Lateinamerika: Wahllokale in Brasilien geschlossen – Auszählung begonnen
Rund 159 Millionen Brasilianer waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Erste Ergebnisse der Präsidentenwahl werden in der Nacht erwartet – es deutet sich ein knappes Rennen an.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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In Brasilien haben die Wahllokale nach der Präsidentenwahl geschlossen. In Umfragen lagen zuvor der linke Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und der rechte Senator Flávio Bolsonaro eng beieinander, ohne jedoch die für einen Sieg nötige absolute Mehrheit zu erreichen. Vieles deutet deshalb auf eine Stichwahl am 25. Oktober hin.
Neben den beiden Favoriten traten zehn weitere Kandidaten an, die in den Umfragen allerdings deutlich dahinter lagen. Erste vorläufige Ergebnisse werden in der deutschen Nacht auf Montag erwartet.
Rund 159 Millionen Brasilianer waren in dem größten Land Lateinamerikas zur Wahl aufgerufen. Neben dem Präsidenten und seinem Vize wurden auch Abgeordnete, Senatoren und Gouverneure gewählt.
Lula von der Arbeiterpartei PT will seine Politik mit Sozialprogrammen und öffentlichen Investitionen fortsetzen. Flávio Bolsonaro von der Liberalen Partei PL, Sohn des derzeit unter Hausarrest stehenden Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro, versprach einen schlankeren Staat und ein härteres Vorgehen gegen Kriminalität. Zudem möchte er bei einem Wahlsieg eine Amnestie für seinen Vater erreichen, der wegen seiner Beteiligung an einem versuchten Staatsstreich zu mehr als 27 Jahren Haft verurteilt wurde. Der Wahlkampf war zudem von Streit über Korruption, das Oberste Gericht und Brasiliens Verhältnis zu den USA geprägt.
Keine Hinweise auf ausländische Einmischung
Der Präsident des obersten Wahlgerichts TSE, Nunes Marques, erklärte bei einer Pressekonferenz, Geheimdienstberichte hätten bislang keine konkreten Hinweise auf eine ausländische Einflussnahme auf die Wahl ergeben. Er äußerte sich dazu auf Nachfrage vor dem Hintergrund, dass die USA am Freitag ihre Konsulardienste in dem südamerikanischen Land aus Sicherheitsgründen geschlossen hatten.
Während des Wahltags kam es vereinzelt zu Zwischenfällen. In Cupira im Bundesstaat Pernambuco starb Medienberichten zufolge etwa ein 68-jähriger Mann, nachdem er während der Stimmabgabe in einem Wahllokal zusammengebrochen war. Die Wahl in dem betroffenen Wahllokal sei daraufhin vorübergehend unterbrochen worden; die Todesursache sei unbekannt.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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