Gärtnern mit Magie: Was einen echten Hexengarten ausmacht
Zwischen Tollkirsche und Kamille, Mondlicht und Erdmagie - der Hexengarten ist weit mehr als ein Kräuterbeet. Wer diesen mystischen Ort im eigenen Garten erschaffen möchte, findet in diesen zwei Büchern eine gute Anleitung.
Von news.de-Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Ein Hexengarten vereint Natur, Spiritualität und alte Heilpflanzenkunde
- Besondere Pflanzen: Neben Kräutern gehören auch Gift- und Schattenpflanzen dazu
- Individuell gestaltbar: Ob Garten oder Balkon – entscheidend ist die persönliche Intention
Ein Hexengarten ist weit mehr als ein klassischer Nutz- und Ziergarten. Er verbindet sichtbare Natur mit spirituellen Elementen und wird so zu einem ganz besonderen Ort: einem Rückzugsraum, der Ruhe schenkt, Energie gibt und die Verbindung zur Natur stärkt.
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Das Konzept wurzelt in der sogenannten Grünen Magie, einer spirituellen Praxis, die das Leben und Handeln im Einklang mit der Natur in den Mittelpunkt stellt. Die Hagazussa – das althochdeutsche Wort für Hexe – war einst jene wurzelkundige Frau, die zwischen kultiviertem Land und wildem Wald umherwanderte, die Welt der Menschen und die Welt der Geister kannte und Heil- sowie Zauberkraft der Pflanzen miteinander zu verbinden wusste. Genau diese Tradition lebt im Hexengarten fort.
Was macht einen Hexengarten besonders?
Anders als ein gewöhnlicher Garten folgt ein Hexengarten keinem rein ästhetischen oder kulinarischen Zweck. Jede Pflanze hat ihren magischen Platz und darf dort wachsen, wo sie es will. Wildkräuter sind genauso willkommen wie gezielt gesetzte Heil- und Zauberpflanzen. Zu den typischen Bewohnern eines Hexengartens gehören neben Kamille, Baldrian, Holunder und Lavendel auch die sogenannten Schatten- oder Giftkräuter wie Fingerhut, Tollkirsche und Eisenhut. Sie symbolisieren die dunkle Seite der Natur und ohne sie wäre es nur ein gewöhnlicher Kräutergarten.
Ein Hexengarten verändert sich ständig, wächst mit seinen Besitzern und spiegelt ihre Energie wider. Er wird zum Kraftort, zum Ruhepol, zur Quelle persönlicher Magie. Gärtnern nach dem Mondkalender gehört ebenso dazu wie das bewusste Wahrnehmen der Jahreszeiten, das Beobachten von Tieren und Pflanzen und das Einbeziehen von Ritualen, Räucherungen und Meditationen.
Einen Hexengarten anlegen: So geht's
Wer einen Hexengarten anlegen möchte, beginnt am besten mit einer Bestandsaufnahme: Wie viel Platz steht zur Verfügung? Wie ist die Bodenbeschaffenheit? Liegt der Garten sonnig oder eher im Schatten? Darauf aufbauend wählt man eine Grundform. Besonders beliebt ist die klassische Vierteilung, bei der der Garten nach den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft oder nach den Himmelsrichtungen gegliedert wird. Im Zentrum entsteht ein Kraftpunkt. Ideal für einen Altar, einen Brunnen oder einen Meditationsplatz.
Wer lieber in naturnaher Unordnung gärtnert, ist mit einem Naturgarten gut beraten, in dem Pflanzen und Gartenbereiche zauberhaft ineinander verwildern dürfen. Auch ein Balkon oder eine Terrasse lassen sich zum kleinen Hexengarten umgestalten. Entscheidend ist nicht die Größe, sondern die Intention. Kunstvolle Elemente wie Runen, Pentagramme, Kristalle oder Figuren von Naturgeistern verleihen dem Garten zusätzliche magische Energie.
Die folgenden Bücher liefern fundiertes Wissen, praktische Anleitungen und jede Menge Inspiration für einen Hexengarten.
"Gartenmomente: Magie im Garten" von Minerva Winter, Sabine Strassmair und Robert Sulzberger
Wer kompakt und übersichtlich in die Welt der grünen Magie einsteigen möchte, ist mit diesem Gemeinschaftswerk bestens bedient. Das Buch vermittelt die Grundsätze der grünen Magie, stellt mehr als 20 heimische Heil- und Zauberpflanzen in detaillierten Porträts vor und bietet drei direkt umsetzbare Beetpläne - darunter ein Mondbeet, ein Räucherbeet und ein Abwehrbeet. Ergänzt wird das Ganze durch Weihungsrituale, Meditationen sowie zahlreiche praktische Tipps für Räucherungen und Heilungszauber. Auch Rezepte, unter anderem für Erkältungssirup, Erkältungstee und Oxymel, finden sich darin. Das Buch funktioniert als Nachschlagewerk ebenso gut wie als Inspirationsquelle und macht das Anlegen, Pflegen und Nutzen eines Hexengartens auch für Einsteiger zugänglich.
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Titel: "Gartenmomente: Magie im Garten"
Verlag: EMF Verlag, 2026
Seitenzahl, Buchart: 80, Hardcover
Preis: 12,99 Euro
ISBN: 978-3-7459-3277-5
"Magie im Hexengarten" von Minerva Winter
Wer tiefer eintauchen möchte, greift zur umfangreicheren Einzelarbeit von Minerva Winter. Dieses Buch strukturiert den Hexengarten konsequent nach den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft – jeweils mit passenden Zauberpflanzen, Beetplänen, Ritualen und Meditationen. Außerdem widmet sich die Autorin dem Hexenjahr und seinen acht Jahreskreisfesten, die in Verbindung mit dem Garten gefeiert werden. Wer ein eigenes Gartengrimoire führen möchte - ein persönliches Kräuternachschlagewerk mit Fotos, Zeichnungen, Rezepten und Zaubern - findet hier ebenfalls wertvolle Anleitung. Ein umfassendes Werk für alle, die ihren Hexengarten mit Tiefe, Struktur und persönlicher Magie füllen wollen.
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Titel: "Magie im Hexengarten – Gärtnern mit grüner Magie"
Autorin: Minerva Winter
Verlag: EMF Verlag, 2026
Seitenzahl, Buchart: 192, Hardcover
Preis: 26,00 Euro
ISBN: 978-3-7459-2368-1
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