzu.

Und trotzdem muss de la Fuente seine Nummer eins immer irgendwie in Schutz nehmen. Und tut dies auch. "Ich freue mich sehr für Unai. Er wurde lange Zeit infrage gestellt und schlecht behandelt. Ich hoffe nun, dass einige Leute seinen Mut erkennen", sagte de la Fuente. Das war im Juni 2025 nach dem Halbfinale in der Nations League. Der Gegner hieß übrigens Frankreich.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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