Robert F. Kennedy Jr.: Trump-Minister redet sich im TV in Rage - CNN-Moderatorin kontert

Historische Masernfälle und ein US-Gesundheitsminister ohne einen Pandemieplan: Robert F. Kennedy Jr. verstrickte sich in einem TV-Interview in Widersprüche. Dabei wurde er lauter und griff die Moderatorin persönlich an.

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Robert F. Kennedy Jr. wird in einem CNN-Interview zu Impfungen, der Corona-Pandemie und Masern laut. (Foto) Suche
Robert F. Kennedy Jr. wird in einem CNN-Interview zu Impfungen, der Corona-Pandemie und Masern laut. Bild: picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Douglas Christian
  • Robert F. Kennedy giftet im TV-Interview gegen Moderatorin
  • US-Gesundheitsminister verbreitet Falschinformationen über Impfungen und Autismus
  • RFK Jr. wird persönlich und greift Moderatorin an

US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und CNN-Moderatorin Dana Bash lieferten sich am 2. August ein denkwürdiges Wortgefecht im Live-Fernsehen. Was als Interview über den Masernausbruch in den USA begann, eskalierte rasch zu einem hitzigen Schlagabtausch mit Wutausbrüchen, persönlichen Attacken, Ausflüchten und lautstarken Unterbrechungen.

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Keine Verantwortung nach gestiegenen Masernfällen - Robert F. Kennedy Jr. wütet im TV-Interview

Bash konfrontierte Kennedy mit den aktuellen Zahlen zu den Maserninfektionen: 2.371 Masernfälle – und das trotz eines verfügbaren Impfstoffs. Der Gesundheitsminister wies dabei jegliche Verantwortung von sich und ging stattdessen zum Gegenangriff über. "Sie reden Unsinn!", brüllte Kennedy die Moderatorin an. "Sie stellen Behauptungen auf, die Sie nicht belegen können, und wenn ich Sie darauf hinweise, sagen Sie mir, ich würde mit Ihnen streiten!"

Bash ließ sich davon nicht einschüchtern und konterte scharf: "Sie wollen über unbelegte Behauptungen sprechen? Dazu komme ich gleich." Was folgte, war ein Interview, das in den sozialen Medien bereits für erhebliches Aufsehen sorgt.

Trumps Gesundheitsminister verweigert jede Verantwortung für Masernrekord

Bash stellte die zentrale Frage des Interviews unmissverständlich: Der Ausbruch falle in Kennedys Amtszeit – ob er dafür zumindest teilweise Verantwortung übernehme. RFK Jrs. Antwort kam prompt und ohne Zögern: "Absolut nicht." Stattdessen behauptete er mit aggressivem Unterton, die USA würden die Krise "besser bewältigen als jeder andere auf der Welt".

Die Moderatorin hakte nach und verwies darauf, dass Eltern durch Kennedys öffentliche Aussagen verunsichert würden. "Sie hören Sie sagen, es könnte Autismus verursachen", hielt Bash ihm vor. Kennedy forderte daraufhin, sie solle ihm persönlich Studien zu den ersten acht Impfstoffen in den ersten sechs Lebensmonaten vorlegen – was sie nicht könne.

Ex-Biden-Koordinator nimmt Trump-Regierung in die Verantwortung

Doch Bash nutzte genau diesen Moment, um Kennedy in einen Widerspruch zu verwickeln: "Wenn das so ist – warum empfehlen Sie den Menschen dann, sich gegen Masern impfen zu lassen?" Eine Antwort darauf blieb Kennedy schuldig. Bash sprach danach mit dem ehemaligen Covid-19-Koordinator im Weißen Haus unter Biden, Dr. Ashish Jha. Er bestätigte, dass es keinen wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus gibt. Zudem sagte er, dass die gegenwärtige US-Regierung angesichts der angestiegenen Masernfälle zu wenig mache.  

Falsche Sterberate und null Pandemiepläne - Kennedy verstrickt sich in Widersprüchen

Nicht weniger brisant wurde es beim Thema Covid-19. Kennedy stellte die Behauptung auf, die Vereinigten Staaten hätten "die höchste Sterberate durch Covid von allen Nationen auf der Erde" gehabt. Bash widersprach umgehend: "Das ist nicht korrekt. Es gibt andere Länder, die höhere hatten." Kennedy beharrte dennoch darauf, seine Aussage sei zutreffend gewesen.

Als Bash wissen wollte, wie sich Kennedy als Gesundheitsminister konkret auf eine künftige Pandemie vorbereite, wich er der Frage konsequent aus. Statt Maßnahmen oder Strategien zu benennen, verwies er auf den Schutz verfassungsmäßiger Rechte. "Während Covid haben wir unsere Rechte vollständig abgebaut", erklärte er. Bash hakte nach, was das praktisch bedeute – doch konkrete Antworten blieben aus. Die Schuld am bisherigen Pandemie-Versagen schob Kennedy auf Anthony Fauci und die Biden-Regierung. Trumps Regierung blieb in seiner Darstellung unerwähnt.

RFK Jr. greift CNN-Moderatorin verbal an

Als die sachliche Debatte für Kennedy zunehmend unbequem wurde, wechselte er die Strategie und griff Bash direkt an. "Sie waren Teil des Problems", warf er der Moderatorin vor. Als diese fragte, ob er tatsächlich hier sitze und sie persönlich attackiere, setzte Kennedy noch einen drauf: "Dana, du verstehst das wahrscheinlich nicht, weil du keine Wissenschaftlerin bist." Bash entgegnete trocken: "Nun, du bist es auch nicht." Wiederholt versuchte Kennedy zudem, die Moderatorin als emotional instabil darzustellen. "Ich weiß, dass du jetzt aus der Fassung geraten bist", sagte er. 

Ablenkung und Angriff - TV-Moderatorin kontert Kennedys Attacken

Bash versuchte nach eigener Aussage wiederholt, ein "produktives" Gespräch zu führen, musste Kennedy jedoch mehrfach mit einem "Lassen Sie mich ausreden!" unterbrechen. Der Minister nutzte jede Pause der Moderatorin, um Gegenbelege einzufordern, statt selbst welche zu liefern.

Am Ende brachte Bash die Dynamik des gesamten Gesprächs auf den Punkt. Als Kennedy ihr erneut unterstellte, sie sei "aus der Fassung geraten", erwiderte sie knapp: "Ich bin nicht aus der Fassung. Ich bin frustriert."

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