Donald Trump im KI-Wahn: Zügelloser US-Präsident irritiert mit Grabstein-Post gegen Joe Biden

Seitdem Donald Trump KI entdeckt hat, kennen seine Eskalationen bei "Truth Social" keine Grenzen mehr. Mit einem Geschmacklos-Post, der einen Grabstein mit Joe Bidens Namen zeigt, erreicht der US-Präsident einen neuen Tiefpunkt.

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Mit einem KI-generierten Bild, das ihn beim Ausgraben eines Rohrs aus einem Grab zeigt, hat Donald Trump die Wiederbelebung der Keystone-XL-Pipeline angekündigt. (Foto) Suche
Mit einem KI-generierten Bild, das ihn beim Ausgraben eines Rohrs aus einem Grab zeigt, hat Donald Trump die Wiederbelebung der Keystone-XL-Pipeline angekündigt. Bild: picture alliance/dpa/AAP | Lukas Coch
  • Donald Trump kündigt Wiederbelebung von umstrittenem Projekt an
  • KI-generiertes Geschmacklos-Bild mit Biden-Grabstein sorgt für Irritation
  • Donald Trump plant Neustart fürKeystone-XL-Pipeline-Projekt

Seitdem Donald Trump für seine zweite Amtszeit ins Weiße Haus zurückgekehrt ist, sind unflätige Schläge unter die Gürtellinie seiner demokratischen Amtsvorgänger an der Tagesordnung - mit Vorliebe veröffentlicht der Republikaner seine Verbal-Attacken auf seiner Social-Media-Plattform "Truth Social". Seitdem Donald Trump die Vorzüge der künstlichen Intelligenz entdeckt hat, sind die rabiaten Posts häufiger geworden - in einem aktuellen Beitrag hat "The Don" einmal mehr seinen Widersacher Joe Biden ins Visier genommen.

In seinem Post deutet Trump an, das umstrittene Keystone-XL-Pipeline-Projekt neu aufleben lassen zu wollen. "Die großartige Keystone-XL-Pipeline, vor langer Zeit von Sleepy Joe Biden getötet, könnte aus dem Grab erweckt werden!", schrieb der US-Präsident am Abend des 18. August. Seinem Beitrag fügte Trump ein KI-generiertes Bild bei, das ihn dabei zeigt, wie er ein Keystone-XL-Rohr mit bloßen Händen aus einem Grab zerrt. Neben ihm steht ein Grabstein mit der Aufschrift "Buried by Biden" – begraben von Biden. Im Hintergrund weht eine US-Flagge, während auf dem Rohr selbst die Worte "Completely free. Energy. Jobs. America First" prangen – ein typisches Stück Trump'scher Bildsprache im Zeitalter künstlicher Intelligenz.

Ein Projekt mit langer und turbulenter Geschichte: Was ist die Keystone-XL-Pipeline?

Die Idee hinter Keystone XL reicht bis ins Jahr 2008 zurück. Ursprünglich geplant war eine Erweiterung des bestehenden Pipeline-Systems, die Rohöl aus den Ölsanden der kanadischen Provinz Alberta bis hinunter zu Raffinerien in den Vereinigten Staaten transportieren sollte. Laut der Regierung von Alberta hätte die Leitung sich über 1.947 Kilometer bis nach Nebraska erstreckt und täglich 830.000 Barrel Rohöl befördert.

Politischer Gegenwind begleitete das Vorhaben jedoch von Beginn an. Bereits US-Präsident Barack Obama stellte sich 2015 gegen das Projekt und erklärte, er teile die Einschätzung des Außenministeriums, dass die Pipeline "nicht dem nationalen Interesse der Vereinigten Staaten dienen würde". Sein Nachfolger im Weißen Haus, Joe Biden, entzog dem Projekt schließlich eine entscheidende Genehmigung und legte es damit endgültig auf Eis.

Donald Trump stemmt sich gegen Entscheidung von Obama und Biden und plant Pipeline-Revival als Teil eines größeren Deals

Donald Trumps Andeutung zur Keystone-XL-Pipeline kam indes nicht isoliert daher – sie war eingebettet in denselben Truth-Social-Beitrag, in dem er eine dreitägige Aussetzung des geplanten 50-Prozent-Zolls auf eine Vielzahl kanadischer Importe verkündete. Hintergrund ist die bevorstehende Finalisierung eines Handelsabkommens zwischen Washington und Ottawa.

Die zeitliche Verknüpfung beider Themen legt nahe, dass das Pipeline-Projekt Teil der laufenden Verhandlungen sein könnte. Kanadas Premierminister Mark Carney bestätigte auf der Plattform X, dass bei den Gesprächen zwischen beiden Ländern "substanzielle Fortschritte" erzielt worden seien. Auch er bestätigte die vorübergehende Aussetzung der angedrohten US-Zölle. Ob die Pipeline dabei konkret auf dem Tisch lag, ließ Carney allerdings offen.

Kanada-Premier Carney schweigt zur Pipeline – obwohl er sie selbst ins Spiel brachte

In seiner öffentlichen Stellungnahme zu den Verhandlungsfortschritten erwähnte Kanadas Premierminister die Keystone-XL-Pipeline mit keinem Wort. Das ist insofern bemerkenswert, als Carney das Thema nach Informationen der "BBC" bereits im Oktober selbst gegenüber Trump angesprochen hatte – im Rahmen eines breiteren Gesprächs über Zölle und Stahl. In einer der "BBC" vorliegenden Erklärung formulierte der Premierminister damals diplomatisch, beide Seiten hätten "Möglichkeiten für materielle Fortschritte im Handel mit Stahl, Aluminium und Energie" erörtert. Dass Carney die Pipeline nun öffentlich nicht thematisiert, könnte auf die politische Sensibilität des Projekts in Kanada hindeuten – doch darüber lässt sich auf Basis der vorliegenden Informationen nur spekulieren.

Umweltschützer und indigene Gruppen laufen Sturm gegen Trumps Pipeline-Plan

Das Keystone-XL-Projekt ist seit jeher heftig umstritten. Umweltorganisationen warnen vor den Risiken möglicher Ölunfälle entlang der Strecke, während indigene Gemeinschaften befürchten, dass die Pipeline ihr Land und ihre Wasserressourcen gefährden könnte. An diesem Widerstand hat sich bis heute nichts geändert. Donald Trump selbst drängt bereits seit Längerem auf den Bau. Schon im Februar 2025 forderte er das hinter dem Projekt stehende Unternehmen auf, die Leitung endlich fertigzustellen. "Ich weiß, dass sie von Sleepy Joe Biden sehr schlecht behandelt wurden, aber die Trump-Regierung ist ganz anders", schrieb er damals auf Truth Social und versprach "einfache Genehmigungen, fast sofortiger Start". Falls das Unternehmen nicht wolle, könne "vielleicht eine andere Pipeline-Firma" einspringen.

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