Marco Rubio gegen Donald Trump: Zoff zwischen Trump und Rubio? "The Dons" Gold Card sorgt für Zündstoff
Rubio will hart gegen "Geburtstourismus" durchgreifen und verkündet: "Die amerikanische Staatsbürgerschaft steht nicht zum Verkauf". Doch ausgerechnet Trumps umstrittene Gold Card bringt den Außenminister in Erklärungsnot. Kritiker sehen einen peinlichen Widerspruch in der Einwanderungspolitik der Trump-Regierung.
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster - Uhr
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- Rubio sagt "Nein" zum Geburtstourismus – und kassiert prompt Spott
- Trumps Gold Card bringt den Außenminister in Erklärungsnot
- Kritiker wittern einen Widerspruch in Trumps Einwanderungspolitik
US-Außenminister Marco Rubio sorgte am Mittwoch mit einem Beitrag auf X für Aufsehen – und unfreiwillige Komik. "Die amerikanische Staatsbürgerschaft steht nicht zum Verkauf", verkündete er und holte zum Schlag gegen sogenannten Geburtstourismus aus. Ausgeklügelte Netzwerke würden Ausländer gezielt anleiten, das US-Visasystem zu betrügen, Reisen und Unterkünfte organisieren und sogar Dokumente fälschen, damit deren Kinder die Staatsbürgerschaft erlangen.
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Rubio gegen Trump: Außenminister läuft direkt in die Gold-Card-Falle
Gleichzeitig präsentierte Rubio eine neue "Birth Tourism Prevention Task Force" des Außenministeriums. Diese Einheit habe innerhalb des vergangenen Monats bereits mehr als 600 Visa von ausländischen Staatsangehörigen weltweit widerrufen. Was als entschlossene Durchsetzungsbotschaft gedacht war, entwickelte sich allerdings rasant zum Eigentor.
American citizenship is not for sale.
— Secretary Marco Rubio (@SecRubio) August 12, 2026
But elaborate birth tourism rings are profiting off the exploitation of America's laws- coaching foreigners to defraud the U.S. visa system, arranging travel and housing, and even forging documents, all to enable foreign nationals to obtain…
Trumps Gold Card wird für Rubio zum Problem
Denn Kritiker brauchten nur Sekunden, um Rubios zentrale These zu zerlegen – mit einem Verweis auf die eigene Regierung. Präsident Donald Trump hatte selbst ein Visaprogramm ins Leben gerufen, das unter dem Namen "Gold Card" firmiert und für 1 Million Dollar plus 15.000 Dollar Bearbeitungsgebühreinen Weg zu einem dauerhaften US-Aufenthaltsstatus eröffnet. Für die Platinum Card fordert Trump sogar stolze 5 Millionen Dollar.
Die amerikanische Staatsbürgerschaft steht also nicht zum Verkauf? Trumps eigenes Prestigeprojekt legt das genaue Gegenteil nahe. Auf der Website des Außenministeriums – also Rubios eigener Behörde – wird die "Trump Gold Card" sogar aktiv beworben. Selten hat sich ein politisches Statement so unmittelbar selbst widerlegt.
Rubios eigene Partei feuert zurück
Der ehemalige republikanische Stratege Rick Wilson konterte trocken: "Erzähl mir mehr über die Gold Card. Die Staatsbürgerschaft steht buchstäblich zum Verkauf." Noch deutlicher wurde Sofia Kinzinger, frühere Mitarbeiterin republikanischer Kongressabgeordneter: "Der erste Satz stimmt nicht. Donald Trump hat denjenigen einen Weg zur US-Staatsbürgerschaft angeboten, die bereit sind, fünf Millionen Dollar für seine 'Trump Gold Card' zu zahlen."
Auch demokratische Amtsträger ließen sich die Steilvorlage nicht entgehen. Das Pressebüro eines demokratischen Gouverneurs antwortete Rubio schlicht mit den Worten "Bist du dir da sicher?" – garniert mit einem Screenshot der Gold-Card-Werbung von Rubios eigener Behördenwebsite.
Für Rubio wird der Trump-Kurs zum Bumerang
Zwar steckt das Gold-Card-Programm in der Praxis weitgehend fest und hat bislang kaum konkrete Ergebnisse vorzuweisen, wie "Raw Story" berichtet. Doch politisch ist der Widerspruch verheerend. Rubio prangert Geburtstourismus als Ausverkauf der Staatsbürgerschaft an, während sein eigener Präsident exakt diesen Ausverkauf – nur in deutlich luxuriöserer Verpackung – zum offiziellen Regierungsprogramm erhoben hat.
Dass die Gold Card auf der Website von Rubios eigenem Ministerium beworben wird, macht die Diskrepanz besonders pikant. Der Außenminister bekämpft an der einen Stelle, was seine Behörde an anderer Stelle aktiv anpreist.
Wenn der Chef dem eigenen Minister widerspricht
Der Vorfall offenbart einen bemerkenswerten Riss innerhalb der Trump-Administration. Rubio versucht sich als harter Durchgreifer gegen illegale Einwanderungstricks zu profilieren – und läuft dabei frontal in das Vorzeigeprojekt seines eigenen Präsidenten. Trump verkauft mit der Gold Card genau das Privileg, dessen Unverkäuflichkeit sein Außenminister öffentlich beschwört. Ob Rubio die Ankündigung seines Chefs schlicht ignorierte oder bewusst in Kauf nahm, dass beide Botschaften kollidieren, bleibt offen. Klar ist: Selten hat eine Regierung ihre eigene Migrationspolitik so wirkungsvoll in zwei sich widersprechende Schlagzeilen verpackt.
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