Johann Wadephul: Wadephul sieht weitergehende Pläne Russlands
Der Außenminister vermutet einen größeren Plan hinter dem Vorgehen Moskaus und verweist auf ein altes Zitat von Präsident Putin. Von einem Krieg mit Russland will er jedoch nicht sprechen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
Suche
Bundesaußenminister Johann Wadephul geht davon aus, dass Russland über den Krieg mit der Ukraine hinaus weitergehende Pläne hat. Russland habe vor dem Krieg ein gutes Auskommen mit der Ukraine gehabt, zudem habe keiner Russland bedroht, das Land habe gute Lieferverträge auch mit Deutschland gehabt, sagte der CDU-Politiker in der ntv-Sendung "Pinar Atalay". "Und deswegen müssen wir doch davon ausgehen, dass Russland weitergehende Pläne hat."
Auf die Frage, was genau unter weitergehenden Plänen zu verstehen sei, antwortete Wadephul, dass Präsident Wladimir Putin in der Vergangenheit den Zusammenbruch der Sowjetunion als größte Katastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet habe. "Wenn das die größte Katastrophe war, dann möchte er die wahrscheinlich reparieren." Dazu gehöre die Ukraine, dazu gehört auch Georgien, Moldau und das Baltikum. "Das sind jetzt EU- und Nato-Mitglieder und damit sind wir dann selbst auch betroffen als Alliierte."
Verpflichtungen als Nato-Staat
Mit Blick auf die Verpflichtungen Deutschlands als Nato-Staat sagte Wadephul, dass Deutschland nicht erst dann angegriffen sei, wenn deutsches Gebiet angegriffen werde, sondern auch dann, wenn etwa die Grenze nach Polen, Estland, Lettland oder Litauen überschritten werde. Zwar müsse die Grenzübertretung dann noch in einem Verfahren festgestellt werden. "Aber das ist im Grundsatz unsere Zusage und Deutschland steht zu dieser Zusage".
Darüber hinaus werde Deutschland aber jetzt schon angegriffen, sagte Wadepuhl und verwies auf die Drohnen-Vorfälle in Leipzig und diverse Cyberangriffe der Vergangenheit. Als Krieg wolle er sie nicht bezeichnen, sondern als hybride Angriffe. Diese Vorfälle seien jedoch feindselig und könnten eine Vorstufe sein.
Im August hatte es am Flughafen Leipzig/Halle einen Angriff mit einer Drohne gegeben, die mit Sprengstoff ausgerüstet war. Sie war zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion. Die Bundesregierung macht Russland für den Angriff verantwortlich. Moskau bestreitet das.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
Weitere aktuelle News im Ressort "Politik":
Donald Trump News: Doch wegen Bedrohung: Was Trump über den Bomberabzug sagt
Beinahe-Katastrophe: Medien: Flydubai-Copilot wollte Tel Aviver Flughafen treffen
Donald Trump und Wladimir Putin: "The Don" droht erniedrigende Bloßstellung durch den Kreml-Chef
Wolodymyr Selenskyj: Selenskyj erwartet Verhandlungen noch im Oktober
Noch mehr Nachrichten über Politik lesen Sie hier.
kns/roj/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.