Donald Trump: Dicke Luft im Weißen Haus – Trumps Mitarbeiter wollen nur noch raus

Im Weißen Haus brodelt es gewaltig: Laut Trump-Biografin  wollen zahlreiche Mitarbeiter der Regierung den Rücken kehren. Gleichzeitig verliert Donald Trump mit Karoline Leavitt eine seiner wichtigsten Vertrauten – und vor den Midterms wächst der politische Druck.

Erstellt von - Uhr

Chaos im Weißen Haus – Trumps Leute wollen das Handtuch werfen. (Foto) Suche
Chaos im Weißen Haus – Trumps Leute wollen das Handtuch werfen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • Donald Trump bangt um seine Mitarbeiter
  • Maggie Haberman berichtet von massiver Unzufriedenheit im Weißen Haus
  • Mitarbeiter wollen raus aus dem Weißen Haus
  • Vor den Midterms wächst der Druck auf den US-Präsidenten

Im Weißen Haus herrscht dicke Luft – und zwar so dick, dass offenbar ein Großteil der Belegschaft bereits nach dem Ausgang sucht. Das berichtet die renommierte Trump-Biografin Maggie Haberman von der "New York Times", die das Arbeitsklima in der Regierungszentrale als alles andere als rosig beschreibt.

Mitarbeiter haben genug von Donald Trump laut Biografin Maggie Haberman

"Die meisten Leute haben entschieden, dass sie etwas anderes machen wollen", erklärte Haberman gegenüber dem Sender MS Now. Der Präsident befinde sich in keiner guten Lage mit seinen Mitarbeitern – das hätten sämtliche Gesprächspartner bestätigt. Trump teile derzeit massiv gegen sein eigenes Personal aus, was laut Haberman ein typisches Muster sei: "Er teilt viel aus, was tendenziell passiert, wenn die Dinge nicht gut laufen." Zwar bringe der Midterm-Zyklus traditionell personelle Wechsel mit sich, doch das Ausmaß der aktuellen Unzufriedenheit gehe deutlich darüber hinaus.

Trump verliert seine Vertrauensperson

Der prominenteste Abgang aus Trumps engem Kreis ereignete sich in diesem Monat: Pressesprecherin Karoline Leavitt kündigte an, sich künftig stärker ihrer Familie – ihrem Mann und zwei kleinen Kindern – widmen zu wollen. Laut Insidern, die gegenüber der "Daily Mail" sprachen, habe sich der Abschied über Monate angebahnt. Trump habe Leavitt während ihres Mutterschutzes unablässig angerufen.

Der Präsident habe sie nur äußerst ungern ziehen lassen. "Trump wollte wirklich nicht, dass sie geht, da er ihr tatsächlich vertraut und es nicht mag, sich mit neuen Leuten in seinem Umfeld auseinandersetzen zu müssen", zitierte das Blatt eine Quelle. Auch Haberman bestätigte, dass Leavitt sein Vertrauen in einem Maß genossen habe, das in der ersten Amtszeit kaum ein Pressesprecher erreicht habe. Leavitt kehrt nun zum politischen Aktionskomitee MAGA Inc. zurück, wo sie zuvor als Sprecherin tätig war.

Midterms als nächste Belastungsprobe für Trump

Und es könnte in der 1600 Pennsylvania Avenue noch ungemütlicher werden: Bei den Zwischenwahlen im November drohen Trump empfindliche Rückschläge. Prognosen zufolge dürften die Demokraten das Repräsentantenhaus zurückerobern – selbst eine Mehrheit im Senat erscheint möglich. Sollte es so kommen, würde der Präsident seine legislative Handlungsfähigkeit weitgehend einbüßen.

Für die ohnehin angespannte Atmosphäre im Weißen Haus verheißt das nichts Gutes. Trumps Neigung, bei Gegenwind auf seine engsten Mitarbeiter loszugehen, ist hinlänglich dokumentiert – und dürfte sich bei einer Wahlniederlage kaum abschwächen.

Trumps Weißes Haus attackiert Journalistin statt zu antworten

Auf die Schilderungen Habermans reagierte das Weiße Haus nicht etwa mit einer sachlichen Richtigstellung – sondern mit einer Attacke auf die Journalistin selbst. Sprecher Davis Ingle warf ihr vor, sie rede ständig wie eine "Trump-Psychologin", habe in Wahrheit aber lediglich eine "unheimliche Obsession" mit dem Präsidenten und klammere sich an ihn, um relevant zu bleiben. "Es ist seit Jahren sehr traurig, das mitzuverfolgen", so Ingle.

Auf die konkreten Vorwürfe – die weitverbreitete Unzufriedenheit unter den Mitarbeitern, Trumps Ausfälle gegen das eigene Personal oder den schwierigen Abgang Leavitts – ging die Regierung mit keinem Wort ein. Eine Strategie, die in Washington mittlerweile zum Standardrepertoire gehört: den Überbringer der Nachricht angreifen, nicht die Nachricht selbst.

Auch diese Trump-News sind einen Blick wert:

/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.