Hamburg News: Zehntausende Zeugen Jehovas feiern "Fest der Liebe"

Drei Jahre nach einem Amoklauf herrscht bei den Zeugen Jehovas in Hamburg Aufbruchstimmung. Die Gemeinschaft will mit Optimismus nach vorne blicken und veranstaltet einen großen Kongress.

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Die Hamburger Elbphilharmonie am Ufer der Nordelbe. Aktuelle News aus und über Hamburg hier auf news.de. (Foto) Suche
Die Hamburger Elbphilharmonie am Ufer der Nordelbe. Aktuelle News aus und über Hamburg hier auf news.de. Bild: Adobe Stock / mstein

Gut drei Jahre nach einem Amoklauf bei den Zeugen Jehovas in Hamburg feiert die Religionsgemeinschaft einen großen Kongress im Hamburger Volksparkstadion. Zu der Veranstaltung von Freitag bis Sonntag werden 25.000 Teilnehmer pro Tag erwartet, davon 5.000 aus dem Ausland. Weitere 30.000 Mitglieder würden das Programm im Frankfurter Waldstadion verfolgen, sagte der Sprecher von Jehovas Zeugen Norddeutschland, Michael Tsifidaris.

Es solle ein "christliches Fest der Liebe, des Friedens und auch der Völkerverständigung" werden. Ankommende Gäste wurden vor einem Hotel in der Innenstadt von rund 200 Mitgliedern der Gemeinschaft mit Gesängen, Jubel und "We love you"-Rufen begrüßt.

Gemeinschaft will trauriges Kapitel schließen

"Mit diesem internationalen Kongress versuchen wir, ein trauriges Kapitel zu schließen und mit Freude und der Unterstützung unserer internationalen Freunde ein neues Kapitel des Optimismus und auch eines positiven Blicks auf die Zukunft zu eröffnen", sagte Tsifidaris. Am 9. März 2023 war ein ehemaliges Mitglied der Zeugen Jehovas kurz nach einem abendlichen Gottesdienst in ein Gemeindezentrum im Stadtteil Alsterdorf eingedrungen und hatte sieben Menschen – darunter ein ungeborenes Kind – und sich selbst erschossen.

Mit dem Kongress will die Glaubensgemeinschaft auch an eine Versammlung auf der Hamburger Moorweide vor 80 Jahren erinnern. 1946 waren nach Angaben des Sprechers in der kriegszerstörten Stadt 4.000 Gläubige aus ganz Norddeutschland zusammengekommen. Nach der Verfolgung unter dem NS-Regime hätten sie ein entschlossenes Zeichen für Frieden und Einheit gesetzt, sagte Tsifidaris.

Erinnerung an Zeugen Jehovas im KZ-Neuengamme

Zum Rahmenprogramm gehören Besucherführungen durch die KZ-Gedenkstätte Neuengamme, bei der es um die Verfolgungsgeschichte der Zeugen Jehovas geht. In dem Konzentrationslager seien mehr als 65 Bibelforscher - wie die Zeugen Jehovas damals genannt wurden - ums Leben gekommen, sagte der Leiter der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte, Oliver von Wrochem, in einer Grußbotschaft. In der Gedenkstätte werde an rund 200 gefangene Zeugen Jehovas erinnert.

Unter Lebensgefahr hätten sie andere, vom Hungertod gezeichnete Häftlinge mit Nahrung versorgt und heimliche Bibelkurse veranstaltet, erklärte Tsifidaris. Unter den Besuchern seien Nachkommen von Verfolgten. "Viele möchten etwas darüber erfahren, wie haben es die Zeugen Jehovas in der Vergangenheit geschafft, unter diesem extremen Druck ihren Glauben an Gott zu bewahren", sagte Daniel Riedel, ebenfalls Leiter des Organisationskomitees.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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