JD Vance: "Du bist so ein Lügner" - Trump-Vize nach Wirtschaftslob zerrissen

Die Produktion in der Fertigungsindustrie boomt und damit die Beschäftigung. Das behauptet Trumps Wahlkampfsprecher. JD Vance lobt ihn für den Beitrag und schwärmt vom vermeintlichen Wirtschaftswandel des US-Präsidenten. Doch im Netz hagelt es Kritik.

Von news.de Redakteurin - Uhr

JD Vance wird für seine Wirtschaftsschwärmerei im Netz kritisiert. (Foto) Suche
JD Vance wird für seine Wirtschaftsschwärmerei im Netz kritisiert. Bild: picture alliance/dpa/Pool Getty/AP | Win McNamee
  • Vance schwärmt von Trumps Wirtschaftswandel
  • Zahlen zeigen höhere Produktionen in der Fertigungsindustrie
  • Trumps Vize für Lob im Netz scharf kritisiert

Donald Trump wollte einen Wirtschafts-Boom herbeiführen. Laut einem Bericht soll ihm das gelungen sein.Die US-Industrie erlebt einen bemerkenswerten Aufschwung: Der ISM-Fertigungsindex – das meistbeachtete Barometer für die amerikanische Produktionstätigkeit – ist im Juli 2026 auf 55 Punkte geklettert und markiert damit den höchsten Stand seit vier Jahren.

Bereits den siebten Monat in Folge liegt der Wert über der kritischen 50-Punkte-Schwelle, ab der Wachstum signalisiert wird, wie Reuters berichtete. Über diese Nachricht wird laut Trumps früherem Wahlkampfsprecher Steve Cortes zu wenig gesprochen. Grund genug für US-Vizepräsident J.D. Vance, darauf aufmerksam zu machen. Doch sein Lob kommt nicht gut an.

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Trumps Wahlkampfsprecher über Wirtschaftsboom des US-Präsidenten

In seinem Artikel verweist Cortes auf einen tiefgreifenden Wandel. Unternehmen aus aller Welt verlagern ihre Produktion in die Vereinigten Staaten, Fabriken schießen aus dem Boden, und die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe wächst so stark wie seit Jahren nicht mehr. Die Gesamtwirtschaft expandiert mittlerweile seit 17 Monaten ohne Unterbrechung. Dieser Wirtschaftswachstum sei Trumps "starker Führung" zu verdanken, schreibt das "Weiße Haus".

Die Beschäftigung direkt in der Fertigung erreichte ein neues Vier-Jahres-Hoch. Dabei handelt es sich laut dem ISM-Beschäftigungsindex nicht um prekäre Gig-Economy-Tätigkeiten, sondern um gut bezahlte Industriearbeitsplätze, die ganze Familien ernähren können. Das erste Quartal 2026 brachte zudem das erste positive Beschäftigungswachstum im verarbeitenden Gewerbe seit drei Jahren.

Der Produktionsboom zieht auch internationales Geld in enormem Umfang an. Laut dem Bureau of Economic Analysis flossen 2025 insgesamt 232 Milliarden Dollar an ausländischen Direktinvestitionen in die Vereinigten Staaten – ein Anstieg um satte 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr unter der Biden-Regierung.

Noch beeindruckender fallen die Zusagen für künftige Projekte aus: Die "Financial Times" beziffert die angekündigten Kapitalverpflichtungen ausländischer Unternehmen für 2025 auf den Rekordwert von 321,4 Milliarden Dollar. Damit sicherten sich die USA einen historischen Anteil von 23,6 Prozent an sämtlichen globalen Investitionszusagen, unter anderem von Apple-Chef Tim Cook. Auch in der Pharmaindustrie tut sich laut den Berichten etwas.

Trotz dieser Industriedaten bleibt die Stimmung in der breiten Bevölkerung verhalten. Nach fünf Jahren mit teils schmerzhafter Inflation begegnen viele Amerikaner den positiven Wirtschaftsmeldungen mit Skepsis – ein nachvollziehbarer Reflex, wenn die Erinnerung an steigende Supermarktpreise noch frisch ist.

Vance schwärmt von Trumps Wirtschafts-Wandel

Vance machte auf den Artikel von Cortes aufmerksam. Auf der Plattform X schrieb er dazu: 

  • "Toller Artikel von Steve Cortes über den Fertigungsboom, den wir in den USA aufbauen sehen. Die Politik von Donald Trump verursacht einen generationenübergreifenden Wandel in unserer Wirtschaft."

Produktionshoch, aber Stellenabbau - Vance nach Ökonomie-Beitrag aufgeklärt

Diesen Wandel kaufen viele Nutzer nicht ab. Sie haben Zweifel an den im Artikel erwähnten Zahlen. "Will unser Vizepräsident uns da tatsächlich nur Mist auftischen? 9.300 Arbeitsplätze im Baugewerbe im ersten Quartal 2025 gegenüber 93.000 im dritten Quartal 2026??? Der Artikel verschweigt, dass die Zahl von 93.000 kumulativ ist, es sich also um dieselbe Rate handelt wie bei den Zahlen für das erste Quartal, die er gleichzeitig herabwürdigt", schreibt ein User. Ein Blick auf Statistiken zeigt vor allem am Arbeitsmarkt ein anderes Bild. Während die Produktion einen Aufschwung erlebt, schreitet der Stellenabbau weiter voran. Im Juni sank die Zahl der Beschäftigten in der Fertigung im zweiten Monat in Folge. 

The Joint Economic Committee berichtet, dass die Fertigungsindustrie im ersten Jahr von Trumps zweiter Amtszeit 108.000 Jobs verlor. Der Financier und Ökonomie-Experte Steve Rattner schrieb dazu am 20. Juli auf der Plattform X: "Doch seit seiner Wiederwahl haben wir 75.000 Fertigungsjobs verloren. In derselben Periode schuf Biden 625.000."

Trump Vize für lobende Worte als "Lügner" betitelt

 

Gerade in Zeiten, in denen US-Amerikaner ihren Job verlieren und die Lebenshaltungskosten hoch sind, lassen sich die Bürger von diesen Berichten nicht aufmuntern. Das Gegenteil ist der Fall. Die Menschen schauen genauer hin und lassen sich nicht vom einseitigen Bild eines vermeintlichen Trump-Triumphs blenden, wie in den Kommentaren deutlich wird. Der Stellenabbau wird zur versteckten Notiz. Deshalb fällt die Kritik für Vance derart scharf aus. Manche gehen zum Äußersten und erheben Vorwürfe. "Du bist so ein Lügner. Die einzigen, die diesen Mist kaufen, sind die eingefleischten MAGA-Idioten", behauptet ein Nutzer. 

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