Annalena Baerbock: Zum Abschied geht sie mit einem Knall – das fordert Baerbock jetzt
Annalena Baerbock fordert zum Abschied als UN-Generalversammlungspräsidentin eine Frau an der Spitze der Vereinten Nationen – doch ihre eigene Bilanz wird von Deutschlands historischer Sicherheitsrats-Pleite überschattet, für die selbst Verbündete sie persönlich verantwortlich machen.
Erstellt von Ines Fedder - Uhr
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- Annalena Baerbock mit weiterer UN-Forderung: Guterres-Nachfolger soll eine Frau werden
- Abschied als UN-Generalversammlungspräsidentin - Ex-Außenministerin zieht Bilanz
- Heftige Kritik an Annalena Baerbock - zu viele Selfies, zu wenig Inhalt?
- Historische Schlappe im UN-Sicherheitsrat immer noch nicht vergessen
Nach einem Jahr an der Spitze der UN-Generalversammlung bereitet sich Annalena Baerbock auf ihren Abgang vor. Im September übernimmt Khalilur Rahman aus Bangladesch das Amt. Doch bevor die 45-jährige Grünen-Politikerin abtritt, setzt sie jedoch noch ein deutliches Signal. Die Hintergründe.
Annalena Baerbock fordert eine Frau als Nachfolgerin von Guterres
Die ehemalige Außenministerin fordert am Ende ihrer Tätigkeit bei der UN eine Frau als Nachfolgerin von UN-Generalsekretär António Guterres, dessen Amtszeit im Dezember endet. Und dafür gibt es auch einen guten Grund. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" erklärte Baerbock:
"Die Hälfte der Menschheit sind Frauen und Mädchen. Wie möchte eine Institution, die acht Milliarden Menschen vertritt und seit 80 Jahren für Menschenrechte einsteht, erklären können, dass sie auch nach acht Jahrzehnten erneut keine Frau an ihrer Spitze finden kann?"
Wer schafft es in das Amt des UN-Generalsekretärs?
Gemäß den informellen Rotationsregeln der Vereinten Nationen wäre Lateinamerika an der Reihe, den oder die nächste Generalsekretärin zu stellen. Aktuell bewerben sich vier Frauen und zwei Männer um den Posten. Eine eigene Kandidatur schloss Baerbock aus: "Es gibt hervorragende Frauen aus dieser Region", erklärt sie gegenüber der Presse.
Historische Schlappe im Sicherheitsrat
Und noch etwas könnte hier eine Rolle spielen. Denn Baerbocks eigene Amtszeit bei der UN als Generalversammlungspräsidentin ist nicht unumstritten. Sie wird von einem beispiellosen Debakel überschattet. Wir erinnern uns: Deutschland scheiterte erstmals überhaupt bei einer Bewerbung um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat. In der geheimen Abstimmung der Generalversammlung zogen ausgerechnet Portugal und Österreich an der Bundesrepublik vorbei – zwei deutlich kleinere Länder.
Annalena Baerbock in der Kritik: Zu viele Selfies, zu viel Selbstinszenierung?
Besonders pikant: Selbst aus dem siegreichen Wien kam scharfe Kritik an der ehemaligen deutschen Chefdiplomatin. In österreichischen Regierungskreisen wurde die Niederlage als "selbst verschuldet" bezeichnet und maßgeblich auf die "Personalie Baerbock" zurückgeführt. Der Vorwurf: Als Generalversammlungspräsidentin sei es ihr stets "zu viel um Deutschland", vor allem aber "um Selfies und sich selbst" gegangen, heißt es gegenüber der "Bild".
Baerbock selbst wies jede Verantwortung für das Scheitern der deutschen Sicherheitsrats-Bewerbung zurück.
Angela Merkel als Türöffnerin in die oberste Riege der Politik
Den Weg in die Spitzenpolitik verdankt Baerbock nach eigener Aussage auch einer Frau, die vor ihr Barrieren durchbrach. "Ohne Angela Merkel als Kanzlerin wäre ich wahrscheinlich niemals erste weibliche Außenministerin geworden", erklärte sie gegenüber der "Welt". Ihre eigenen Kämpfe hätten wiederum nachfolgenden Politikerinnen den Weg geebnet – etwa, indem künftig niemand mehr fragen werde, ob eine 40-Jährige mit zwei kleinen Kindern für höchste Staatsämter kandidieren könne.
Zugleich beklagte Baerbock anhaltende Frauenfeindlichkeit in der Politik. In sozialen Medien würden Frauen mit Beleidigungen wie "Nutte" oder Schlimmerem überzogen – Angriffe, die männliche Politiker wie Robert Habeck oder Friedrich Merz schlicht nicht erlebten. "Gutgelaunte Frauen in Machtpositionen sind für manche Männer weiterhin keine Selbstverständlichkeit, sondern offensichtlich der schlimmste Trigger", so Baerbock. Entschuldigen wolle sie sich dafür keinesfalls.
Bleibt Baerbock auch weiterhin in New York? Ein neues Kapitel – aber wo?
Was nach dem Ende ihrer UN-Amtszeit kommt, ließ Baerbock bewusst vage. Sie wolle "ein neues Lebenskapitel aufschlagen", sagte die Grünen-Politikerin, ohne konkrete Pläne zu nennen. Selbst die Frage, ob sie in New York bleiben oder nach Deutschland zurückkehren werde, beantwortete sie nicht eindeutig.
"Ich liebe natürlich mein Heimatland. Zugleich habe ich hier ein Stück weit Anonymität und damit auch Freiheit zurückgewonnen", erklärte Baerbock. Das permanente Leben im Rampenlicht sei für eine Mutter und ihre Kinder alles andere als angenehm gewesen. Die Distanz zum deutschen Politikbetrieb scheint der 45-Jährigen also durchaus zu gefallen – ob daraus ein dauerhafter Zustand wird, bleibt offen.
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