Berlin: Klöckner beklagt Mauer in den Köpfen

Warum prägen Unterschiede zwischen Ost und West noch heute manche politische Debatten? Bundestagspräsidentin Klöckner sieht 65 Jahre nach dem Mauerbau neue unsichtbare Mauern in Deutschland.

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Die Berliner Skyline an der Spree. Aktuelle News aus und über Berlin hier auf news.de. Bild: Adobe Stock / Rico Oder

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat zum 65. Jahrestag des Mauerbaus eine anhaltende Mauer in vielen Köpfen beklagt und für mehr Zuhören und Zusammenhalt plädiert. "Die frühere Grenze ist fast unsichtbar geworden", sagte die CDU-Politikerin laut Manuskript bei einer Gedenkveranstaltung an der Bernauer Straße in Berlin. "Und doch ist sie da. Die Mauer hat in Deutschland Spuren gezogen, die unsere Wege heute noch beeinflussen."

"Ost" und "West" spielten im Selbstverständnis vieler weiterhin eine Rolle. "Politische Fragen werden auf beiden Seiten manchmal sehr unterschiedlich beantwortet: Migration, Corona, der Umgang mit Russland", so Klöckner. "Große Streitthemen werden zu neuen, unsichtbaren Mauern. Junge Menschen sagen, sie fühlen sich gemeinsam ostdeutsch, nur weil sie auf einer bestimmten Seite des Landes geboren wurden." Zwar sei die Mauer 1989 gefallen, sie scheine aber häufig noch in den Köpfen zu stecken.

"Dürfen uns nicht verlieren"

"Für alle Deutsche aber gilt: Wir müssen verstehen wollen. Auch dafür gedenken wir. Auch dafür blicken wir zurück", sagte Klöckner. "Wir müssen aus unserer Geschichte lernen. Wir dürfen uns nicht in ihr verlieren." 1989 habe Mut die Mauer zum Einsturz gebracht. "Auch heute ist Mut gefragt. Der Mut, aufeinander zuzugehen. Wir wollen die Hindernisse überwinden, die manchmal immer noch zwischen uns sind. Um aufeinander zuzugehen, müssen wir die eingetretenen Wege verlassen."

Der Bau der Berliner Mauer besiegelte im August 1961 die deutsch-deutsche Teilung. Die SED-Führung in der DDR wollte so die massenhafte Abwanderung von Menschen in den Westen Berlins und in die Bundesrepublik stoppen.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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