Donald Trump: Ex-US-Sicherheitsberater wirft Trump im Iran massive Versäumnisse vor

Gute Freunde werden Trump und sein Ex-Sicherheitsberater wohl nicht mehr. Nun macht Bolton seinem Ex-Chef mit Blick auf den Iran-Krieg schwere Vorwürfe.

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Donald Trump bei einer Rede. (Foto) Suche
Donald Trump bei einer Rede. Bild: picture alliance/dpa/AP | Matt Rourke

Der frühere Nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton, wirft US-Präsident Donald Trump im Krieg gegen den Iran massive Versäumnisse vor. "Trump entscheidet, ohne die Folgen zu bedenken, ohne mögliche Szenarien durchzuspielen. Das hat ihn in eine Lage gebracht, aus der er heute keinen Ausweg weiß", sagte Bolton mit Blick auf den Krieg im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks. "Die entscheidende Frage ist, welches Ziel man mit militärischer Gewalt verfolgt."

Bolton warf Trump zudem mangelhafte Informationspolitik vor. Der Republikaner habe weder die US-Bevölkerung noch den Kongress von der Notwendigkeit eines Militäreinsatzes im Iran überzeugt. Er habe weder die Nato noch die Golfstaaten informiert, auch nicht Japan oder Südkorea. Und vor allem habe er nicht mit dem Widerstand im Iran zusammengearbeitet. "Der ist sehr

verbreitet, wenn auch schlecht organisiert", sagte Bolton. Trump hätte die Opposition fragen können, ob sie Geld, Kommunikationsmittel oder Waffen benötigte. "Menschen im Land könnten das Regime weiter destabilisieren, bis es sich nicht mehr halten kann."

Bolton: Trump hat nicht durchdacht, was sein Ziel ist

All das brauche Zeit, sagte Bolton. Diese Zeit habe Trump sich nicht genommen. "Deshalb hat er, wie so oft, nicht durchdacht, was sein Ziel ist und was nötig wäre, um es zu erreichen." Er wisse nicht, was Trump mit den Angriffen vom 28. Februar habe erreichen wollen. "Falls es ein Regimewechsel war, hat er nichts dafür vorbereitet. Ein Ziel zu benennen heißt nicht, dass es per Fingerschnipsen passiert."

Die USA und Israel hatten am 28. Februar gemeinsam den Krieg gegen den Iran begonnen, der mit Gegenangriffen in der Region reagierte. Der Konflikt dauert nun schon fast sieben Monate an.

Bolton war in Trumps erster Amtszeit (2017-2021) zeitweise dessen Nationaler Sicherheitsberater. Der langjährige Diplomat, der als außenpolitischer Hardliner gilt, trat nach rund eineinhalb Jahren im Amt im Streit mit Trump zurück. Im Anschluss wurde er zu einem seiner schärfsten Kritiker: 2020 veröffentlichte Bolton ein Enthüllungsbuch, in dem er ein vernichtendes Bild von Trump zeichnete. Die Trump-Regierung hatte vergeblich versucht, die Publikation zu stoppen.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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