Hochbeet im Winter: Mit diesen Pflanzen klappt die Ernte bis März

Warum ist ausgerechnet das Hochbeet ideal für Gemüse im Winter? Und welche Pflanzen überstehen Frost, Schnee und kalte Nächte? Anja Klein liefert in ihrem Ratgeber "Winter-Hochbeet" praktische Antworten und sechs konkrete Beetpläne.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Das Hochbeet bietet Gärtnern im Winter einige Vorteile. (Foto) Suche
Das Hochbeet bietet Gärtnern im Winter einige Vorteile. Bild: AdobeStock / Clickmanis
  • Wer im Winter ernten möchte, sollte Wintergemüse bereits im Sommer aussäen oder vorziehen
  • Das Hochbeet bietet durch seine besondere Konstruktion einen Vorteil bei niedrigen Temperaturen
  • Anja Klein zeigt in ihrem Ratgeber sechs konkrete Beetpläne und gibt Tipps zu Sortenwahl und Frostschutz

Während die Sommerbeete in voller Pracht stehen, ist genau der richtige Moment, an die kalte Jahreszeit zu denken. Denn wer im Winter frisches Gemüse aus dem eigenen Hochbeet ernten möchte, muss die Weichen dafür im Sommer stellen. Wintergemüse lässt sich in den Monaten Mai bis August vorziehen oder direkt aussäen. Wer dieses Zeitfenster verpasst, steht in der kalten Saison vor leeren Beeten.

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"Winter-Hochbeet": Anja Klein zeigt, wie Gärtner durch die kalte Jahreszeit kommen

Wie das Gärtnern in der frostigen Jahreszeit gelingt, erklärt SPIEGEL-Bestseller-Autorin Anja Klein in ihrem Ratgeber "Winter-Hochbeet". Auf Instagram ist sie unter dem Namen @derkleinehorrorgarten bekannt und erreicht dort rund 127.000 Follower mit Tipps zum biologischen Anbau. Ihr Versprechen: Sechs durchdachte Musterbeet-Konzepte, die im Sommer oder Herbst bepflanzt werden und den ganzen Winter über frische Ernte liefern. Dazu gibt es handfeste Ratschläge zu frostresistenten Sorten, Kälteschutz und unkomplizierten Lösungen für ungemütliche Tage.

Warum das Hochbeet im Winter einen entscheidenden Vorteil hat

Dass Klein ausgerechnet das Hochbeet als Wintergarten-Zentrale empfiehlt, hat handfeste Gründe. Der Boden darin profitiert von einem systemimmanenten Vorteil: Die organischen Materialien im Inneren des Hochbeets zersetzen sich kontinuierlich und geben dabei Wärme ab. Dadurch bleibt die Erde zu Beginn des Winters deutlich länger warm als in ebenerdigen Beeten – und erwärmt sich gegen Ende der kalten Monate auch schneller wieder. Diese wenigen Grad Temperaturunterschied machen für Wintergemüse einen spürbaren Unterschied. Für den optimalen Standort rät Klein zu einem Platz, der auch im Winter möglichst lange Sonnenlicht abbekommt und gleichzeitig windgeschützt liegt.

Winterkulturen spätestens im August vorziehen

Der August ist einer der letzten Monate, in denen sich Wintergemüse noch rechtzeitig vorziehen lässt. Klein betont, dass die Pflanzen ausreichend Zeit benötigen, um vor dem ersten Frost ordentlich einzuwurzeln. Besonders wichtig: Das Saatgut sollte frühzeitig besorgt werden. Denn anders als im Frühjahr, wenn Gartencenter wochenlang vorgezogene Jungpflanzen anbieten, sieht es im Spätsommer und Herbst mager aus. "Es gibt halt noch nicht so viele Menschen, die das Wintergärtnern für sich entdeckt haben", erklärt Klein das dürftige Angebot. Wer sein Hochbeet komplett abgeerntet hat, füllt es bis zum Rand mit frischer Erde auf. Steht noch Sommergemüse darin, lässt sich der verfügbare Bereich einfach mit einem Holzbrett abtrennen.

Sechs Beetpläne für Gemüse, Salate und Kräuter

Kleins Ratgeber liefert sechs fertige Musterbeet-Konzepte, die das Rätselraten bei der Bepflanzung überflüssig machen. Die Bandbreite reicht von würzigem Wintergemüse ohne Schutz über die große Kohlfamilie bis hin zu knackig frischen Salaten für die Monate Oktober bis März. Auch Kräuter und sogar Blumen für das Winterhochbeet bekommen eigene Beetpläne.

Entscheidend für den Erfolg ist das richtige Kleinklima. Klein empfiehlt je nach Bepflanzung verschiedene Schutzmaßnahmen: Mulch gegen Bodenfrost, wärmendes Vlies oder Vliestunnel sowie einen Frühbeetaufsatz, der gleichzeitig als Regenschutz dient und die Feuchtigkeit reguliert – wichtig besonders bei Kohl, der anfällig für Pilzkrankheiten ist.

Auch beim Düngen kommt es auf die jeweilige Pflanze an. Für Schwach- und Mittelzehrer kann Kompost ausreichen. Starkzehrer profitieren dagegen von einer zusätzlichen Versorgung, wobei kaliumbetonter Dünger die Pflanzen widerstandsfähiger machen kann.

Diese Wintergemüse können ins Hochbeet

Wintergemüse bedeutet längst nicht nur Grünkohl. Klein stellt in ihrem Ratgeber zahlreiche weitere geeignete Pflanzen vor.

Dazu gehören unter anderem:

  • Brokkoli
  • Blumenkohl
  • Mangold
  • Kohlrabi
  • Spinat
  • Rosenkohl
  • Radicchio
  • Endivie
  • Zuckerhut
  • Asiasalate
  • Pflücksalat

Auch für ein Kräuterbeet gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Petersilie, Rucola, Hirschhornwegerich, Koriander, Kerbel und Blut-Ampfer können je nach Bedingungen ebenfalls ihren Platz im Winterhochbeet finden.

"Winter-Hochbeet" von Anja Klein und Andreas Lauermann (Foto) Suche
"Winter-Hochbeet" von Anja Klein und Andreas Lauermann Bild: Kosmos Verlag

Bei Frost nicht ernten: Darauf sollten Hobbygärtner achten

Bei der Winterernte ist allerdings etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Geerntet werden sollte ausschließlich an frostfreien Tagen – andernfalls verwandelt sich das Gemüse beim Anfassen in Matsch. Für Klein gehört das Wintergärtnern trotzdem zu den besonderen Erlebnissen im Garten. "Ich schätze die Ruhe, die mein Garten im Winter ausstrahlt. Wintergärtnern hat eine eher meditative Energie", sagt Klein. Warme Kleidung, ein heißer Tee und ein Erntekorb – mehr braucht es nach ihrer Einschätzung nicht, um auch in der kalten Jahreszeit Freude am eigenen Garten zu haben.

Fazit: Wer sein Hochbeet auch im Winter nutzen möchte, sollte nicht erst im Herbst mit der Planung beginnen. Viele Winterkulturen müssen bereits im Sommer ausgesät oder vorgezogen werden. Der Ratgeber "Winter-Hochbeet" liefert dafür sechs konkrete Beetpläne und zahlreiche praktische Hinweise rund um geeignete Sorten, Frostschutz und Pflege.

Titel: "Winter-Hochbeet"
Autorin: Anja Klein , Andreas Lauermann
Verlag: Kosmos Verlag, 2026
Seitenzahl, Buchart: 128, Paperback
Preis: 20,00 Euro
ISBN: 978-3-440-18269-7

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