Unruhen in Niamey: Ministerium: Soldaten haben gegen Militärregierung im Niger gemeutert

In dem bitter armen Land rebellieren abtrünnige Soldaten gegen die Regierung. Schüsse und Explosionen erschüttern die Hauptstadt Niamey. Konnte das Militär die Meuterei erfolgreich stoppen?

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Täglich bestens informiert mit den aktuellen Politik-Nachrichten auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / Семен Саливанчук

Im westafrikanischen Sahel-Staat Niger hat eine Gruppe von Soldaten gegen die Militärregierung gemeutert. Das teilte das Verteidigungsministerium in einer im Staatsfernsehen verlesenen Stellungnahme mit. Die aufständischen Soldaten hätten zunächst ihre Kameraden innerhalb eines Stützpunkts am internationalen Flughafen der Hauptstadt Niamey festgesetzt, hieß es. Danach hätten sie weitere strategische Punkte in Niamey angegriffen. Aufgrund der "raschen Reaktion" der Streitkräfte sei der Aufstand jedoch eingedämmt und die Kontrolle schrittweise wiedererlangt worden, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Einem Militäroffizier zufolge hatten die meuternden Soldaten den internationalen Flughafen und zeitweise auch das Gebäude des staatlichen Fernsehsenders eingenommen. Nationale Sicherheitskräfte hätten demnach den Präsidentenpalast verteidigen können, sagte ein hochrangiges Mitglied des Militärs, das anonym bleiben wollte, der Deutsche Presse-Agentur.

In der Nacht zum Samstag war es zu Schüssen und Explosionen in der Hauptstadt gekommen. Einem Reporter der Deutschen Presse-Agentur zufolge begannen die Unruhen gegen 1.00 Uhr Ortszeit (2.00 Uhr MEZ) und dauerten etwa sechs Stunden an. In mehreren Teilen Niameys war die Stromversorgung unterbrochen worden.

Dritter Angriff auf Flughafen 2026

Bereits Mitte Juni und im Januar war es in der Hauptstadt zu ähnlichen Vorfällen gekommen. Ziel war neben Regierungsgebäuden in beiden Fällen auch der Flughafen. Auf der angrenzenden Luftwaffenbasis waren bis 2024 auch Bundeswehrsoldaten stationiert. Heute sind auf der Basis unter anderem russische Söldner und von der Türkei erworbene Drohnen untergebracht. Im Januar reklamierte ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS Sahel) den Angriff für sich.

Der großteils in der Wüste gelegene Binnenstaat Niger hat rund 28 Millionen Einwohner und ist eines der ärmsten Länder der Welt. Im Juli 2023 putschte sich das Militär an die Macht. Putschanführer General Abdourahamane Tiani, der eng mit Russland verbündet ist, ist mittlerweile ohne Wahlen bis mindestens 2030 zum neuen Präsidenten erklärt worden.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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