Formel 1 News: Eskaliert das Formel-1-Duell zwischen Russell und Antonelli?
Kimi Antonelli und George Russell dominieren diese Saison für Mercedes. Steckt in dieser Konstellation Stoff für einen Stallkrieg? Der Teamchef griff einst bei Rosberg und Hamilton knallhart durch.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Die Rivalität zu seinem früheren Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton verfolgt Nico Rosberg noch heute bis nach Hause. Der einstige Jugendfreund aus England, der inmitten des unerbittlichen Zweikampfs um die WM-Krone später zum Feind wurde, steht nämlich bei den Töchtern des deutschen Formel-1-Champions von 2016 ganz hoch im Kurs.
Alaïa und Naila sind Fans des siebenmaligen Weltmeisters, der noch heute in der Motorsport-Königsklasse für Ferrari aktiv ist. Hamilton (41) lässt es sich nicht nehmen, die beiden Mädchen regelmäßig zu Weihnachten mit Barbies zu beschenken. "Wir hatten so eine Feindschaft. Immer an Weihnachten haben beide Kinder vor der Tür ein Geschenkepaket von ihm. Das ist ein schöner Ansatz von ihm", erzählte Rosberg (40) einmal lächelnd.
Wolff als Teamchef 2016 mittendrin
Ob der Unternehmer, der nach seinem WM-Coup vor zehn Jahren auf dem Gipfel seines fahrerischen Könnens zurücktrat, die Präsente tatsächlich so witzig findet, ist eine andere Sache. Hamilton vs. Rosberg war ein so vergiftetes teaminternes Formel-1-Duell, das Schlagzeilen geschrieben hat. Mittendrin damals: Teamchef Toto Wolff.
Der Österreicher musste einen Dauerstreit moderieren, der jederzeit komplett eskalieren konnte. 2016 in Spanien schossen sich Hamilton und Rosberg schon in der ersten Runde sogar von der Strecke. Nur vier Rennen später in Österreich krachten die Streithähne kurz vor dem Ende wieder ineinander, konnten das Rennen aber noch beenden.
Und heute? Heute ist Mercedes in einer Position, in der erneut ein Stallkrieg aufflammen könnte. Auf der einen Seite der erst 19-jährige Italiener Kimi Antonelli, das neue Wunderkind der Formel 1, das die Fahrerwertung nach drei Grand Prix anführt. Auf der anderen Seite der 28-jährige Engländer George Russell, der einstige Kronprinz Hamiltons, die Nummer zwei im Klassement. Eskalationspotenzial? Das birgt alleine schon die Konstellation mit zwei potenziellen Weltmeistern in ein und demselben Team.
Wie viel hält eine Beziehung aus?
Hat sich ihr Verhältnis verändert, seitdem es im zweiten gemeinsamen Jahr so scheint, als liefe alles auf einen Gipfelsturm eines der Mercedes-Fahrer hinaus? "Überhaupt nicht, um ehrlich zu sein. Ich glaube, wir sind beide Profis. Wir haben nach wie vor ein sehr gutes Verhältnis und ehrlich gesagt reden wir nicht einmal darüber. Innerhalb des Teams wird das Thema auch gar nicht erst angesprochen", sagte Russell.
Antonelli sieht auch ein weiter gesundes Verhältnis. "Unsere Beziehung ist sehr stark und das ändert sich nicht. Zwischen uns herrscht großer Respekt für den jeweils anderen", beteuerte Antonelli. "Ich glaube, dass unsere Beziehung stark ist und auch den Rest des Jahres stark bleiben wird."
Der Teenager aus Bologna wies zugleich auf den Knackpunkt jedes Teamduells hin. "Natürlich denke ich, dass ich ein Herausforderer sein kann. Dafür bin ich hier", sagte er. "Ich fahre um zu gewinnen. Ich will Rennen gewinnen und Meisterschaften. Das ist mein Ziel."
Hamilton und Rosberg kurzzeitig gefeuert
Wenn es eng wird, dann kracht's schon mal zwischen eigentlichen Teamkollegen. Das war einst bei Ayrton Senna gegen Alain Prost so, das baute sich später bei Hamilton gegen Rosberg über drei Jahre auf, ehe es im vierten gemeinsamen Mercedes-Jahr so richtig eskalierte. Auch zwischen Lando Norris und Oscar Piastri schepperte es im vergangenen Jahr, als der Titel für das McLaren-Duo immer näher rückte.
Wie verhindert man nun, dass aus einem Miteinander ein Gegeneinander wird? Das weiß kaum jemand besser als Wolff. "Ihr müsst sie alle da draußen schlagen. Und ich kann nicht erwarten, dass ihr außerhalb des Autos wie ein Welpe und im Auto wie ein Löwe seid. Das ist völlig klar", äußerte Wolff in "The Athletic" Verständnis für die Erwartungshaltung an seine Fahrer und formulierte eine nicht verschiebbare Grenze: "Wir akzeptieren, dass ihr da draußen fahrt und gegeneinander antretet – solange ihr unsere Werte respektiert und nicht ineinander kracht."
Hamilton und Rosberg trieben Wolff zur Weißglut. Das führte sogar so weit, dass er die PS-Egomanen mitten in der Saison 2016 kurzzeitig feuerte. "Es war ihre persönliche Rivalität, die die Oberhand gewann. Aus einem gesunden Wettbewerb wurde eine Rivalität, die schließlich in Feindseligkeit umschlug. Das ist etwas, das ich nicht zulassen würde", erinnerte sich Wolff.
Der Boss muss schließlich das große Ganze sehen. "Was denken die Leute, die ihre Hypotheken abbezahlen müssen und in den Mercedes-Fabriken arbeiten? Dass ihr beide ineinander kracht, weil ihr euch nicht mögt? Und das wirkt sich direkt auf das Leben von zweieinhalbtausend Menschen aus. Was glaubt ihr, wer ihr seid? Das ist eine wichtige Einsicht, die man mit seinen Fahrern teilen muss", sagte Wolff.
Änderungen im Regelwerk
Der Wunsch der Silberpfeile für 2026 ist ein packender, aber fairer Zweikampf von Russell und Antonelli. Damit das Duell auch spannend bleibt, braucht es einen starken Mercedes-Rennwagen. Daran sollen auch die kurzfristig schon für den kommenden Grand Prix in Miami in knapp zwei Wochen verabschiedeten Anpassungen im Regelwerk nichts ändern - so zumindest die Hoffnung der Silberpfeile.
Russell vs. Antonelli: ein WM-Kampf bis zur letzten Kurve? Zumindest rechnet der Engländer mit fairer Unterstützung bei Mercedes. "Sie werden uns beiden zu 100 Prozent die gleichen Chancen geben, das war schon immer so. Bei Mercedes ist das schon seit den Tagen von Lewis Hamilton und Nico Rosberg so", sagte Russell, der natürlich hofft, dass nur Antonelli und er um die WM kämpfen. "Aber ich möchte nicht voreilig sein."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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