Lateinamerika: Brasilien: Stimmabgabe landesweit verlängert

Probleme mit dem öffentlichen Nahverkehr haben Folgen für die Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien. Die Auszählung war bereits angelaufen, als das Oberste Gericht eingriff.

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In Brasilien ist die Stimmabgabe bei der Stichwahl um das Präsidentenamt auf Anordnung des Obersten Gerichts landesweit um zwei Stunden verlängert worden. Die Wahllokale sollen nun bis 19.00 Uhr Ortszeit (23.00 Uhr MESZ) geöffnet bleiben, wie der Richter Cristiano Zanin vom Obersten Gerichtshof (STF) entschied. Die bereits begonnene Auszählung wurde daraufhin unterbrochen.

Probleme mit dem öffentlichen Nahverkehr

Hintergrund sind Berichte über Probleme mit dem öffentlichen Nahverkehr mit Auswirkungen auf die Wähler. Das Wahlbündnis des linken Amtsinhabers Luiz Inácio Lula da Silva hatte eine Verlängerung der Wahlzeit beantragt und auf Schwierigkeiten in mehreren Bundesstaaten verwiesen. Betroffen seien unter anderem São Paulo, Rio de Janeiro und Pará. Die Anordnung Zanins gilt über die ursprünglich beantragten Gebiete hinaus für das gesamte Land.

In Salvador im Bundesstaat Bahia waren zuvor mindestens 75 Busse zunächst nicht aus ihren Depots gefahren. Das regionale Wahlgericht ordnete deshalb die Festnahme des städtischen Mobilitätssekretärs wegen eines mutmaßlichen Wahlvergehens an. Die Stadtverwaltung erklärte, es habe Streit um Aufkleber mit der Nummer von Lulas Arbeiterpartei PT auf den Bussen gegeben.

Auch das Wahlkampfteam des rechten Präsidentschaftskandidaten Flávio Bolsonaro beantragte eine Verlängerung der Wahlzeit in einzelnen Gemeinden in Minas Gerais und Rio Grande do Sul. Dort hätten heftige Regenfälle, Überschwemmungen und Stromausfälle den Wahlablauf beeinträchtigt.

Bei der Stichwahl entscheidet sich, ob der 80-jährige Lula eine vierte Amtszeit antritt oder ob der 45-jährige Senator Flávio Bolsonaro, Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro, erstmals Staatschef wird. Erste vorläufige Ergebnisse werden nach Ende der verlängerten Wahlzeit erwartet.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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