Steinmeier-Nachfolge: Nouripour weist Wadephul-Kritik zurück

Darf sich ein Politiker auf Auslandsreise zu Vorgängen wie der Debatte über die Steinmeier-Nachfolge in Deutschland äußern? Außenminister Wadephul hat das kritisiert – und bekommt nun Kontra.

Erstellt von - Uhr

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) bei einer Pressekonferenz (Archivbild). (Foto) Suche
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) bei einer Pressekonferenz (Archivbild). Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Der Grünen-Spitzenpolitiker Omid Nouripour hat die Kritik von Außenminister Johann Wadephul (CDU) an Äußerungen aus dem Ausland zur Frage der Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zurückgewiesen. "Besser wäre es, wenn Herr Wadephul mit Initiativen von Belang Aufmerksamkeit schaffen würde", sagte Nouripour der Deutschen Presse-Agentur in Peking.

Bei dem Streit geht es um die Debatte über die Steinmeier-Nachfolge, für die die hessische Landespolitikerin Ines Claus ins Spiel gebracht worden war. In der Umgebung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wurde während dessen Asienreise aber dementiert, dass sich dieser bereits auf Claus festgelegt habe. Nouripour, der Steinmeier bei dessen Staatsbesuch in China begleitet, machte deutlich, dass er Claus für ungeeignet für das höchste Staatsamt hält.

Wadephul zeigte sich daraufhin irritiert: "Bisher war es gute Sitte, dass derartige Prozesse nicht aus dem Ausland kommentiert werden, sondern dass wir hier eine innenpolitische Debatte im Inland miteinander führen." Wen er konkret meinte, sagte Wadephul nicht.

Nouripour, der auch Vizepräsident des Bundestags ist, sagte nun: "Aus der CDU werden Personalvorschläge gestreut, die Friedrich Merz dazu veranlassen, von einer Asienreise aus seine eigenen Leute zurückpfeifen zu lassen." Wenn das prompt beklagt werde, offenbare dies, wie uneinig die CDU sei. "Es ist schon erstaunlich, wenn der Außenminister den eigenen Kanzler öffentlich rüffelt. Das ist beunruhigend."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Weitere aktuelle News im Ressort "Politik":

Noch mehr Nachrichten über Politik lesen Sie hier.

/roj/news.de

Themen:

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.