Kim Jong Un abgetaucht: Nordkorea-Machthaber seit Wochen unauffindbar - Gerüchte verdichten sich

Wo steckt Kim Jong Un? Seit mehreren Wochen ist der nordkoreanische Machthaber nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten. Die Gerüchte um seinen Verbleib driften bereits in den Bereich von Verschwörungstheorien ab.

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Seit mehreren Wochen ist Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten. (Foto) Suche
Seit mehreren Wochen ist Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten. Bild: picture alliance/dpa/KCNA/KNS | Uncredited
  • Kim Jong Un seit Wochen abgetaucht
  • Nordkorea-Machthaber nicht auffindbar - Gerüchte verdichten sich
  • Kim Jong Un lässt wichtigen Termin sausen - was steckt hinter seiner Abwesenheit?

In Nordkorea vergeht normalerweise kaum einen Tag ohne einen öffentlichen Auftritt von Kim Jong Un. Doch derzeit macht sich der Machthaber auffällig rar: Zuletzt wurde Kim Jong Un am 9. Juni gesehen, seitdem herrscht Funkstille. Wo ist Kim abgeblieben und was steckt hinter seinem Verschwinden?

Kim Jong Un spurlos verschwunden - und das seit fast zwei Monaten

Für einen Staatsführer, der sonst bei jeder Fabrikeröffnung, jedem Truppenbesuch und praktisch jedem Durchschneiden eines roten Bandes persönlich vor Ort war, ist das mehr als ungewöhnlich. Der nordkoreanische Machthaber liebt bekanntlich das Bad in der Menge seiner Untertanen, die ihm frenetischen Jubel entgegenbrachten – ob freiwillig oder nicht.

Doch seit jenem Junitag sind fast zwei Monate ins Land gezogen, in denen sich Kim Jong Un nicht blicken ließ. Zudem gibt es weder neue Aufnahmen von öffentlichen Auftritten noch Fernsehbilder oder Berichte über interne Besprechungen in seinem Hauptquartier in Pjöngjang. Wie der britische "Daily Star" berichtet, fand die letzte größere öffentliche Veranstaltung mit seiner Teilnahme sogar bereits Ende März statt.

Nordkorea-Machthaber lässt Feierlichkeiten zum Kriegsgedenken sausen

Besonders auffällig war Kims Abwesenheit beim 73. Jahrestag des Waffenstillstands im Koreakrieg. Tausende Nordkoreaner säumten die Straßen Pjöngjangs, um des historischen Datums zu gedenken – doch ihr oberster Führer ließ sich nicht blicken. Normalerweise gehört dieser Anlass zu den Terminen, bei denen Kim stets persönlich erscheint.

Auch bei zwei weiteren Ereignissen dieser Woche suchte man ihn vergeblich: Bei der Inspektion des Kim-Jong-Thae-Elektrolokomotivwerks in Pjöngjang übernahm stattdessen Premierminister Pak Thae-song die Rolle des prominenten Besuchers. Ebenso fehlte der Machthaber bei der Einweihung eines sogenannten Schülerpalasts in der Hafenstadt Nampho. Dass gleich drei offizielle Anlässe ohne den sonst allgegenwärtigen Diktator stattfanden, verstärkt die Rätsel um seinen Verbleib erheblich.

Kein Mucks von Kim Jong Un: Selbst zu diesem Thema schweigt der Machthaber

Auch auf der politischen Bühne glänzte der Machthaber durch Abwesenheit. Als Nordkoreas Militär sich zu den US-geführten RIMPAC-Marinemanövern äußerte, war es ein als "Militärkommentator" bezeichneter Sprecher, der die Worte wählte – nicht Kim selbst.

Die Stellungnahme fiel dabei durchaus drastisch aus: "Der stellvertretende Kommandeur der US-Pazifikflotte hat offen erklärt, dass die Führungsrolle Südkoreas und Japans keine symbolische, sondern eine operative sei", hieß es. Dies beweise, dass RIMPAC "in Wirklichkeit eine von den USA, Japan und Südkorea angeführte Kriegsübung der Aggression" darstelle.

Derartige Drohgebärden gehören zum Standardrepertoire Pjöngjangs. Dass Kim bei einer solch martialischen Erklärung jedoch nicht einmal im Hintergrund auftaucht, nährt die Spekulationen über seinen Verbleib zusätzlich.

Nordkoreanische Staatsmedien hüllen sich zu Kim Jong Un in Schweigen

Die letzten verfügbaren Aufnahmen von Kim Jong Un stammen nicht etwa von einem Videoauftritt oder einer offiziellen Zeremonie. Es handelt sich lediglich um Fotos einer nordkoreanischen Zeitungstitelseite, die ihn bei einem Treffen mit chinesischen Vertretern in Nordkorea zeigt. Das Datum: der 9. Juni 2026. Seither ist nicht nur der Machthaber selbst abgetaucht – auch die staatlich kontrollierten Medien verhalten sich auffällig. Laut "Daily Star" verschwinden sogar bereits veröffentlichte Bilder aus den nordkoreanischen Medienkanälen. Was genau hinter diesem digitalen Aufräumen steckt, bleibt unklar. Dass in einem Land, dessen Propaganda-Apparat normalerweise rund um die Uhr Bilder des Führers produziert, plötzlich Material getilgt wird, macht die ohnehin rätselhafte Situation noch beunruhigender.

Gerüchte um Abwesenheit von Kim Jong Un driften in Verschwörungstheorien ab

Über die Gründe für das Verschwinden von Kim Jong Un wird inzwischen wild spekuliert. Eine vergleichsweise harmlose Erklärung: die extreme Sommerhitze soll den Machthaber aus der Öffentlichkeit fernhalten. Derzeit werden in Pjöngjang bis zu 37 Grad bei knapp 60 Prozent Luftfeuchtigkeit erwartet – für einen Mann mit Kims stattlicher Körperfülle keine angenehmen Bedingungen für öffentliche Auftritte.

Allerdings erklärt das weder sein Fehlen bei Innenveranstaltungen noch die wochenlange Abwesenheit aus dem Staatsfernsehen. Je länger die Funkstille andauert, desto düsterer werden die Theorien. Mittlerweile kursieren Gerüchte, die an die Spekulationen um den russischen Präsidenten Wladimir Putin erinnern – bis hin zur Frage, ob Kim überhaupt noch am Leben ist. Belege dafür gibt es bislang keine. Ebenso wenig wie Hinweise auf einen möglichen Doppelgänger. Doch mit jedem weiteren Tag ohne Lebenszeichen dürfte die Gerüchteküche weiter brodeln.

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