Prinz Andrew: Royal in Sandringham nicht willkommen - Bewohner warnen vor "verschwitztem Pädophilen"

In Sandringham hängen Flugblätter, die vor einem "verschwitzten Pädophilen" warnen. Gemeint ist Prinz Andrew, der nach seiner Verbannung aus Windsor ausgerechnet dort Zuflucht suchen muss.

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Sandringham warnt vor Prinz Andrew. (Foto) Suche
Sandringham warnt vor Prinz Andrew. Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Aaron Chown
  • Endgültiger Bruch: Prinz Andrew aus Terminkalender, Website und Windsor verbannt
  • Dorf-Aufstand: Bewohner warnen öffentlich vor dem Ex-Royal
  • Skandal-Vergangenheit: Epstein-Verbindungen holen ihn erneut ein

Das britische Königshaus zeigte sich lange nachsichtig mit Prinz Andrew, doch damit ist nun endgültig Schluss. Der 65-Jährige wurde zunächst aus dem offiziellen Terminkalender gestrichen, dann von der Palast-Website entfernt und schließlich sogar aus dem königlichen Anwesen in Windsor verbannt. Nach seiner Zwangsumsiedlung nach Sandringham erwartet ihn dort alles andere als ein herzlicher Empfang. Die Einwohner des kleinen Dorfes mit seinen gerade einmal 437 Bewohnern machen unmissverständlich klar: Der frühere Prinz ist hier nicht willkommen. An mehreren zentralen Punkten im Ort haben Andrews neue Nachbarn Flugblätter angebracht, die Passanten und Touristen vor ihm warnen sollen. Was in Windsor undenkbar wäre und juristische Folgen nach sich ziehen würde, fällt in Sandringham offenbar unter die Meinungsfreiheit.

"Verschwitzter Pädophiler in der Gegend!" Sandringham warnt vor Prinz Andrew

Die Aushänge tragen die Überschrift "Öffentliche Sicherheitsmitteilung" und kommen direkt zur Sache. In großen roten Buchstaben steht dort: "Es gibt einen verschwitzten Pädophilen in der Gegend: Andrew Mountbatten-Windsor (früher: 'Prinz Andrew')". Zur besseren Identifizierung wurde ein Foto des in Ungnade gefallenen Sohnes von Queen Elizabeth II. hinzugefügt. Unter dem Bild finden sich weitere Anschuldigungen: Andrew wird als enger Vertrauter des berüchtigten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein bezeichnet und als "begeisterter Teilnehmer an seinem Sexhandelsnetzwerk". Die Flugblätter behaupten zudem, er habe Millionen gezahlt, um Überlebende zum Schweigen zu bringen. In nur acht Zeilen fassen die Dorfbewohner zusammen, was den einstigen Royal zu Fall brachte.

Prinz Andrew: Der tiefe Fall eines Royals

Der Skandal nahm 2015 seinen Anfang, als eine Aufnahme aus dem Jahr 2001 auftauchte. Das Foto zeigte den Bruder von König Charles gemeinsam mit der damals minderjährigen Virginia Roberts, die später unter dem Namen Giuffre bekannt wurde. Die heute 41-Jährige beschuldigte Andrew des mehrfachen sexuellen Missbrauchs und reichte schließlich Klage gegen ihn ein.

In den Ermittlungsakten gegen den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein fand sich Andrews Name wiederholt. Zwischen 2019 und 2025 kamen immer weitere belastende Details über seine dokumentierte Verbindung zu dem Milliardär ans Licht. Im vergangenen Jahr verlor der 65-Jährige schließlich sämtliche Privilegien und lebt nun als gewöhnlicher britischer Staatsbürger – ohne Titel, ohne Schutz der Krone.

Die absurde Schweiß-Ausrede des Briten-Royals

Die Bezeichnung "verschwitzt" auf den Flugblättern ist eine gezielte Anspielung auf Andrews desaströses BBC-Interview aus dem Jahr 2019. Virginia Giuffre hatte in ihren Anschuldigungen angegeben, der damalige Prinz habe bei ihren Begegnungen stark geschwitzt. Andrew präsentierte daraufhin eine der bizarrsten Verteidigungsstrategien der jüngeren Royal-Geschichte: Er behauptete, während seines Einsatzes als Hubschrauberpilot im Falklandkrieg die Fähigkeit zum Schwitzen verloren zu haben. Unter Beschuss habe sein Körper eine Überdosis Adrenalin ausgeschüttet, weshalb er seitdem keinen Schweiß mehr produzieren könne. Diese Erklärung wurde weithin mit Spott und Unglauben aufgenommen – und verfolgt ihn nun bis in sein neues Zuhause in Sandringham.

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