Fußball-WM: Fußball-WM im TV: Wer zeigt was – und was kostet es?

Deutsche Fans müssen sich auf späte Anstoßzeiten und wechselnde Sender einstellen. Wer welche Spiele zeigt und wie die Preise ausfallen.

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Der offizielle Spielball der Fußball-WM 2026: Adidas Trionda. (Foto) Suche
Der offizielle Spielball der Fußball-WM 2026: Adidas Trionda. Bild: Adobe Stock / U. J. Alexander

Fußball-Weltmeisterschaften sind Fernseh-Ereignisse. In diesem Jahr ist es allerdings kompliziert. Es gibt für heimische Fans unangenehme Anstoßzeiten, drei verschiedene TV-Sender - und nicht alles ist kostenfrei. Ein Überblick:

Das Programm der Telekom

Die Telekom hat vom Weltverband FIFA ein großes Paket mit Medienrechten gekauft, in dem die Männer-WM in Nordamerika der wichtigste Teil ist. Als einziger Anbieter zeigt das Unternehmen über seinen Sender MagentaTV alle 104 Spiele des Turniers live. 44 sind ausschließlich bei dem Bezahlsender zu sehen. Zum Abschluss der Gruppenphase gibt es drei exklusive Konferenzen.

Wer kein Magenta-TV-Kunde ist, benötigt zwei Monate lang ein Abonnement, muss also 22 Euro für die WM bezahlen. Kunden des MagentaSport-Abonnements dürfen auch schauen, müssen sich allerdings über MagentaTV anmelden. Ein Telekom-Anschluss ist für den Empfang nicht notwendig. MagentaTV ist auch über Internet-Anschlüsse anderer Anbieter wie Vodafone, O2 oder lokale Anbieter zu empfangen.

Das Programm bei ARD und ZDF

Die beiden öffentlichen-rechtlichen TV-Sender haben sich in einem komplexen Vertrag mit der Telekom ein Sublizenz für insgesamt 60 Spiele gesichert und das unter anderem mit Rechten für die kommende Europameisterschaft verrechnet. ARD und ZDF zeigen jeweils 30 WM-Partien. Zum Programm gehören unter anderem alle Partien der deutschen Nationalmannschaft, das Eröffnungsspiel, die beiden Halbfinals und das Endspiel. Diese Übertragungen müssen laut Medienstaatsvertrag kostenfrei sein.

Zudem besitzen ARD und ZDF umfassende Highlight‑ und Nachverwertungsrechte für alle 104 Spiele auf ihren digitalen Plattformen, also Mediatheken oder Internetseiten wie "sportschau.de". "Morgenmagazin" und das "Mittagsmagazin" präsentieren darüber hinaus längere Sportblöcke mit allen Tore des vorangegangenen Spieltages.

Das Personal der Telekom

MagentaTV hat für die WM prominente Kommentatoren, Moderatoren und Experten eingekauft. Die Moderation übernehmen der sonst beim ZDF beschäftigte Johannes B. Kerner und Laura Wontorra, die auch für RTL und DAZN arbeitet. Kommentator der wichtigsten Spiele ist Wolff‑Christoph Fuß, der während der Saison sein Geld bei Sky verdient und auch für RTL tätig ist.

Für Aufsehen sorgte die Telekom besonders bei der Verpflichtung der Experten. Seine Premiere in diesen Job feiert Thomas Müller, der noch in der Major League Soccer aktiv ist. Sein Comeback feiert der Ex-Trainer Jürgen Klopp, der früher bereits für das ZDF als Experte gearbeitet hat. Zum Team gehören zudem Mats Hummels und Tabea Kemme.

