Annalena Baerbock: Baerbock gefeuert? KI-Video verbreitet perfide Lüge
Eine spektakuläre Behauptung sorgt auf TikTok und YouTube für Wirbel: Annalena Baerbock soll bei der UN wegen Betrugs gefeuert worden sein. Doch die Geschichte ist frei erfunden – dahinter steckt ein KI-Fake.
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster - Uhr
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- Annalena Baerbock wurde nicht als Präsidentin der UN-Generalversammlung abgesetzt – die Behauptung ist falsch
- KI-generierte Videos verbreiten die erfundene Geschichte über angebliche Betrugsvorwürfe
- Die Falschmeldung knüpft an eine alte Lebenslauf-Debatte aus dem Bundestagswahlkampf 2021 an
Auf YouTube und TikTok kursiert derzeit eine Falschmeldung über die frühere Außenministerin Annalena Baerbock, die nach ihrem Thomas-Müller-Post zuletzt massive Kritik einstecken musste. In den Videos wird behauptet, sie sei wegen Betrugs von ihrem Posten als Präsidentin der UN-Generalversammlung entfernt worden.
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Annalena Baerbock als Präsidentin der UN-Generalversammlung gefeuert? Was wirklich hinter der Behauptung steckt
Diese Darstellung ist nachweislich falsch. Baerbock wurde am 2. Juni 2025 für eine einjährige Amtszeit gewählt, die planmäßig von September 2025 bis September 2026 läuft. Anfang Juni 2026 wurde bereits Baerbocks Nachfolger bestimmt.
Eine Sprecherin Baerbocks stellte auf Anfrage des Recherchezentrums"Correctiv"klar, dass die Politikerin nicht vorzeitig aus dem Amt ausgeschieden sei. Die Behauptungen ließen sich bereits durch Informationen auf den offiziellen UN-Webseiten eindeutig widerlegen.
Alte Lebenslauf-Affäre wird für neue Baerbock-Fake-News ausgeschlachtet
Die Desinformation knüpft an eine Kontroverse aus dem Bundestagswahlkampf 2021 an. Wie die "Taz" berichtete, musste Baerbock ihren Lebenslauf damals mehrfach korrigieren – unter anderem hatte sie zunächst einen Bachelor angegeben, obwohl sie lediglich ein Vordiplom besaß. Ihr Masterabschluss in Rechtswissenschaften steht jedoch nicht infrage.
Auf der UN-Webseite sind ihre Qualifikationen korrekt aufgeführt. Medienberichte über Betrugsvorwürfe seitens der Vereinten Nationen existieren nicht. Dass die Behauptungen haltlos sind, zeigt sich auch daran, dass Baerbock noch am 24. Juni 2026 eine Sitzung der UN-Generalversammlung leitete – obwohl entsprechende Falschmeldungen bereits seit ihrem Amtsantritt im Herbst 2025 im Umlauf sind.
KI-Videos verbreiten erfundene Geschichte über Ex-Außenministerin Baerbock
Hinter der Desinformation stecken "Correctiv" zufolge Videos, die mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Der YouTube-Kanal "AdenauerDE" verbreitete die Falschbehauptung mit einem offenbar nicht existierenden Sprecher – im Video war ein KI-Hinweis sichtbar.
Die Vorgehensweise und Sprecherstimme erinnern laut "Correctiv" an den früheren YouTube-Kanal "Michael Goldmann", dessen Inhalte später nur noch für Mitglieder zugänglich waren.
Besonders problematisch: Auf TikTok wurden Ausschnitte der Videos ohne den KI-Hinweis weiterverbreitet. Dadurch ging die Falschmeldung viral und erreichte dort mehr als 316.000 Aufrufe – deutlich mehr als das ursprüngliche YouTube-Video mit Kennzeichnung.
Grünen-Politikerin Baerbock seit Jahren Ziel von Desinformation
Nach einer Anfrage von Faktenprüfern reagierte der mutmaßliche Betreiber des YouTube-Kanals "AdenauerDE". Er gab an, nicht gewusst zu haben, dass sein Video falsche Informationen enthielt. Die Verbreitung sei nicht beabsichtigt gewesen – er verdiene mit YouTube Geld und wolle künftig Informationen sorgfältiger prüfen. Sämtliche Videos des Kanals sind mittlerweile gelöscht. Der neueste Beitrag behandelt nun das Computerspiel "Fortnite" statt politischer Themen.
Baerbock ist seit Jahren wiederholt Ziel von Desinformationskampagnen – sowohl während ihrer Zeit als Kanzlerkandidatin als auch als Außenministerin.
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sba/ife/news.de/stg
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