J.D. Vance: Obama-Vergleich sorgt für Empörung im MAGA-Lager

In einem Artikel des "Wall Street Journal" wurden Parallelen zwischen dem amtierenden US-Vizepräsidenten J.D. Vance und Ex-Präsident Barack Obama aufgezeigt. Dass ausgerechnet eine konservative Zeitung solche Vergleiche zieht, empört einige MAGA-Anhänger.

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Dass US-Vizepräsident J.D. Vance in einem Artikel des "Wall Street Journal" mit Barack Obama verglichen wurde, schmeckt einigen MAGA-Anhängern gar nicht. (Foto) Suche
Dass US-Vizepräsident J.D. Vance in einem Artikel des "Wall Street Journal" mit Barack Obama verglichen wurde, schmeckt einigen MAGA-Anhängern gar nicht. Bild: picture alliance/dpa/POOL AFP/KEYSTONE | Fabrice Coffrini
  • Meinungsbeitrag im "Wall Street Journal" vergleicht J.D. Vance mit demokratischen Ex-Präsidenten Barack Obama
  • Artikel zieht Parallelen zwischen Kindheit, Karriere und Auftreten der beiden Männer
  • MAGA-Lager reagiert mit heftiger Kritik

J.D. Vance wird bereits seit Monaten als möglicher Nachfolger von Donald Trump als Kandidat für die Präsidentschaftswahl 2028 gehandelt. Doch wäre der amtierende Vizepräsident diesem Amt auch gewachsen? Wenn es nach einem aktuellen Meinungsbeitrag des "Wall Street Journal" geht, weist Vance zumindest einige Gemeinsamkeiten ausgerechnet mit dem bei den Republikanern so verhassten demokratischen Ex-Staatsoberhaupt Barack Obama auf.Im MAGA-Universum herrscht Aufruhr über den Artikel von Kolumnist Barton Swaim.

J.D. Vance weist laut Artikel des "Wall Street Journal" Parallelen zu Barack Obama auf 

Der Autor verweist im Text auf Ähnlichkeiten sowohl im Auftreten als auch in der politischen Herangehensweise beider Politiker. Beide seien zudem ohne Vater aufgewachsen, hätten ihre Großeltern als Hauptbezugspersonen in der Kindheit gehabt und seien quasi vom Tellerwäscher zum Millionär aufgestiegen. Swaim warf Vance vor, er glaube wie einst Obama daran, Irans Führung durch die Kraft seiner charismatischen Persönlichkeit zu vernünftigen Verhandlungspartnern machen zu können. Zudem betone Vance gern seine Jugend – obwohl er alt genug gewesen sei, um Obamas gescheiterte Iran-Annäherung mitzuerleben.

Vergleich mit demokratischem Ex-Präsidenten sorgt bei Donald Trump Jr. für Empörung

Wie "The Daily Beast" berichtet, reagierten einige MAGA-Anhänger wenig begeistert auf Swaims Äußerungen. Präsidentensohn Donald Trump Jr. wertete den Artikel als "Angriff" und bezeichnete das "Wall Street Journal" auf X (vormals Twitter) als "globalistisch". Gleichzeitig wertete er den Beitrag auch als "bestmögliche" Unterstützung für Vance. "Denselben Mist haben sie 2016 und 2024 auch bei meinem Vater abgezogen. Je mehr diese RINOs (Republikaner nur dem Namen nach, Anmerkung der Redaktion), die für offene Grenzen sind, ihn diffamieren, desto offensichtlicher wird, dass er genau ins Schwarze trifft", so Trump Jr. weiter.

Auch andere MAGA-Anhänger äußern Kritik am Vance-Obama-Vergleich

Auch der MAGA-Politikberater Alex Bruesewitz versuchte, den Obama-Vergleich zu entschärfen. Auf X verwies er auf einen "Time"-Artikel aus dem Jahr 2016, in dem Außenminister Marco Rubio als "republikanischer Obama" bezeichnet worden war. Es handle sich um dieselbe "Angriffslinie des Establishments", befand Bruesewitz. Sein Urteil: "Wirklich langweiliges Zeug." Der konservative Journalist Sean Davis wählte einen anderen Weg und konterte den Vergleich schlicht mit überschwänglichem Lob für Vance. Er prophezeite, dass der 41-Jährige dem Obama-Vergleich zufolge "mühelos" zum Präsidenten gewählt werde – auch weil er Staaten gewinnt, die seit vielen Jahren nicht mehr in den Händen der Republikaner sind. "Klingt großartig."

Das "Wall Street Journal" gilt weithin als führende konservative Publikation des Landes. Umso bemerkenswerter ist, dass sich die MAGA-Anhänger nun deutlich gegen die Zeitung wandten.

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