Russland-Deutschland: Wadephul: Weiterhin Uneinigkeit mit Lawrow
Gut 20 Minuten spricht der deutsche Außenminister am Rande der UN-Vollversammlung mit seinem russischen Kollegen. Anschließend zieht Wadephul ein nüchternes Fazit.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Außenminister Johann Wadephul sieht nach dem Gespräch mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow weiterhin Uneinigkeit bei den Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. "Es war ein intensives Gespräch. Natürlich sind wir über wesentliche Punkte nicht einig geworden", sagte der CDU-Politiker dem ZDF. Er habe Lawrow "angeboten zu deeskalieren, insbesondere auch mit Blick auf die Situation in der Ukraine, aber das hat noch keine offenen Ohren gefunden", fügte Wadephul hinzu.
Ihm sei wichtig gewesen, klarzumachen, dass Deutschland "derartige Dinge wie den Drohnenangriff in Leipzig nicht akzeptiert. Dass das eine Eskalation ist, die nicht akzeptabel ist", sagte Wadephul. Er habe Russland gewarnt, so weiterzumachen. "Wir können uns verteidigen, wir können uns wehren, das werden wir auch tun." Die Bundesregierung macht Russland für den Vorfall mit einer nicht explodierten Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich. Moskau weist jede Verantwortung dafür zurück.
Wadephul: Kategorische Auffassungsunterschiede
Ob es weitere Gespräche geben werde, liege im Wesentlichen in russischer Hand, sagte der Bundesaußenminister. "Wenn Russland bereit ist, konstruktiv zu reden, und vor allen Dingen, wenn Russland bereit ist, von seinem Krieg gegen die Ukraine abzulassen, wird man sicherlich sprechen können."
Er sei von zahlreichen Amtskollegen gebeten worden, offen für Gespräche mit Russland zu sein, erklärte Wadephul seine Bereitschaft zu dem Treffen mit Lawrow. Die Kollegen hätten geraten, "dass man zu irgendeinem Zeitpunkt auch wieder direkt miteinander reden muss". Zudem wolle er nicht, dass die Europäer den Amerikanern den kompletten Austausch mit Russland überließen.
Wadephul betonte, es gebe kategorische Unterschiede in den Auffassungen beider Regierungen. "Aber auch darüber muss man sprechen." Auch in Zeiten des Kalten Krieges habe es immer einen Austausch gegeben. "Ich fand es richtig, zum jetzigen Zeitpunkt eine erste Möglichkeit zum Austausch zu suchen", sagte der Bundesaußenminister.
Getreideexporte über Schwarzes Meer wichtiges Thema
Selbstverständlich gelte weiterhin der Grundsatz, dass man nicht ohne die Ukraine über die Ukraine rede, sagte Wadephul. "Ich verhandle nicht über die Ukraine, das machen die Ukrainerinnen und Ukrainer selber. Ich fordere Russland auf, mit der Ukraine zu sprechen." Nun gehe es beispielsweise darum, Getreideexporte aus Russland, vor allem aber aus der Ukraine zu ermöglichen. "Das ist für diese Länder wichtig, aber das ist insbesondere für den Globalen Süden wichtig", sagte Wadephul.
Ägypten beziehe beispielsweise ein Drittel seiner Getreidelieferungen aus der Ukraine. Wenn es keinen Getreideexport gebe, "gibt es Hunger, gerade im Globalen Süden. Und so was muss vermieden werden", sagte Wadephul.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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