Das Personal im Ersten und Zweiten

ARD und ZDF setzt bei der WM überwiegend auf ihr Stammpersonal. Beim Ersten moderiert Esther Sedlaczek die Topspiele aus den Stadien. Die übrigen Partien werden im Wechsel von Lea Wagner und Malte Völz aus dem Studio in der ARD-Sendezentrale in Köln präsentiert. Beim Zweiten übernehmen den Job Jochen Breyer und Katrin Müller-Hohenstein im WM-Studio in Berlin.

Kommentatoren der ARD sind Tom Bartels, Christina Graf und Philipp Sohmer. Beim ZDF sitzen Claudia Neumann, Gari Paubandt, Oliver Schmidt und Martin Schneider hinter dem Mikrofon.

Bei den Experten gibt es kaum Veränderungen zu den jüngsten Turnieren. Nummer eins im Ersten ist Bastian Schweinsteiger, als Co-Kommentatoren arbeiten Almuth Schult und Thomas Hitzlsperger. Das feste Experten-Team des ZDF bilden Christoph Kramer, Friederike Kromp und Per Mertesacker. Neu im Zweiten ist der ehemalige Freiburg-Coach Christian Streich.

Die Journalisten im Quartier der deutschen Mannschaft

Neben den Live-Spielen gehören die Berichte aus dem Lager der deutschen Mannschaft zum Hauptprogramm der Sender. Dabei setzen die öffentlich-rechtlichen Sender auf neues Personal im Vergleich zur EM 2024. Alex Schlüter ist für die ARD vor Ort, beim ZDF übernimmt Lili Engelsdie Moderation. Bei MagentaTV ist Thomas Wagner Reporter im DFB-Lager in Winston-Salem im US-Bundesstaat North Carolina.

Kostenlose Möglichkeiten für das Telekom-Programm

Wer kein MagentaTV-Abonnement hat und eines der 44 Exklusiv-Spiele der Telekom sehen will, kann auf Kneipen und das wegen der Zeitverschiebung wenig verbreitete Public Viewing ausweichen. Der TV-Rechte-Inhaber Telekom hat dafür eine Kooperation mit Sky geschlossen. Für Gastronomiebetriebe ist das Angebot "ohne zusätzliche Kosten auf bestehenden Sky Receivern verfügbar", heißt es bei der Telekom. Sky stelle bei dieser Kooperation die technische Infrastruktur für die Gastronomie und für kommerzielle Public-Viewing-Veranstaltungen bereit. Betriebe ohne bestehendes Sky-Abonnement können über spezielle Angebote wie den zeitlich begrenzten "Sky-Gastro-Pass" Zugang zu den MagentaTV-Kanälen erhalten.

Die Anstoßzeiten

Das Turnier in Nordamerika macht es den heimischen Fußballfans nicht leicht. Vier verschiedene Zeitzonen führen zu einer Zeitverschiebung von sechs bis neun Stunden zu Deutschland. Dazu kommen 16 verschiedene Anstoßzeiten. Mehr als die Hälfte der Partien beginnt nach Mitternacht (MESZ).

Immerhin, die drei deutschen Spiele in der Gruppenphase sind vor Mitternacht beendet. Das erste Spiel in der ARD gegen WM-Neuling Curaçao beginnt um 19.00 Uhr. Die Partien gegen die Elfenbeinküste (20. Juni/ZDF) und Ecuador (25. Juni/ARD) werden jeweils um 22.00 Uhr angepfiffen.

Die Quoten-Erwartung

Fußball-Weltmeisterschaften sind für die Sender eigentlich Quoten-Garanten. Doch beim Turnier in Katar verzeichneten ARD und ZDF einen Einbruch von rund 40 Prozent im Vergleich zur vorherigen WM in Russland. Beispiel: 2018 gab es noch einen Schnitt von mehr als 25 Millionen TV-Zuschauern bei den drei DFB-Vorrundenspielen, vier Jahre später lag der Wert bei nicht einmal 15 Millionen. "Die Reichweiten bei dieser WM sind schwer einzuschätzen", sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky: "Das liegt vor allem an den Anstoßzeiten."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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