Donald Trump: Es war fast menschenleer - Trump irritiert mit Pool-Auftritt

Donald Trump verbrachte seinen letzten Auftritt vor den US-Zwischenwahlen damit, 20 Minuten lang über Beckenbeschichtungen, Bewehrungsstahl und die perfekte Blauschattierung seines Reflecting Pools zu dozieren. Damit ging der US-Präsident baden.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump ging mit seinem letzten Auftritt vor den Zwischenwahlen baden. (Foto) Suche
Donald Trump ging mit seinem letzten Auftritt vor den Zwischenwahlen baden. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
  • Donald Trump irritiert mit Pool-Auftritt vor Zwischenwahlen
  • Donald Trump geht sprichwörtlich baden und wird verspottet
  • Donald Trump entsetzt mit Rassismus-Ausfällen

Am Tag der Midterm-Wahlen steht fest: Donald Trumps letztes Wort an die Wählerinnen und Wähler drehte sich vor allem um - Algen. Bei seinem finalen Auftritt widmete der US-Präsident den Großteil seiner 47-minütigen Ansprache am frisch renovierten Reflecting Pool in Washington Themen wie Rohrleitungen, Poolbeschichtungen und angeblichem Vandalismus. Bis zuletzt hatte Donald Trump seine Wahlkampfauftritte abgehalten und damit für reichlich Schlagzeilen gesorgt - er enthüllte unter anderem ein Melania-Drama auf der Bühne und ging auf einen Protestierenden los.

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Donald Trump irritiert mit Pool-Auftritt vor Zwischenwahlen

Mehr als 20 Minuten vergingen, bevor Trump während seiner Abschlussrede überhaupt auf die Kongresswahlen zu sprechen kam. Statt vor Tausenden jubelnden Anhängern sprach der 80-Jährige mit "USA"-Kappe auf dem Kopf in einem weiträumig abgesperrten - aber nahezu menschenleeren Areal. "Wir haben das ernsthaft versucht", sagte Trump mit Blick auf die Wahlen - und klang dabei fast resigniert.

Trump selbst schien seine Lage auf seine Weise einzuschätzen. Amtierende Präsidenten verlören die Zwischenwahlen nun einmal, ob sie nun großartig regierten oder nicht, erklärte er. Sollten alle seine Wähler von 2024 erneut abstimmen, wäre ein "Erdrutschsieg" möglich. "Aber das wird nicht passieren", schob er sofort hinterher. Die Botschaft war kaum zu überhören: Schuld an einer Niederlage wäre jedenfalls nicht er.

Donald Trump geht sprichwörtlich baden und wird verspottet

Was folgte, war eine Art Meisterklasse in Schwimmbadtechnik - gehalten vom mächtigsten Mann der Welt. Videos bei Netzwerk X dokumentieren die Rede. Trump präsentierte großformatige Fotografien, die den Zustand des Beckens vor und nach der Sanierung zeigen sollten, und referierte ausführlich über Fugen, Bewehrungsstahl und die Herausforderungen beim Abgleich von Granittönen.

Besonders am Herzen lag ihm offenbar die Farbwahl für den Beckenboden. "Ein sehr dunkles Blau. Sie nennen es 'American Flag Blue'", schwärmte Trump. Bei einem helleren Ton hätte man keine Spiegelung – "dann wäre es kein Reflecting Pool." Zur Krönung erklärte er, man überlege bereits, ob man den Pool in "Trump Reflecting Pool" umbenennen sollte. Der Spott im Netz kannte keine Grenzen. Zahlreiche X- und Instagram-Nutzer zogen in den Kommentaren über den US-Präsidenten her. So hieß es unter anderem:

  • "Er erwägt außerdem ernsthaft eine Durchführungsverordnung, die vorschreiben würde, dass jeder in "Trumperica" seinen Namen in "Trump" ändern muss. Keine Vor- oder Mittelnamen, nur "Trump". Und jede Stadt würde in "Trumpopolis" umbenannt werden."
  • "Für einen Mann, der über nichts nachdenkt, ist das sehr ironisch"
  • "Was für eine Blamage"

Donald Trump entsetzt mit Rassismus-Ausfällen

Als Trump sich dann doch den Wahlen zuwandte, wurde es nicht weniger bizarr. Den demokratischen Senatskandidaten Abdul El-Sayed aus Michigan attackierte er mit rassistisch anmutenden Ausfällen - der Senat brauche "ein bisschen Apple Pie" und keinen "Dschihadisten". Demokratische Kandidaten bezeichnete er pauschal als "die gefährlichsten Kandidaten, die jemals aufgestellt wurden".

Außerdem brüstete sich Trump offen mit der US-Militärintervention in Venezuela. "Wenn man unsere Eroberung Venezuelas hinzurechnet, nehmen wir jeden einzelnen Tag Hunderte Milliarden Dollar an Öl ein", erklärte er. Zur Kriminalität in Washington behauptete er einen Rückgang von fast 90 Prozent- weit über die 45 Prozent hinaus, die sein eigenes Justizministerium im August gemeldet hatte.

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