Schulproteste: Frankreichs Premier verspricht bessere Schulen, aber kein Geld extra

Die Proteste der Schüler gehen weiter: Lecornu kündigt Maßnahmen an, setzt aber auf ein Sparbudget. Was die Regierung plant.

Erstellt von - Uhr

Täglich bestens informiert mit den aktuellen Politik-Nachrichten auf news.de (Symbolbild). (Foto) Suche
Täglich bestens informiert mit den aktuellen Politik-Nachrichten auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / Microgen

Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu hat den protestierenden Schülern bessere Lernbedingungen zugesichert, aber keine zusätzlichen Finanzhilfen im Bildungsbereich in Aussicht gestellt. "In den acht Monaten, die uns noch bis zur Präsidentschaftswahl verbleiben, wird die Regierung pragmatisch handeln, um den Erwartungen der Gymnasiasten gerecht zu werden", sagte Lecornu am Abend in einer Ansprache.

Im Bildungsbereich seien im kommenden Haushalt Mehrausgaben von 1,2 Milliarden Euro vorgesehen, das Ressort sei damit eines der wenigen mit einem wachsenden Budget, sagte Lecornu. Die Bildungsgewerkschaften hatten zehn Milliarden Euro Zusatzausgaben verlangt. Angesichts der hohen Staatsverschuldung ringt die Regierung mit einem Sparhaushalt.

Premier: Wut der Jugendlichen kommt nicht aus dem Nichts

Um die Lage an den Schulen zu verbessern, solle es mehr Vertretungslehrer, bauliche Maßnahmen an Gebäuden, überarbeitete Stundenpläne, eine Verbesserung des universitären Zulassungsverfahrens "Parcoursup" sowie mehr Mitsprache für die Schüler geben, sagte Lecornu.

Die Wut der Jugendlichen käme nicht aus dem Nichts. "Niemand kann ihren Ängsten gegenüber gleichgültig bleiben. Sie waren Kinder oder standen während der Corona-Pandemie am Beginn ihrer Jugend; wir haben ihnen erhebliche Anstrengungen abverlangt, und seitdem sehen sie Kriege, den Klimawandel und manchmal auch ihre Angehörigen in Not."

"Trotz dieser Ängste verlangen wir von ihnen, ihren Weg zu wählen und zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Die Verantwortung der Regierung und der politischen Parteien muss darin bestehen, dieses Vertrauen wiederherzustellen, und das beginnt damit, ihnen zuzuhören", sagte Lecornu. Er verwies auf eine Onlineplattform, auf der Schüler seit Montag ihre Probleme und Forderungen schildern können und auf der bereits 40.000 Reaktionen eingegangen seien.

Nach der Ankündigung von Bildungsgewerkschaften sollen die Proteste am Donnerstag weitergehen. Die Gymnasialgewerkschaft USL rief zu einer Kundgebung in Paris um 15.00 Uhr auf dem Place de la Bastille auf.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Weitere aktuelle News im Ressort "Politik":

/roj/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.