Donald Trump: Mehr Babys dank künstlicher Befruchtung – Plan droht zu scheitern
Donald Trumps Offensive für die künstliche Befruchtung könnte jährlich bis zu 160.000 zusätzliche Babys in die USA bringen. Doch eine neue Studie zeigt, warum selbst dieser Erfolg den amerikanischen Geburtenrückgang nicht stoppen wird.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Neue Studie: Geringere Kosten für die künstliche Befruchtung könnten zu mehr Geburten führen
- Donald Trump will IVF-Behandlungen günstiger machen
- Das Vorhaben des US-Präsidenten gleicht aber nicht den Geburtenrückgang aus
Die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump, künstliche Befruchtung erschwinglicher zu machen, könnten jährlich zwischen 140.000 und 160.000 zusätzliche Geburten in den Vereinigten Staaten ermöglichen. Das zeigt eine neue internationale Studie, die bei der Jahrestagung der European Society of Human Reproduction and Embryology vorgestellt wurde. Doch die Forschungsergebnisse bringen auch eine ernüchternde Botschaft: Selbst ein deutlicher Anstieg der IVF-Geburten würde nicht ausreichen, um den anhaltenden Rückgang der Geburtenrate in den USA umzukehren.
Neue Studie offenbart starke Unterschiede zwischen Kosten und Geburten
Die Forscher des Fertilitätstechnologie-Unternehmens Conceivable Life Sciences untersuchten die Erschwinglichkeit von Fruchtbarkeitsbehandlungen in 25 Ländern und Regionen, die zusammen mehr als 95 Prozent der weltweiten IVF-Aktivität ausmachen. Dabei entwickelten sie eine sogenannte "Cost-to-Baby"-Kennzahl, die die Kosten für eine erfolgreiche Lebendgeburt ins Verhältnis zum mittleren Haushaltseinkommen setzt.
Die Ergebnisse zeigen erhebliche Unterschiede zwischen den Nationen. In Ländern wie Israel, Japan, Spanien und Taiwan, wo die Behandlungskosten weniger als die Hälfte des Haushaltseinkommens betragen, machen IVF-Geburten etwa 9 bis 12 Prozent aller Geburten aus. In den USA hingegen, wo die Kosten typischerweise über 75 Prozent des Einkommens liegen, liegt dieser Anteil bei nur 2,5 Prozent. "Kostenerleichterung verschiebt nicht nur die Zahlen ein wenig, sie befreit Menschen", erklärte Alan Murray, Geschäftsführer von Conceivable Life Sciences, gegenüber "Newsweek".
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass eine Halbierung der Eigenkosten für Fruchtbarkeitsbehandlungen die Zahl der durch assistierte Reproduktionstechnologie geborenen Kinder mehr als verdoppeln könnte.
Donald Trump senkt Preise für Fruchtbarkeitsmedikamente
Der US-Präsident hatte bereits im Februar 2025 eine Exekutivanordnung unterzeichnet, die seine Regierung anwies, Empfehlungen zur Ausweitung des IVF-Zugangs und zur drastischen Reduzierung der Eigenkosten zu entwickeln. Die hohen Preise für eine Behandlung – zwischen 12.000 und 25.000 Dollar pro Zyklus, in manchen Fällen sogar bis zu 70.000 Dollar – wurden dabei als wesentliches Hindernis für Paare mit Kinderwunsch genannt.
Seitdem hat die Regierung weitere Initiativen gestartet. Laut Weißem-Haus-Sprecher Kush Desai wurden die Preise für wichtige Fruchtbarkeitsmedikamente um bis zu 90 Prozent gesenkt. Zudem wurde eine neue Versicherungsoption geschaffen, die es Arbeitgebern ermöglicht, ihren Angestellten erweiterte Fruchtbarkeitsleistungen anzubieten. "Die Preise werden stark sinken, sehr, sehr stark", hatte Trump bereits im Oktober angekündigt. Die Versicherungsabdeckung variiert allerdings weiterhin stark je nach Bundesstaat und Arbeitgeberplan.
Boomt die Geburtenrate? Trumps Baby-Plan hat Nachteile
Trotz der vielversprechenden Zahlen mahnen Wissenschaftler zur Vorsicht. Alison Gemmill, Professorin für Epidemiologie an der UCLA School of Public Health, betonte, dass zusätzliche IVF-Geburten nicht dieselben Faktoren ausgleichen, die zum langfristigen Geburtenrückgang geführt haben. Der Rückgang sei auf demografische, wirtschaftliche und soziale Veränderungen über Jahrzehnte zurückzuführen, während günstigere IVF-Kosten nur eine kleinere Gruppe von Menschen mit Unfruchtbarkeit betreffen würden. Auch Alan Murray warnte: "Ich wäre vorsichtig mit der Formulierung, ob dies die nationale Geburtenrate umkehrt. Kein einzelner Hebel schafft das."
Hinzu kommt ein praktisches Problem: Selbst bei erfolgreicher Kostensenkung könnte es an klinischen Kapazitäten mangeln, wenn nicht genügend Embryologen für die zusätzlichen Behandlungszyklen zur Verfügung stehen. Laut Pew Research gaben 2023 bereits 47 Prozent der Amerikaner unter 50 an, wahrscheinlich keine Kinder haben zu wollen.
So könnten IVF-Behandlungen den Geburtenrückgang ausgleichen
Die Studie liefert ein differenziertes Bild für die Trump-Regierung. Mit 142.000 bis 160.000 zusätzlichen Geburten pro Jahr würde der Zuwachs groß genug sein, um in nationalen Statistiken sichtbar zu werden. Rechnerisch könnte dies etwa ein Fünftel des Geburtenrückgangs seit dem Höchststand von 4,3 Millionen Geburten im Jahr 2007 ausgleichen. Dennoch blieben selbst bei erfolgreicher Umsetzung hunderttausende Geburten weniger als vor dem Beginn des Rückgangs. Die Fertilitätsrate lag 2024 laut CDC bei nur 1,6 Kindern pro Frau – weit unter dem Ersatzniveau von 2,1.
Für eine echte Trendwende wären nach Einschätzung der Forscher breitere Maßnahmen erforderlich: günstigere Wohnkosten, bezahlbare Kinderbetreuung, flexiblere Arbeitsmodelle und verbesserte wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Die IVF-Initiative könnte zwar vielen Familien helfen, löst aber nur einen Teil des demografischen Problems.
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