Fußball-WM: Altstar-Ligen im Wandel – Sprungbrett statt Karriereende?

Altstar-Ligen wie die MLS und die Saudi League ziehen nicht nur Routiniers an. Wie sich der Wechsel auf Nationalmannschaften und WM-Chancen auswirkt, zeigt der Fall von Lionel Messi und anderen.

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Der offizielle Ball zum FIFA World Cup 2026. (Foto) Suche
Der offizielle Ball zum FIFA World Cup 2026. Bild: Adobe Stock / U. J. Alexander

Mit einem einzigen Wort löste Toni Kroos vor einigen Jahren mal eine Diskussion aus. "Peinlich", schrieb der Ex-Weltmeister bei X. Damit kommentierte der heute 36-Jährige den Wechsel des Spaniers Gabri Veiga nach Saudi-Arabien. Kroos' Problem: Veiga war erst 21 Jahre alt, galt als enorm talentiert. Tenor: In so eine Liga wechselt man doch nur, um seine Karriere ausklingen zu lassen.

Drei Jahre später spielt Veiga wieder in Europa. Doch die Frage bleibt: Wechselt man in Ligen wie die Saudi Pro League oder die Major League Soccer in den USA zum Karriere-Ausklang? Oder bleibt man trotzdem noch konkurrenzfähig und kann eine WM prägen? Der in Saudi-Arabien spielende Cristiano Ronaldo hat dazu natürlich eine Meinung: "Ich habe überall gespielt. Für mich ist es einfacher, in Spanien Tore zu schießen als in Saudi-Arabien."

Messi als Ausnahme?

Nun, eine andere und besser messbare Antwort ist Lionel Messi. Der wechselte wenige Tage nach Veigas Saudi-Deal nach Miami. Und ja, der heute 39-Jährige läuft deutlich weniger, eigentlich kaum noch. Doch mit acht Toren führte Messi vor den Viertelfinals die Torjägerliste der WM an. Beim 3:2 im Achtelfinale gegen Ägypten bereitete Messi sechs Torchancen vor. Der in dieser Statistik Zweitplatzierte Mexikaner Alvaro Fidalgo kommt auf die Hälfte.

Messi ist also ein Faktor. Aber vielleicht nur die große Ausnahme? In der Torjägerliste ist neben Messi in Julián Quiñones nur noch ein weiterer Spieler in den Top Ten, der nicht in Europa spielt. Der Mexikaner ist Torschützenkönig der Saudi-Liga. In der Spitze sind Profis der Altstar-Ligen also nur bedingt vertreten.

In der Breite lässt sich eine deutliche Veränderung vernehmen, die allerdings auch durch die Aufstockung der WM bedingt ist. Aus der Saudi-Liga reisten über 40 Spieler zur WM, aus der MLS waren es 45. Für beide Ligen gilt: Sie sind mehr als nur eine Randnotiz.

Europas Dominanz im Viertelfinale

Etlichen Spielern der beiden Ligen gelang der Einzug in die K.-o.-Runde. Doch spätestens im Achtelfinale war für Ronaldo, João Félix, den gegen Deutschland erfolgreichen Franck Kessié, Quiñones, Sadio Mané oder Fabinho Schluss. Im Viertelfinale spielen nur noch Marokkos Torwart Bono, der in Saudi-Arabien unter Vertrag steht, und eben Messi eine tragende Rolle in ihren Teams.

Allerdings gibt es etliche Belege dafür, dass ein Wechsel in die Wüste oder die USA nicht automatisch das Ende der Nationalmannschaftskarriere bedeutet. Eine gewisse Konkurrenzfähigkeit dieser Ligen muss also gegeben sein.

Englands Trainer Thomas Tuchel nominierte Stürmer Ivan Toney für die WM, der vor zwei Jahren nach Saudi-Arabien gewechselt war. Toney suggeriert neben seinen Leistungen einen weiteren Grund für seine Nominierung: "Ich spiele hier oft bei 30 Grad und mehr und habe mich daran gewöhnt." Bisher war die englische Mannschaft allerdings nicht von der WM-Hitze betroffen.

Altstars als Entwicklungshelfer

Was sich in der Breite bereits verändert hat, muss noch in der Spitze ankommen. Dafür können Altstars wie Ronaldo und Messi eine Initialzündung sein. "Wir müssen den jungen Spielern zeigen, was es braucht", sagte der in Saudi-Arabien spielende Karim Benzema. Und dann fügte der französische Ex-Nationalspieler an: "Dann können sie zu anderen Clubs wechseln."

Allein dies wäre eine gute Entwicklung für die MLS und die Saudi League - von der Altstar-Liga zum Karriere-Sprungbrett. Im Fall Veiga ist dies nicht gelungen. Auf der einen Seite finanziell, der Spanier soll in Saudi-Arabien zehn Millionen Euro netto kassiert haben, beim FC Porto soll es nun ein Zehntel der Summe sein.

Bei Porto stand er in seiner ersten Saison 20-mal in der Startelf, ein Länderspiel für Spanien hat er bislang nicht bestritten. Für den mittlerweile 24-Jährigen ist es sicherlich nicht das, was er sich vor dem von Kroos kommentierten Schritt in die Wüste erhofft hatte.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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