J.D. Vance droht Revolte: "Die Messer sind gewetzt!" Donald Trumps Vize von Machtkampf kalt erwischt

Bis zur nächsten Präsidentschaftswahl in den USA sind es noch zwei Jahre, doch für J.D. Vance brechen schon jetzt ungemütliche Zeiten an: Eine Anti-Vance-Kampagne begleitet interne Machtkämpfe bei den Republikanern.

Erstellt von - Uhr

Schon zwei Jahre vor den nächsten US-Präsidentschaftswahlen attackieren Parteikollegen den amtierenden Vizepräsidenten J.D. Vance als "ungeeignet". (Foto) Suche
Schon zwei Jahre vor den nächsten US-Präsidentschaftswahlen attackieren Parteikollegen den amtierenden Vizepräsidenten J.D. Vance als "ungeeignet". Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Interner Machtkampf bei US-Republikanern wird für J.D. Vance zur Bedrohung
  • Stellvertreter von Donald Trump hat kaum noch Rückhalt in republikanischer Partei
  • "Ungeeignet für sein Amt!" Widerstand gegen J.D. Vance wächst beharrlich

Für Donald Trumps Stellvertreter J.D. Vance brechen ungemütliche Zeiten an: Innerhalb der Republikanischen Partei braut sich Berichten zufolge ein Sturm zusammen, wie ihn ein amtierender Vizepräsident seit Jahrzehnten nicht erlebt hat. Eine sogenannte "Never Vance"-Bewegung überzieht J.D. Vance seit Tagen in den sozialen Medien mit Attacken und bezeichnet ihn offen als "ungeeignet" für sein Amt – und erst recht für höhere Weihen, nachdem sich die Hinweise verdichteten, J.D. Vance könnte bei der nächsten Präsidentschaftswahl für die Republikaner kandidieren.

J.D. Vance droht Republikaner-Revolte: "Never Vance"-Bewegung wird lauter

Der Anlass: Vances Bemühungen um eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt und seine populistische Außenpolitik, die dem interventionsfreudigen Parteiflügel ein Dorn im Auge ist. Wie die "Washington Post"und "Raw Story" berichten, sind "die Messer gewetzt" für den Mann, der weithin als Trumps Erbe an der Spitze der MAGA-Bewegung gilt.

J.D. Vance in der Schusslinie: Trumps Republikaner wenden sich von Vizepräsident ab

Dabei liegt die nächste republikanische Präsidentschaftsnominierung noch volle zwei Jahre entfernt. Dass die parteiinterne Revolte bereits jetzt mit dieser Wucht losbricht – verstärkt durch eine Social-Media-Dynamik, die es in früheren Vizepräsidentschaften schlicht nicht gab – macht den Vorgang beispiellos.

Im Kern entzündet sich der Konflikt an Vances außenpolitischer Grundhaltung: Er vertritt einen populistischen Kurs, der militärischen Auslandsengagements grundsätzlich skeptisch gegenübersteht. Damit kollidiert er frontal mit dem interventionistischen, pro-israelischen Flügel seiner eigenen Partei.

Vance-Kritiker gehen auf die Barrikaden: Diese Vorwürfe sollen den Vizepräsidenten stürzen

Die Kritiker greifen dabei tief in die rhetorische Trickkiste. Sie rücken Vance ideologisch in die Nähe von Barack Obama und Bernie Sanders – für einen republikanischen Vizepräsidenten ein Vergleich, der als politisches Gift gedacht ist. Zusätzlich behaupten Gegner, Vance verfolge seine Iran-Diplomatie eigenmächtig und ohne Rückendeckung des Präsidenten – allerdings ohne dafür Belege vorzulegen.

Bereits im Herbst 2025 waren die Spannungen erstmals eskaliert, als neokonservative Aktivisten und pro-israelische Lobbygruppen Vance Antisemitismus vorwarfen. Sein Vergehen: Er hatte sich offen mit Stimmen auseinandergesetzt, die die amerikanisch-israelische Politik kritisch hinterfragen.

Republikaner gegen Vance: Koordinierte Kampagne oder echte Basis-Revolte?

Vances Verbündete weigern sich, die Angriffswelle als authentischen Ausdruck republikanischer Parteistimmung zu akzeptieren. Sie verweisen auf verdächtige Muster: Zahlreiche der anti-Vance-Accounts scheinen ihren Ursprung außerhalb der USA zu haben, und feindliche Reaktionen auf pro-Vance-Beiträge stammen auffällig oft von Profilen ohne organische Reichweite oder echte Follower-Basis.

Der Vance-nahe Kommentator Steve Cortes formulierte es so: "Laute Stimmen des Washingtoner Establishments erzeugen einen Online-Lärm, aber sie repräsentieren nicht im Entferntesten die mehrheitliche Meinung republikanischer Wähler."

Die Verbündeten des Vizepräsidenten sprechen offen von einer koordinierten "Operation" und bestehen darauf, dass ein erheblicher Teil der feindseligen Aktivitäten nicht echt sei. Ob gesteuerte Kampagne oder tatsächlicher Aufstand der Basis – die Intensität der Auseinandersetzung ist in jedem Fall real und für einen amtierenden Vizepräsidenten ohne Präzedenz.

"Dann fahrt zur Hölle!" J.D. Vance sucht die Konfrontation

Dass der Vizepräsident selbst kräftig Öl ins Feuer gießt, zeigte sein dreistündiger Auftritt im Podcast von Joe Rogan. Dort bezeichnete sich Vance als "vernünftigen Gemäßigten" in der Israel-Frage und wischte die Kritik bezahlter Influencer vom Tisch. Seine Botschaft an die Gegner fiel unmissverständlich aus: "Meine Antwort darauf ist: 'Dann geht zur Hölle.' Ich werde tun, was ich für das amerikanische Volk tun muss. Ich vertrete zuerst Amerikaner, und so habe ich versucht, diesen Job zu machen."

Diese bewusste Bereitschaft, sich von der Parteilinie abzusetzen – und stellenweise auch vorsichtig Distanz zu Trump selbst in der Iran-Frage zu signalisieren – ist genau der Punkt, der ihm die schärfsten Angriffe einbringt. Wer öffentlich Differenzen markiert, lädt damit unweigerlich verschärfte Kontrolle ein.

US-Republikaner stehen schon seit Jahren mit J.D. Vance auf Kriegsfuß

Der aktuelle Aufruhr ist keine Überraschung für Kenner der innerparteilichen Tektonik. Schon bevor Vance 2024 als Trumps Vizekandidatur feststand, hatten einflussreiche hawkische Geldgeber und konservative Medienstimmen massiv dafür lobbyiert, stattdessen Marco Rubio oder Doug Burgum auf das Ticket zu setzen. Was sich jetzt entlädt, ist die Rückkehr genau dieses Bruchs – ein außenpolitischer Bürgerkrieg innerhalb der republikanischen Koalition, der nie wirklich beigelegt wurde.

Marc Short, der unter Trumps erstem Vizepräsidenten Mike Pence als Stabschef diente, ordnete die Dynamik nüchtern ein: "Ich denke, es gibt einen Unterschied in der Art, wie das aktuelle Team seine politischen Differenzen deutlich gemacht hat. Das erzeugt mehr Kontrolle, wenn man das tut." Zwei Jahre vor der nächsten Nominierung steht damit fest: Die Schlachtlinien für 2028 sind bereits gezogen.

Weitere Beiträge rund um Donald Trump finden Sie hier:

/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.