Politischer Diskurs: Klöckner: Nicht jede andere Meinung extremistisch nennen
Im politischen Streit geht es nach Ansicht von Bundestagspräsidentin Klöckner teils mehr um Moral als um das Argument. Was sie über Kompromisslosigkeit und den Umgang mit anderen Meinungen sagt.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Bundestagspräsidentin Julia Klöckner wirbt für mehr Aushalten anderer Ansichten. "Wir sollten auch nicht alles gleich als extremistisch oder demokratiegefährdend bezeichnen, was nicht die eigene Meinung wiedergibt", sagte die Christdemokratin der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS). "Wir müssen ertragen, wenn jemand anders denkt."
Die 53-Jährige meinte: "Heute geht es schnell um Bekenntnis und die Erwartung, dass der andere dieses übernimmt." Die moralische Haltung spiele dann eine größere Rolle als das Argument. Die Folge sei Kompromisslosigkeit. "Wer aber auf die Auseinandersetzung mit Argumenten verzichtet, wird denkfaul." Wenn man sich in die Details der Einzelargumente begebe, könne man sich in seiner Sichtweise weiterentwickeln, so Klöckner. "Die Gefahr bei Alles-oder-nichts-Sichtweisen, diesen Hundertprozentforderungen, diesem Schwarz-Weiß ist, dass es schnell zu einer moralisierenden Überhöhung kommt." Demokratie sei aber auch ein Aufeinander-Zugehen.
Klöckner betonte: "Unsere Demokratie gibt nicht die eine Meinung vor." Vielmehr sei sie der Rahmen mit den Spielregeln, in dem sich Mehrheiten bilden. "Und das kann durchaus Zumutung sein. In einer Demokratie darf man auch dummes Zeug reden."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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