Spionageverdacht: Sicherheitsexperte Hanning: Steile Karriere im deutschen Staat

"Ein guter Agent zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht auffällt", hat August Hanning mal gesagt. Nun stehen gegen den Mann selbst schwere Vorwürfe im Raum.

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Eine jahrzehntelange Karriere auf sicherheitsrelevanten Führungsposten des Staates, nun die Festnahme wegen möglicher Spionage: August Hanning steht im Verdacht des versuchten Landesverrats und der geheimdienstlichen Agententätigkeit.

In Sicherheitskreisen rieb sich am Dienstag mancher die Augen, als die Nachricht über eine Mitteilung des Generalbundesanwalts die Runde machte. Denn hinter dem inzwischen 80-Jährigen liegt eine steile Laufbahn auf Top-Posten, bei denen es meist um die Sicherheit Deutschlands ging.

Unter Helmut Schmidt (SPD) leitete Hanning ab 1981 im Bundeskanzleramt zunächst das Referat für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Fünf Jahre später wechselte er in die westdeutsche Ständige Vertretung in der DDR, wo er später als Geheimschutzbeauftragter mit Haftfällen befasst war, um dann 1990 unter Helmut Kohl (CDU) ins Kanzleramt zurückzukehren.

Hanning war der Vertraute des damaligen und als umtriebig geltenden Koordinators für die Geheimdienste, Bernd Schmidbauer. Dieser ließ kaum eine Gelegenheit aus, nicht nur durch Erfolge, sondern auch durch eigenwillige Eskapaden und oft auch durch umstrittene Vorgehensweisen öffentlich zu glänzen. Hanning stand im Schatten Schmidbauers, wurde aber als der eigentliche "Macher" in der Geheimdienstszene angesehen.

Als das Bundeskabinett Hanning im November 1998 zum neuen BND-Chef berief, galt er damit schon als exzellenter Fachmann im Nachrichtengeschäft. Zuvor war er als Abteilungsleiter im Kanzleramt zuständig für die Dienstaufsicht über den BND.

Der Parteilose wurde als kooperativ und kommunikativ beschrieben. Mit seiner ruhigen und sachlichen Art und seinem unauffälligen Auftreten präsentierte er sich als das genaue Gegenteil von James Bond, wie es damals hieß. Sein Wahlspruch war: "Ein guter Agent zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht auffällt."

Von Hanning war erwartet worden, dass er als BND-Chef den durch manche Skandale geschüttelten Auslandsgeheimdienst in ruhiges Fahrwasser führt. Das hat er bis zu seinem Wechsel als Staatssekretär ins Bundesinnenministerium auch geschafft. Im Anschluss wechselte Hanning in die Privatwirtschaft und arbeitete als Sicherheitsberater.

Schlagzeilen machte er zuletzt im Zusammenhang mit dem Prozess wegen der Entführung der Block-Kinder am Jahreswechsel 2023/2024, für die laut Staatsanwaltschaft eine israelische Sicherheitsfirma verantwortlich sein soll.

Hanning und ein pensionierter Beamter des Landeskriminalamts (LKA) Hamburg stünden im Verdacht, als Verantwortliche einer anderen Sicherheitsfirma 2022 einen Auftrag von Christina Block zur Kindesentziehung angenommen zu haben, hatte die Behörde im Herbst 2025 mitgeteilt. Die beiden Beschuldigten gehören aber nicht zu den Angeklagten im aktuellen Prozess. Ein Anwalt von Hanning hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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