Vereinte Nationen: Wadephul: Mehr UN-Verantwortung für Künstliche Intelligenz

Mögliche Bedrohungen durch KI sind auch bei den Vereinten Nationen ein wichtiges Thema. Der deutsche Außenminister sieht im Umgang mit KI einen wesentlichen Gradmesser für die Reformfähigkeit der UN.

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Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) bei einer Pressekonferenz (Archivbild). (Foto) Suche
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) bei einer Pressekonferenz (Archivbild). Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Außenminister Johann Wadephul hat die Vereinten Nationen aufgefordert, mehr Verantwortung für eine sichere und positive Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) zu übernehmen. "Die KI wartet nicht darauf, dass unsere Institutionen aufschließen. Unsere Institutionen müssen zur KI aufschließen", sagte der CDU-Politiker vor der UN-Vollversammlung in New York. "Es liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung, sicherzustellen, dass diese Technologie der menschlichen Würde dient", fügte Wadephul hinzu.

Dies sei besonders dringlich, da diese Technologien bereits die Grundlagen der Gesellschaften verändern. Es müsse sichergestellt werden, dass der technologische Fortschritt von einem Rahmenwerk geleitet werde, "an dessen Gestaltung wir alle mitwirken", verlangte Wadephul, der für Deutschland in Vertretung von Kanzler Friedrich Merz (CDU) vor der Weltgemeinschaft sprach. Dies bedeute auch, die Kompetenz aufzubauen, immer leistungsfähigere KI-Systeme zu verstehen und zu bewerten.

Deutschland fordert gemeinsame Sicherheitsregeln für KI-Modelle

UN-Generalsekretär António Guterres treibt seit langem Initiativen zu KI voran und will den Vereinten Nationen dabei eine zentrale Rolle sichern. Doch die Glaubwürdigkeitskrise der UN belastet diesen Anspruch: Das Versagen bei der Wahrung von Frieden und internationaler Sicherheit schwächt auch ihre Autorität bei der Gestaltung neuer globaler Regeln.

Deutschland rufe die UN-Mitgliedstaaten auf, auf gemeinsame Sicherheitsanforderungen für die leistungsfähigsten KI-Modelle hinzuarbeiten, sagte Wadephul. So sollten Anbieter verpflichtet werden, KI-Modelle vor der Veröffentlichung zu testen und über schwerwiegende Sicherheitsmängel zu berichten. Diese Anforderungen sollten durch eine wirksame nationale und regionale Aufsicht flankiert werden.

Umgang mit KI Gradmesser für UN-Reformfähigkeit

Die Industrie müsse hierbei ihren Teil beitragen und Verantwortung für die künftige Entwicklung dieser Technologie übernehmen - insbesondere wenn der Weltfrieden und die internationale Sicherheit potenziell berührt seien, forderte Wadephul. Die Art und Weise, wie man gemeinsam mit KI umgehe, sei "einer der deutlichsten Gradmesser dafür, ob wir über die Kraft und den Willen verfügen, eine für die heutige Welt geeignete Organisation der Vereinten Nationen zu schaffen".

Technologien könnten sich wandeln, doch ein Grundsatz bleibe bestehen, sagte Wadephul: Macht müsse an Verantwortung gebunden sein, und Fortschritt müsse der Menschenwürde dienen.

Wadephul wiederholte zugleich die Forderung nach tiefgreifenden Reformen der UN-Institutionen. Die Welt befinde sich in einer Spirale ständiger Eskalation, die UN steuerten inmitten dieser Lage durch stürmische Gewässer. Man stehe vor der Entscheidung, ob man zulassen wolle, dass das Boot, in dem wir alle sitzen, zu kentern drohe, oder ob man die Kräfte bündeln und es wieder auf Kurs bringen wolle. Gemeinsam könne man "den Aufbruch wagen und eine friedliche Zukunft für kommende Generationen gestalten", forderte er.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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