Rudolph Moshammer: Mit einem Kabel erdrosselt - der brutale Mord am Modedesigner
Am Morgen des 14. Januar 2005 wurde Rudolph Moshammer tot in seiner Villa in Grünwald gefunden – er war mit einem Kabel erdrosselt worden. Noch in derselben Woche führte eine DNA-Spur die Ermittler zu einem 25-jährigen Iraker.
Von news.de Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Rudolph Moshammer von Herisch A. erdrosselt
- DNA-Spuren überführten den Täter
- Täter wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt
Es war einer der spektakulärsten Mordfälle der Münchner Kriminalgeschichte: Am Morgen des 14. Januar 2005 fand Chauffeur Andreas Kaplan Rudolph Moshammer tot in dessen Villa im noblen Grünwald. Der 64-jährige Modeschöpfer war mit einem Kabel erdrosselt worden. Nur zwei Tage später hatten die Ermittler bereits einen Tatverdächtigen – eine DNA-Spur führte zu einem damals 25-jährigen Iraker.
Moshammer hatte den jungen Mann in der Nacht zuvor in der Münchner Innenstadt angesprochen und mit zu sich nach Hause genommen. Dort kam es nach Darstellung des später verurteilten Täters zu einem Streit über die Bezahlung für sexuelle Handlungen. Das Gericht kam schließlich zu dem Schluss, dass A. Moshammer heimtückisch und aus Habgier getötet hatte.
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Rudolph Moshammer: Tagsüber glamouröser Modezar, nachts im Rolls-Royce durchs Rotlichtmilieu
Rudolph Moshammer gehörte zu den bekanntesten Figuren der Münchner Schickeria. Mit auffälliger Perücke, extravaganten Outfits und seiner Yorkshire-Terrier-Dame Daisy wurde der Designer zum festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in der bayerischen Landeshauptstadt. In der Maximilianstraße betrieb er eine exklusive Boutique. Gleichzeitig war Moshammer dafür bekannt, nachts selbst mit einem seiner Rolls-Royce durch München zu fahren. Dabei suchte er nach jungen Männern und sprach sie nach späteren Ermittlungen und Zeugenaussagen unter anderem in der Gegend um den Hauptbahnhof an. Moshammer machte aus diesen nächtlichen Fahrten offenbar kein Geheimnis. Seine Homosexualität hatte der Modezar allerdings nie öffentlich thematisiert. Die Ermittlungen nach seinem Tod brachten deshalb auch eine Seite seines Lebens ans Licht, über die Moshammer zu Lebzeiten nie öffentlich gesprochen hatte.
Verhängnisvolle Begegnung am Münchner Hauptbahnhof
In der Nacht zum 14. Januar 2005 war Moshammer erneut allein unterwegs. In der Gegend um den Münchner Hauptbahnhof traf er auf Herisch A. Der damals 25-Jährige befand sich in finanziellen Schwierigkeiten und hatte nach späteren Gerichtsangaben unter anderem Geld an Spielautomaten verspielt. Moshammer sprach ihn aus seinem Rolls-Royce heraus an. A. stieg ein und fuhr mit dem Modeschöpfer zu dessen Villa im Münchner Vorort Grünwald. Was anschließend geschah, wurde später zum zentralen Streitpunkt des Prozesses.
2.000 Euro versprochen: Moshammer verweigerte angeblich Bezahlung
A. erklärte nach seiner Festnahme, Moshammer habe ihm für sexuelle Dienstleistungen 2.000 Euro in Aussicht gestellt. Nach seiner Darstellung kam es anschließend zu einem Streit, weil Moshammer nicht zahlen wollte. Diese Version schilderte der Angeklagte auch im Prozess.
Die Ermittler und später das Gericht bewerteten die Tat jedoch anders. Fest stand: A. legte Moshammer ein Elektrokabel um den Hals und zog es zu. Der Modeschöpfer starb an den Folgen der Erdrosselung. "Ich habe ihn getötet", sagte A. später vor dem Münchner Landgericht. "Ich habe ihm ein Kabel um den Hals gelegt und zugezogen". Die Staatsanwaltschaft warf ihm Mord aus Habgier vor. Das Gericht folgte dieser Bewertung und verurteilte A. wegen Mordes und Raubes zu lebenslanger Freiheitsstrafe. Zusätzlich stellte die Kammer die besondere Schwere der Schuld fest.
Hautpartikel am Kabel überführten den Mörder
Die Ermittler kamen dem Täter außergewöhnlich schnell auf die Spur. Am Kabel wurden Hautspuren gesichert. Eine DNA-Analyse führte schließlich zu A.. Das Entscheidende: Sein genetischer Fingerabdruck war bereits in einer Datenbank gespeichert. A. hatte im Zusammenhang mit früheren Ermittlungen eine Speichelprobe abgegeben. Die damaligen Verfahren waren eingestellt worden – die gespeicherte DNA-Spur wurde ihm im Fall Moshammer jedoch zum Verhängnis. Die Sonderkommission hatte nach der Tat Hunderte Hinweise aus der Bevölkerung erhalten. Bereits am Samstagabend, nur rund zwei Tage nach dem Mord, nahmen Spezialkräfte A. fest. Er leistete dabei keinen Widerstand.
Lebenslang hinter Gittern, dann Abschiebung in den Irak
Am 21. November 2005 verurteilte das Landgericht München I A. zu lebenslanger Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er Moshammer heimtückisch aus Habgier und zur Ermöglichung eines Raubes getötet hatte. Wegen der festgestellten besonderen Schwere der Schuld war eine Haftentlassung nach der regulären Mindestverbüßungszeit von 15 Jahren ausgeschlossen.
Der Prozess hatte zugleich gezeigt, dass sich die Versionen über den Auslöser der Tat deutlich unterschieden. A. sprach von einem Streit um die Bezahlung und einer daraus entstandenen Eskalation. Die Ermittler und das Gericht sahen dagegen ein vorsätzliches Tötungsdelikt mit den entsprechenden Mordmerkmalen.
Moshammer-Mörder nach 18 Jahren Haft abgeschoben
18 Jahre nach dem Mord endete der Strafvollzug in Deutschland. Am 26. Januar 2023 wurde A. abgeschoben. Zu diesem Zeitpunkt war er 43 Jahre alt. Die Staatsanwaltschaft München I hatte zuvor erklärt, dass sie im Fall einer Abschiebung aus der Haft von einer weiteren Vollstreckung der deutschen Strafe absehen würde. Eine Entlassung auf Bewährung innerhalb Deutschlands war dagegen nicht vorgesehen. In den Irak reiste A. als freier Mann aus. Nach Deutschland darf er lebenslang nicht zurückkehren.
Der Mord an Rudolph Moshammer bleibt damit einer der spektakulärsten Fälle der Münchner Kriminalgeschichte. Die Tat selbst wurde innerhalb weniger Tage aufgeklärt. Was in jener Nacht in der Grünwalder Villa genau zum tödlichen Gewaltausbruch führte, lässt sich dagegen nur anhand der unterschiedlichen Aussagen und der späteren gerichtlichen Feststellungen rekonstruieren.
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