Formel 1 News: Der Übersetzer: Wie Renningenieur Bonnington Champions prägt
Michael Schumacher und Lewis Hamilton haben mit Peter Bonnington gearbeitet. Nun will der Renningenieur auch Kimi Antonelli auf dem Weg zum Formel-1-Weltmeister helfen. Was hat "Bono" bloß an sich?
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Die Vita von Peter Bonnington hat es in sich. Er hat mit Michael Schumacher gearbeitet. Der Engländer war auch viele Jahre der Mann im Ohr von Lewis Hamilton, neben dem Deutschen Rekordweltmeister der Formel 1. Und mittlerweile hört Supertalent Kimi Antonelli bei Mercedes auf den Rat von "Bono", wie Bonnington nur gerufen wird. Sein Beruf: Renningenieur. Seine Aufgabe: Übersetzungsdienste.
Das klingt etwas lapidar, kommt dem Kern seiner Funktion aber nahe. "Man muss Informationen so schnell und präzise wie möglich vermitteln, und das in einer Sprache, die der Fahrer versteht", beschrieb Bonnington, der seit 2004 in der Motorsport-Königsklasse arbeitet, einmal seinen Job.
Mit Headset an der Technikkonsole
Und natürlich in der Sprache der Ingenieure. Einem Fahrer gefällt vielleicht etwas nicht im Auto. Dann muss Bonnington dieses Feedback in die Sprache der Technik mit aller Detailfülle übersetzen, damit wiederum die Spezialisten in der Mercedes-Zentrale das Problem angehen können.
Während Antonelli, WM-Führender und Gewinner von zwei der drei bisherigen Saisonrennen, auf dem Asphalt in seinem Cockpit um Millisekunden kämpft, sitzt Bonnington mit Headset in der Mercedes-Garage an einer Technikkonsole. Er leitet Informationen vom Fahrer an das Ingenieursteam weiter und umgekehrt, damit nötige Anpassungen vorgenommen werden, die wiederum Antonelli Zeit ersparen und so den Wagen schneller machen.
"Hammer Time"
"Es ist wie in jeder Beziehung: Alles dreht sich ums Vertrauen. Wir wollen die engste Vertrauensperson für den Fahrer sein", sagte Bonnington, der mit Hamilton den Funkspruch "It's Hammer Time" für Alles-oder-nichts-Situationen prägte. Dazu gehöre es, "brutal ehrlich" miteinander umzugehen, ohne das innige Verhältnis zu beschädigen.
Je besser ein Renningenieur den Fahrer und dessen Bedürfnisse auch in extrem angespannten Situationen versteht, je mehr Achtung der Pilot wiederum vor seinem ersten Ansprechpartner im Team hat, umso reibungsloser laufen die Gespräche über Funk ab. Die zentrale Herausforderung: Viele Informationen auf die wirklich wichtigen zu reduzieren, auf die der Fahrer reagieren kann.
Hamilton hätte "Bono" gerne mitgenommen
"Es kann manchmal frustrierend und schmerzhaft sein, aber "Bono" stand immer fest an meiner Seite", schwärmte Hamilton bei seinem Abgang zu Ferrari Anfang 2025 von Bonnington, der in einer ganz besonderen Mischung über Empathie und Expertise verfügt.
Der siebenmalige Weltmeister hätte seinen Landsmann gerne zur Scuderia mitgenommen. Doch Bonnington wurde zum Chef seiner Abteilung befördert und ließ sich auf die Herausforderung ein, mit dem damals erst 18-jährigen Antonelli zu arbeiten und sich in seiner Arbeitsweise umzugewöhnen.
"Ich wusste, was Lewis dachte, ich wusste, wann man ihm nichts sagen musste, während es bei Kimi zu Beginn so war, dass ich nicht wusste, was er nicht wusste. Also musste ich mir wieder viele Dinge ins Gedächtnis rufen, die ich für selbstverständlich hielt. Das war für mich eine gute Erfahrung", beschrieb Bonnington die Umstellung. "Kimi vertraut mir sehr, weil ich die Erfahrung habe, und er die Jugend. Ich bringe ihm quasi bei, wie man Schritt für Schritt zum Champion wird."
Die 10.000-Stunden-Regel
Bei Bonnington treffen sich weltmeisterliche Vergangenheit und vielleicht auch weltmeisterliche Zukunft in der Formel 1. Den besonderen Funken, den Schumacher und Hamilton schon hatten, erkennt er angeblich auch bei Antonelli.
"Ich habe vor vielen Jahren ein Buch über die sogenannte 10.000-Stunden-Regel gelesen. Ich begann dann fest daran zu glauben, dass wenn man nur genug üben würde, auch gut genug werden würde", erzählte Bonnington. "Dann aber traf ich Menschen wie Michael, Menschen wie Lewis, und mir wurde klar: Es gibt da noch diesen einen Schritt mehr, diese zusätzlichen ein oder zwei Zehntel. Genau das hat auch Kimi." Und ein kleines bisschen mehr als der Rest zeichnet auch "Bono" aus.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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