Donald Trump: "Schockierend!" – Republikaner rechnet öffentlich mit Trump ab

Donald Trump bekommt Gegenwind aus den eigenen Reihen! Nach der Wahlschlappe platzt seinem einstigen Verbündeten Ralph Norman der Kragen. Gleich mehrfach nennt er Trumps Vorgehen "schockierend".

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Trump schießt auf seinen eigenen Mann – jetzt rechnet der mit ihm ab! (Foto) Suche
Trump schießt auf seinen eigenen Mann – jetzt rechnet der mit ihm ab! Bild: picture alliance/dpa/AP | Manuel Balce Ceneta
  • Donald Trump unter Beschuss
  • Republikaner Ralph Norman rechnet nach Wahlniederlage öffentlich mit Trump ab
  • Einstiger Trump-Loyalist erhebt schwere Vorwürfe gegen den US-Präsidenten

Donald Trump hat viele politische Gegner. Ralph Norman gehörte bislang nicht dazu - im Gegenteil. Doch jetzt steht der 73-jährige Kongressabgeordnete aus South Carolina vor den Kameras auf dem Capitol Hill und rechnet mit dem Präsidenten ab. Fünfmal in nur zwei Minuten fällt dasselbe Wort: schockierend".

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Donald Trump stellt sich gegen den eigenen Mann: Jetzt platzt dem Republikaner der Kragen

Der US-Präsident hatte massiv in die Senats-Vorwahl in South Carolina eingegriffen – nicht etwa zugunsten seines langjährigen Unterstützers Norman, sondern für dessen Kontrahentin Darline Graham. Das Ergebnis: Graham gewann die Stichwahl mit 52,4 zu 47,6 Prozent. Norman kehrte nach Washington zurück, sichtlich fassungslos und lieferte eine der bemerkenswertesten öffentlichen Abrechnungen eines Trump-Loyalisten mit dem Präsidenten, wie "The Daily Beast" berichtete.

827.000 Dollar für Trumps Wunschkandidatin

Trumps Engagement für Graham war alles andere als halbherzig. Am Freitag vor der Abstimmung flog der 80-jährige Präsident persönlich nach South Carolina, um eine Wahlkampfveranstaltung mit seiner Favoritin abzuhalten. Am darauffolgenden Montag legte er mit einer telefonischen Massenkundgebung nach. Dazu kamen mehrere Aufrufe in den sozialen Medien, in denen Trump die Wähler direkt zur Stimmabgabe für Graham aufforderte.

Besonders brisant: Trumps Super-PAC "MAGA Inc." pumpte laut Unterlagen der Bundeswahlkommission mehr als 827.000 Dollar in Wähleransprache zugunsten Grahams – und das in einem Rennen, in dem zwei Republikaner gegeneinander antraten.

Republikaner Ralph Norman ist schockiert über Trumps Vorgehen

Norman zeigte sich völlig ratlos angesichts der Prioritäten des Präsidenten. Auf die Frage, weshalb Trumps Super-PAC Hunderttausende Dollar in ein parteiinternes Duell stecke, anstatt damit Republikaner in hart umkämpften Bundesstaaten gegen demokratische Gegner zu unterstützen, fehlten ihm die Worte. "Ich verstehe es nicht. Ich verstehe es einfach nicht", sagte der Abgeordnete.

"Er hat so viel für dieses Land getan, aber das hier – sich in eine Vorwahl in South Carolina einzumischen, ist schockierend", erklärte Norman. "800.000 Dollar am Freitag vor dem Dienstag der Abstimmung auszugeben, ist schockierend." Selbst Ronald Reagan hätte so etwas nicht getan, fügte er hinzu.

Ralph Norman zählte einst zu Trumps treusten Unterstützern. Das hat sich nun geändert. (Foto) Suche
Ralph Norman zählte einst zu Trumps treusten Unterstützern. Das hat sich nun geändert. Bild: picture alliance / Chuck Burton/AP/dpa | Chuck Burton

Republikaner erhält Buhrufe für Trump-Kritik

Schon in seiner Rede nach der Niederlage hatte Norman den Präsidenten namentlich erwähnt – und dafür Buhrufe aus dem Publikum kassiert. "Seine Politik ist gut", verteidigte er sich damals. "Ich habe nie verstanden, warum er in dieses Rennen eingestiegen ist – aber es ist, wie es ist, und ich akzeptiere es."

Am Montag in Washington ging Norman noch einen Schritt weiter: Als Reporter ihm die Gelegenheit gaben, Graham für die Senatswahl im November zu unterstützen, verweigerte er dies. Auf die Frage, wen unentschlossene Wähler wählen sollten, antwortete er trocken: "Wählt Ralph Norman."

Ralph Norman:Vom Trump-Verbündeten zum Abrechner

Normans Bruch mit dem Präsidenten ist bemerkenswert, wenn man seine Vergangenheit betrachtet. Im Januar 2021 hatte der Abgeordnete dem damaligen Stabschef Mark Meadows per Nachricht vorgeschlagen, Trump solle das Kriegsrecht ausrufen, um an der Macht zu bleiben. Loyaler ging es kaum.

Norman, der nicht erneut für das Repräsentantenhaus kandidiert, hatte zunächst einen erfolglosen Anlauf auf das Gouverneursamt unternommen, bevor er sich um den Senatssitz bewarb – und auch dort scheiterte. Graham wiederum gilt als klare Favoritin, den Sitz im November für die Republikaner zu verteidigen. Das Weiße Haus äußerte sich zunächst nicht zu Normans Vorwürfen.

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